16 typische Kaninchen-Krankheiten (inkl. Behandlung)

Logbuch meiner Kanaren Kreuzfahrt

Es existieren zahlreiche Krankheiten, die für Kaninchen typisch sind.

Diese typischen Krankheiten zu kennen und vor allem zu erkennen kann dir dabei helfen, deinem Tier im Notfall schnell und sicher zu helfen.

In diesem Beitrag stellen wir dir 16 typische Kaninchenkrankheiten vor und zeigen dir außerdem, wie Vorbeugung und Behandlung ablauf kann.

Inhaltsverzeichnis

Krankheit 1: Abszesse

Abszesse sind entzündliche Schwellungen, die schmerzhaft und gerötet sind.

Sie können mit Eiter gefüllt sein und üben abhängig von ihrer Größe erheblichen Druck auf das umliegende Gewebe aus.

Sie entstehen vor allem im Bereich des Gesichts oder im Mund, können jedoch am gesamten Körper beispielsweise als Folge einer Bissverletzung auftreten.

Aufgrund des dichten Fells sind sie auf dem Rücken oder am Bauch meist nur schwer direkt zu erkennen. Eine genaue Untersuchung ist daher unerlässlich.

So erkennst du Abszesse

Abszesse fallen oftmals nur durch Zufall auf.

Mögliche Anzeichen sind jedoch:

  • Schmerzempfindlichkeit und Meiden von Berührungen an einer Stelle
  • Appetitverlust
  • einseitiges Kauen
  • starkes Speicheln
  • spürbare Schwellungen oder Knoten
  • punktuell wärmere Körperstellen

Kontrolliere deine Kaninchen am besten täglich und betrachte dabei auch den Mundraum genau.

Fallen dabei gerötete und geschwollene Bereiche auf oder zuckt dein Tier plötzlich bei Berührungen weg, könnte es sich um einen Abszess handeln.

Das solltest du bei Kaninchen-Abszessen tun

Wenn dir ein Abszess auffällt oder du den Verdacht hast, dass dein Kaninchen unter einem solchen leidet, such umgehend einen Tierarzt auf.

Da eine derartige Entzündung im Mund zum einen das Essen und Trinken beeinträchtigen kann und zum anderen ernste Ursachen zugrunde liegen können, ist eine frühzeitige Behandlung von entscheidender Bedeutung.

Krankheit 2: Blähungen

Kaninchen haben ein ausgesprochen empfindliches Verdauungssystem.

Sie müssen viele kleine Mahlzeiten und ausreichend Raufutter, wie Gräser und Heu, aufnehmen, damit keine Probleme auftreten. Bei stark blähendem Futter, zu wenig Ballaststoffen oder zu viel Stärke kann es zu Störungen kommen, die sich in schmerzhafte Blähungen äußern.

Die Nahrung gärt dann zu stark und es bilden sich übermäßige Mengen an Gasen. Diese üben Druck aus und sorgen nicht selten dafür, dass der Appetit nachlässt.

Tipp: Hier findest du unsere ultimative Futterliste für Kaninchen!

So erkennst du Blähungen bei Kaninchen

Kaninchen, die unter Blähungen leiden, können nicht rülpsen und auch das Pupsen ist für Menschen in der Regel nicht hörbar.

Sie nehmen meist eine Schonhaltung ein und sitzen gekrümmt. Der Bauch ist aufgedunsen und hart. Hierfür können sich allerdings auch eine Magenüberladung oder ein Darmverschluss verantwortlich zeigen.

Als Laie sind die Ursachen nicht voneinander zu unterscheiden.

Das solltest du bei Blähungen unternehmen

Suche einen Tierarzt auf, auch, wenn du nur Blähungen vermutest.

Die Abklärung ist entscheidend. In der Folge kann ein Mittel zum Auflösen des Gases verabreicht werden.

Zudem kann ein Krampflöser zum Einsatz kommen. Tee und Kräuter, die förderlich für die Verdauung sind, empfehlen sich ebenso. Durch Wärme und Bewegung hilfst du deinem Kaninchen, sich schnell wieder wohlzufühlen.

Krankheit 3: Blasensteine und Nierensteine

Kaninchen haben eine physiologische Besonderheit: Sie nehmen alle Mineralien aus der Nahrung auf.

Was nicht benötigt beziehungsweise sofort verbraucht wird, wird über die Nieren und die Blase wieder ausgeschieden.

Das funktioniert jedoch nur, wenn ausreichend Flüssigkeit aufgenommen wird und keine Erkrankungen oder eine genetische Prädisposition für Nierensteine besteht.

Ist dies der Fall, lagern sich Mineralstoffe in den Nieren und der Harnblase ab, werden zunächst zu Schlamm und schließlich zu Grieß. Hieraus kann sich mit der Zeit ein oder sogar mehrere Steine entwickeln.

So erkennst du Blasensteine und Nierensteine

Typische Anzeichen für derartige Probleme sind:

Zudem kann dein Kaninchen sehr ruhig sein und abgeschlagen sowie geschwächt wirken.

Das solltest du bei Blasensteinen und Nierensteinen tun

Suche bei dem Verdacht auf Steine in der Blase oder den Nieren sofort einen Tierarzt auf.

Denn wenn sich ein Stein so vor den Ausgang legt, dass kein Urin mehr abgehen kann, können innerhalb weniger Stunden lebensbedrohliche Zustände eintreten.

Hinzu kommt, dass das Tier unter erheblichen Schmerzen leidet. Bereits hierdurch sind eine umgehende Untersuchung und Behandlung erforderlich.

Krankheit 4: Chinaseuche

Chinaseuche – auch als RHD bekannt – ist bei einem schweren Verlauf an den extremen Symptomen zu erkennen.

Die Krankheit ist hochansteckend und kann von Tier zu Tier aber auch durch Parasiten oder durch verbliebene Erreger auf Gegenständen übertragen werden.

Eine Impfung ist daher in jedem Fall sinnvoll, ebenso wie bei Myxomatose. Es handelt sich um eine Infektion, die durch Viren ausgelöst wird und mit starken Blutungen einhergeht.

Nur bei leichten Verläufen und einer frühzeitigen Behandlung sind Überlebenschancen gegeben.

So erkennst du Chinaseuche bei Kaninchen

RHD steht als Abkürzung für Rabbit Hemorrhagic Disease Virus.

Dieser Virus löst erhebliche Blutungen aus. Dadurch kann dein Kaninchen aus der Nase und aus dem After bluten. Hinzu kommen Fieber, Appetitverlust und Abgeschlagenheit.

Solltest du derlei Symptome bei deinen Tieren beobachten, ist umgehendes Handeln gefragt. Denn die Auswirkungen der Erkrankung steigern sich innerhalb kurzer Zeit.

Das solltest du bei Chinaseuche unternehmen

Ein umgehender Tierarztbesuch sollte auch in der Nacht oder am Wochenende erfolgen, denn es handelt sich um einen Notfall.

Durch die Behandlung der Symptome und entsprechende Medikamente kann der Gesamtzustand verbessert werden und der Organismus wird gestärkt. Im besten Fall bekämpft das Immunsystem die Erreger und es kommt zur Genesung.

Besser ist es jedoch, wenn du deine Kaninchen durch eine Impfung schützen lässt.

Krankheit 5: Darmverschluss

Bei einem Darmverschluss handelt es sich um ein ernstes Problem, das innerhalb kurzer Zeit zum Tode führen kann. Denn der Verschluss lässt Abschnitte des Darms absterben und vergiftet damit den Körper.

Leider ist er aber nicht einfach zu erkennen.

Denn es könnte sich bei vermindertem Kotabsatz ebenso um eine vorübergehende Verstopfung handeln.

Als Laie ist das nicht einfach zu erkennen. Daher solltest du in jedem Fall schnell handeln und eine Untersuchung durchführen lassen.

So erkennst du einen Darmverschluss bei Kaninchen

Dein Kaninchen setzt bei einem Darmverschluss erst weniger und dann gar keinen Kot mehr ab.

Der Bauch ist prall und hart.

Das Tier nimmt eine kauernde Schonhaltung ein und kann apathisch wirken. Zudem frisst es nicht mehr. Möglich ist auch Schmerzempfindlichkeit bei Berührungen.

Bei einem bereits bestehenden Darmverschluss kann Fieber hinzukommen.

Das solltest du bei einem Darmverschluss tun

Es handelt sich bei einer Verstopfung oder einem vollständigen Darmverschluss um einen lebensbedrohlichen Notfall.

Suche daher umgehend einen Tierarzt oder eine Tierklinik auf.

Besteht nur eine Verstopfung, können Flüssigkeit und Abführmittel zusammen mit entspannenden und krampflösenden Medikamenten helfen.

Bei einem Darmverschluss ist hingegen gegebenenfalls eine Operation erforderlich. Eine umgehende Behandlung entscheidet in jedem Fall über Leben und Tod.

Krankheit 6: Durchfall

Aufgrund ihrer empfindlichen Verdauung und der oftmals falschen Fütterung kann es bei Kaninchen schnell zu Durchfall kommen.

Der Kot ist dann weich oder flüssig und wird in großen Mengen abgesetzt. Hierfür können sich neben einer zu schnellen Futterumstellung auch abführende Lebensmittel verantwortlich zeigen, ebenso wie Stress, Parasiten oder ein Infekt.

Bei Diarrhoe gehen viel Flüssigkeit, aber auch Nährstoffe verloren, was zu schnell zu einer allgemeinen Schwächung führen kann.

Gerade bei jungen, alten oder vorerkrankten Kaninchen können dadurch in kurzer Zeit kritische und lebensbedrohliche Zustände eintreten.

Woran erkennst du Durchfall bei Kaninchen?

Der weiche bis flüssige Kot ist ein eindeutiges Anzeichen. Hinzu kann ein sehr starker, unangenehmer Geruch kommen.

Auch Blutbeimengungen sind möglich. Zudem kann das Fell im Bereich des Afters verkleben. Ein abgeschlagener Allgemeinzustand und Appetitlosigkeit gehen oftmals mit dem Durchfall bei Kaninchen einher.

Das solltest du bei Durchfall unternehmen

Suche zunächst einen Tierarzt auf, um den Durchfall untersuchen und stoppen zu lassen.

Die Zufuhr von Flüssigkeit kann durch eine Infusion erfolgen, wenn das Kaninchen bereits dehydriert ist.

Zudem wird die Ursache der Diarrhoe abgeklärt, was bei einem Parasitenbefall oder einer Infektion von entscheidender Bedeutung ist, um die richtige fortführende Therapie einzuleiten.

Krankheit 7: E. Cuniculi – Schiefhalskrankheit

E. Cuniculi ist auch als Schiefhalskrankheit bekannt, da die schiefe Haltung ein häufiges Anzeichen der Infektion ist.

Die Erreger tragen die meisten Kaninchen in sich.

Ein Ausbruch ist jedoch nur bei einem geschwächten Immunsystem zu befürchten.

Neben einem schräg gehaltenen Hals finden sich zahlreiche weitere Symptome, die nicht immer eindeutig auf die auch als E.C. bekannte Krankheit hinweisen. Dadurch wird es schwierig, die Infektion ohne entsprechende Untersuchung zu erkennen und zu diagnostizieren.

Woran erkennst du E. Cuniculi bei deinem Kaninchen?

Mögliche Symptome von E. Cuniculi sind unter anderem:

  • schiefer Kopf
  • Lähmungserscheinungen
  • Krämpfe
  • Orientierungslosigkeit
  • Augenerkrankungen
  • gestörte Koordination
  • Luftnot
  • hängende Mundwinkel
  • Schwierigkeiten bei der Aufnahme von Futter und Wasser

Das von dem Pilz betroffene Kaninchen wirkt in seinen Bewegungen tollpatschig und kann sich vermehrt verletzen. Zudem ist der Zustand insgesamt geschwächt.

Was solltest du bei E.C. unternehmen?

Geh sofort zum Tierarzt, denn eine umgehende Behandlung mit einem entsprechenden Mittel ist unerlässlich.

Die Heilung nimmt auch dann eine lange Zeit in Anspruch.

Viele Kaninchen erholen sich bei entsprechender Therapie jedoch nahezu vollständig und können anschließend ein normales Leben führen.

Krankheit 8: Kaninchenschnupfen

Kaninchenschnupfen ist eine bakterielle Infektion der Atemwege.

Die Erkrankung ist nicht vergleichbar mit einem Schnupfen oder einer Erkältung bei Menschen, denn bei Kaninchen kann sie tödlich enden.

Umso wichtiger ist es, dass du Kaninchenschnupfen frühzeitig erkennst und behandeln lässt. Denn nur dann sind gute Überlebenschancen gegeben.

Eine Therapie mit Antibiotikum, stärkenden Mitteln und gegebenenfalls sogar Infusionen gegen eine mögliche Dehydrierung sind angeraten.

Woran erkennst du Kaninchenschnupfen?

Kaninchenschnupfen beginnt für gewöhnlich mit trockenem Niesen und klarem Nasenausfluss.

In der Folge kann die Häufigkeit des Niesens zunehmen. Zudem verändert sich der Ausfluss, wird milchig und klebrig. Hierbei handelt es sich um eitriges Nasensekret, das auf die bakterielle Infektion hinweist. Atemnot, verklebtes und verkrustetes Fell im Bereich der Nase, Fieber, Appetitlosigkeit und Abgeschlagenheit sind häufige Symptome.

Das solltest du bei Kaninchenschnupfen tun

Lass den Kaninchenschnupfen schon beim ersten Verdacht darauf von einem Tierarzt untersuchen.

Durch eine Nasenspülung können die genauen Erreger festgestellt werden. Daraufhin lässt sich die beste Behandlung finden. Diese kannst du noch durch vitamin- und mineralstoffreiches Futter, Wärme und Ruhe unterstützen.

Krankheit 9: Kokzidiose

Kokzidien sind Parasiten, die den Darm oder die Leber und Nieren befallen können. Sie können sich für Abszesse im Körper verantwortlich zeigen und sorgen dafür, dass Nahrung nicht mehr richtig verdaut werden kann.

Unbehandelt führt ein Befall innerhalb weniger Tage zum Tod des Tieres.

Die Symptome der Kokzidiose sind leider oftmals nicht eindeutig, was die Diagnose erheblich erschweren kann. Es finden sich jedoch Veränderungen, die in jedem Fall von einem Tierarzt abgeklärt werden müssen.

Woran erkennst du Kokzidiose bei Kaninchen?

Bei Darmkokzidiose kommt es zu erheblichen Verdauungsstörungen, die sich in Blähungen und Durchfall aber auch in Verstopfung äußern können.

Zudem findet sich sehr viel Blinddarmkot, der im Normalfall gefressen wird, bei Kokzidiose jedoch liegen bleibt. Sowohl bei Darm- als auch bei Leberkokzidiose treten zudem die folgenden Symptome auf:

  • Appetitlosigkeit bis hin zum völligen Einstellen des Fressens
  • Gewichtsverlust
  • stumpfes Fell
  • Apathie
  • Aufgedunsener, harter Bauch
  • Schonhaltung

Was musst du bei Kokzidiose unternehmen?

Die Erkrankung kann nur mit den entsprechenden Medikamenten und einer umfassenden Behandlung geheilt werden.

Die Diagnose und Therapie müssen dafür schnell und frühzeitig erfolgen. Denn die Sterbensrate ist hoch, wenn nicht die richtigen Maßnahmen ergriffen werden.

Handle also umgehend, wenn du die beschriebenen Symptome bemerkst oder aus anderen Gründen eine Ansteckung befürchtest.

Krankheit 10: Madenbefall

Genau genommen handelt es sich bei einem Madenbefall zwar nicht um eine Krankheit, er kann jedoch die Folge einer Krankheit oder Verletzung sein, erheblichen Schaden anrichten und sogar bis hin zum Tode führen.

Denn die Maden können sich tief in und sogar durch Gewebe fressen und dabei Muskelmasse vernichten oder sogar in den Bauchraum vordringen.

Aufgrund der schnellen Schlupfzeit aus den Fliegeneiern und der großen Anzahl können so innerhalb weniger Stunden tödliche Zustände eintreten.

Die Gefahr ist vor allem im Sommer und bei unhygienischen Zuständen sehr hoch.

So erkennst du einen Madenbefall

Bei Wunden sowie Durchfall und damit verklebtem Fell legen Fliegen Eier im Fell oder direkt in der offenen Wunde ab.

Sie werden von dem Geruch und der Wärme angezogen. Bei warmer Umgebungstemperatur schlüpfen die Maden sehr schnell aus den Eiern und ernähren sich von Kot und Gewebe. Sie lassen sich im Fell und auf der Haut beobachten.

Das solltest du bei einem Madenbefall unternehmen

Gehe sofort zu einem Tierarzt!

Die Wunde muss ausgespült und alle Maden abgelesen werden. Abhängig von der Tiefe und dem Ausmaß des Gewebeschadens kann eine zusätzliche operative Reinigung notwendig sein.

Bei sehr tiefen Wunden, die bis in den Bauchraum reichen oder bereits große Teile der Muskulatur geschädigt haben, kann auch das Einschläfern notwendig sein.

Krankheit 11: Magenüberladung

Eine Magenüberladung kann erfolgen, wenn dein Kaninchen zu viel frisst oder sehr stark aufquellendes Futter – wie beispielsweise gepresste Pellets – zu sich nimmt.

Auch Fremdkörper, die den Ausgang zum Darm versperren, können sich dafür verantwortlich zeigen.

Es muss sich also nicht um ein einfaches „Überfressen“ handeln. Der Zustand ist dennoch sehr ernst zu nehmen. Denn organische Schäden bis hin zum Tod sind möglich.

Daher musst du bei dem Verdacht auf eine Magenüberladung schnell handeln.

Wie erkennst du eine Magenüberladung bei Kaninchen?

Der Bauch ist hart, stark im Umfang vergrößert und kann prall wirken.

Ebenfalls möglich sind Krämpfe, Schonhaltung, Schmerzen und Apathie.

Dein Kaninchen wird keine weitere Nahrung aufnehmen und kann mit den Zähnen knirschen. Dies sind eindeutige Hinweise für Schmerzen.

Trotz des dicken und vollen Bauchs findet kaum ein Kotabsatz statt, da der Verdauungstrakt überfordert ist oder es zu einer Stauung des Futters in Magen und Darm kommt.

Was musst du bei einer Magenüberladung tun?

Hierbei kann nur ein fachkundiger und mit Kaninchen erfahrener Tierarzt helfen.

Handelt es sich um einen Verschluss, kann sogar eine Operation notwendig sein. Besser ist es daher, einem solchen Zustand vorzubeugen.

Durch das richtige Futter und tägliche Kontrollen der Tiere lassen sich derartige Probleme vermeiden, das Risiko dafür minimieren oder Beschwerden fallen zumindest frühzeitig auf und können schnell entsprechend behandelt werden.

Krankheit 12: Myxomatose

Myxomatose ist eine Viruserkrankung, die innerhalb von zehn bis 14 Tagen oftmals tödlich verläuft.

Vorbeugend wirkt eine Impfung, die auch Kaninchen in reiner Wohnungshaltung in jedem Fall erhalten sollten.

Die Infektion zeigt sich bei einem akuten Verlauf sehr deutlich und ist daher vergleichsweise einfach zu erkennen.

Dennoch ist schnelles Handeln gefragt, um die Überlebenschancen zu erhöhen. Denn diese sind auch bei einer entsprechenden Therapie meist gering. Je zeitiger die Behandlung einsetzt, umso geringer ist jedoch das Risiko.

Woran kannst du Myxomatose erkennen?

Für Myxomatose typisch sind deutlich sichtbare Schwellungen. Diese treten vor allem in diesen Bereichen auf:

  • Augenlider
  • Nase
  • Mund
  • Lippen
  • Ohren
  • Genitalbereich

Hinzu kommt, dass die betroffenen Tiere apathisch sind, wenig bis gar nichts fressen und trinken. Ihr Allgemeinzustand verschlechtert sich daher schnell und sie werden zusehends schwächer.

Selbst ansonsten gesunde und kräftige Kaninchen versterben oftmals innerhalb von etwa zwei Wochen.

Was musst du bei Myxomatose unternehmen?

Eine tierärztliche Behandlung ist unerlässlich. Je früher diese beginnt, umso besser stehen die Chancen für eine vollständige Genesung.

Es ist jedoch besser, der Myxomatose vorzubeugen.

Das kannst du durch eine Impfung erreichen. Da die Infektion hochansteckend ist und auf verschiedenen Wegen erfolgen kann, müssen auch Tiere in reiner Wohnungshaltung durch regelmäßige Impfungen geschützt werden.

Krankheit 13: Parasiten

Parasiten können Fell und Haut befallen, beißen, stechen oder sich in die obersten Hautschichten eingraben.

Dabei handelt es sich um Milben, Flöhe, Zecken, Mücken und Stechfliegen. Diese werden auch als Ektoparasiten bezeichnet.

Bei den Endoparasiten handelt es sich um Organismen, wie Würmer oder Einzeller. Sie befallen das Tier innerlich.

Häufige Beschwerden sind dann Probleme im Bereich der Verdauung. Sie können dadurch das Tier so stark schwächen, dass extremes Untergewicht entsteht.

Woran sind Parasiten zu erkennen?

Bei einem äußerlichen Befall sind typische Symptome:

  • Schuppenbildung
  • Flohkot
  • Juckreiz
  • Rötungen
  • Haarverlust
  • Schwellungen

Handelt es sich hingegen um Würmer oder Einzeller, sind häufige Anzeichen:

  • Durchfall
  • Gewichtsverlust
  • Appetitlosigkeit
  • Apathie
  • harter, aufgedunsener Bauch

Die Konsistenz, Menge, Farbe und der Geruch des Kots können sich ebenfalls verändern. Zudem können Wurmeier oder -segmente sichtbar sein.

Was musst du bei einem Befall mit Parasiten tun?

Tierärzte können durch entsprechende Mittel dafür sorgen, dass die Parasiten beseitigt werden.

Zudem können Medikamente zum Aufbau des Gesundheitszustandes sinnvoll sein. Für Parasiten abschreckende Mittel – sogenannte Repellents – können einen Befall von vornherein verhindern oder zumindest das Risiko dafür verringern.

Krankheit 14: Tumore

Tumore können sich überall am und im Körper des Kaninchens bilden, gutartig oder bösartig sein.

Während maligne, also bösartige, Tumore, streuen und somit an verschiedenen Organen wachsen können, können selbst gutartige Gewächse für eine Einschränkung wichtiger Funktionen sorgen.

Sie sind in jedem Fall ernst zu nehmen und bedürfen einer schnellen Behandlung.

Knoten und Schwellungen unter der Haut können zwar auch sogenannte Grützbeutel sein, die Unterscheidung ist für Laien und ohne entsprechende Untersuchung sowie Biopsie jedoch nicht durchführbar.

Woran kannst du Tumore bei Kaninchen erkennen?

Tumore an den inneren Organen zu erkennen ist nur durch eingeschränkte Funktionen und einen verschlechterten Allgemeinzustand möglich.

Dementsprechend fallen sie oftmals erst sehr spät auf. Das erschwert die Diagnose und die Behandlung.

Bei Tumoren, die oberflächlich und damit durch die Haut spürbar oder sogar als Erhebung sichtbar sind, fällt die Diagnose leichter.

Was musst du bei einem Tumor tun?

Hier kann nur ein Tierarzt weiterhelfen.

In der Regel wird dieser zunächst das Gewächs abtasten und gegebenenfalls eine Biopsie durchführen, um die Zellart zu bestimmen.

Eventuell wird der Tumor – sofern möglich – direkt entfernt und die Zellart erst im Anschluss durch die Pathologie bestimmt. Zudem sind bildgebende Verfahren angeraten, um Metastasen auszuschließen oder diese ebenfalls frühzeitig operativ entfernen zu können.

Krankheit 15: Unterkühlung

Wenn Kaninchenfell nicht nur oberflächlich feucht, sondern durchnässt ist bis zur Haut, kann das schnell und selbst bei eher milden Temperaturen zu einer Unterkühlung führen.

Besonders gefährlich wird Nässe in den kalten Jahreszeiten, wenn deine Tiere in den Regen geraten. Dann reicht bereits eine kurze Zeit aus, um ernsthafte Probleme zu erzeugen.

Kreislaufbeschwerden, eine erhebliche Einschränkung des Immunsystems und sogar plötzlicher Tod sind möglich. Ein schnelles Trocknen und Wärmen des Kaninchens sind unerlässlich.

Woran erkennst du eine Unterkühlung bei Kaninchen?

Anzeichen für das Frieren ist wie beim Menschen auch das Zittern des ganzen Körpers. Die Kaninchen sitzen zusammengehockt und versuchen damit, die Körperoberfläche zu minimieren. Sie sind ansonsten ruhig und sparen damit Energie.

Die Ohren und Pfoten fühlen sich kalt an.

In der Folge können die Tiere schläfrig werden und dabei in einen Kälteschock fallen.

Was musst du bei einer Unterkühlung tun?

Trockne das Kaninchenfell mit einem Handtuch, Zellstoff oder einem Föhn und versuche es dabei immer wieder zu bürsten. Hierdurch wird es aufgelockert und die warme, trockene Luft dringt bis zur Haut durch.

Erhöhe die Zimmertemperatur und stelle deinem Tier ausreichend Flüssigkeit und energiereiche Nahrung zur Verfügung.

Handelt es sich um eine schwerwiegende Unterkühlung und ist dein Kaninchen schon nicht mehr richtig ansprechbar, musst du umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

Krankheit 16: Zahnprobleme

Die Nagezähne von Kaninchen wachsen ein Leben lang. Sie müssen sich abschleifen können, weswegen Raufutter oder faserreiches Futter von entscheidender Wichtigkeit ist.

Dennoch kann es durch Fehlstellungen, Stürze oder Entzündungen sowie zu harte Oberflächen dazu kommen, dass die Zähne abbrechen, zu lang werden oder schief stehen und sich daher in das Zahnfleisch bohren.

Ein Schiefstand kann zudem verhindern, dass sich die Zahnkanten richtig abnutzen. Hieraus entstehen gleich mehrere Probleme.

Wie kannst du Zahnprobleme bei Kaninchen erkennen?

Die Anzeichen dafür sind unter anderem:

  • übermäßiger Speichelfluss / Sabbern
  • Schwierigkeiten beim Fressen und Trinken
  • Gewichtsverlust
  • Zähneknirschen

Auch Blutungen, Mundgeruch, Rötungen und Schwellungen sowie eitriger Nasenausfluss können darauf hinweisen, dass im Bereich des Mundes und der Zähne ein Problem besteht.

Was kannst du bei Zahnproblemen tun?

Wenn du den Verdacht auf eine Entzündung, einen Abszess oder eine Fehlstellung hast – stell dein Kaninchen sofort einem Tierarzt vor.

Gegebenenfalls müssen die Zähne gekürzt oder gezogen werden, um Schmerzfreiheit zu erzielen und schwerere Verläufe zu verhindern. Denn bereits eine entzündete und vereiterte Zahnwurzel reicht aus, um Gewebe zu zerstören und einen langen Heilungsprozess zu erfordern.

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