Mundgeruch beim Kaninchen – 4 häufige Ursachen inkl. Behandlung

Mundgeruch beim Kaninchen weist häufig auf Probleme der Zähne und des Zahnfleischs hin. Ebenso können sich Verdauungsprobleme verantwortlich zeigen.

In jedem Fall ist eine Untersuchung erforderlich, denn Mundgeruch ist bei den Tieren nicht normal.

In diesem Beitrag verraten wir dir mögliche Ursachen und verraten dir außerdem, was du gegen Mundgeruch bei deinem Kaninchen tun kannst.

Los geht’s!

Mundgeruch beim Kaninchen: Erste Schritte

Stinkt dein Kaninchen auffallend aus dem Maul, ist das in jedem Fall ein Grund zur Sorge. Denn er ist immer die Folge einer Krankheit, Verletzung oder eines anderen Problems.

Um die richtige Behandlung zu ermöglichen, muss zunächst die Ursache bekannt sein.

Die Suche danach ist nicht immer einfach und sollte unbedingt zeitnah durch einen Tierarzt erfolgen.

Diesem kannst du bei der Anamnese und Diagnose helfen, wenn du dein Kaninchen genau beobachtest und dadurch wichtige Informationen bietest. Zu diesen gehören unter anderem die Antworten auf die folgenden Fragen:

  • Wie sieht die Zusammenstellung des Futters aus?
  • Kontrollierst du Zahnfleisch und Zähne regelmäßig?
  • Funktionieren Fressen und Trinken problemlos?
  • Ist der Absatz von Kot normal?
  • Neigt das Tier zu Blähungen oder hatte in der letzten Zeit einen harten Bauch?
  • Besteht oder bestand starker Speichelfluss?

All diese Faktoren können entscheidende Hinweise sein und die Suche nach dem Auslöser beschleunigen.

Mögliche Ursachen erfährst du im nächsten Kapitel.

Die häufigsten Ursachen für Mundgeruch

#1: Futterreste

Im Maul verklemmte Futterreste verderben und gären. Hierdurch kann ein unangenehmer Geruch auftreten.

Das Risiko dafür ist größer, wenn ein Problem im Bereich der Zähne besteht. Dazu gehören unter anderem Risse in der Zahnsubstanz oder Spitzen durch ungleichmäßige Abnutzung.

Zu lange Zähne können zudem das Nagen und Kauen erschweren, wodurch dein Tier größere Stücke aufnimmt, die sich zwischen den Zähnen oder Kiefern verklemmen können.

Auch Fehlstellungen und Verletzungen nach einem Sturz oder Kampf sind mögliche Gründe.

Gegenmaßnahmen

Die Behandlung hier ist sehr einfach, solange sie frühzeitig erfolgt: Es muss lediglich das Futter entfernt werden.

Gegebenenfalls ist es im Anschluss erforderlich, die Fehlstellung oder Länge der Nagezähne zu korrigieren. Hierfür ist in der Regel ein operativer Eingriff erforderlich.

#2: Entzündungen

Entzündetes Gewebe, vereiterte Zahnwurzeln und Abszesse können ebenfalls einen unangenehmen Geruch erzeugen. Auslöser hierfür sind Bakterien, die für die Zersetzung von Gewebe und die Bildung von Eiter sorgen.

Hierdurch kann dein Kaninchen aus dem Mund nach Verwesung oder unangenehm süßlich riechen.

Typisch ist hier ebenso wie bei Schäden an den Zähnen, dass Fressen und Trinken schwerfallen und eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich sind. Dein Kaninchen kann zudem mit den Zähnen knirschen, weil es durch die Entzündungen unter Schmerzen leidet.

Entzündete Zahnwurzeln erkennst du in der Regel nicht, Infektionen sind jedoch durch Rötungen, Schwellungen und gegebenenfalls durch sichtbare Eiterbildung gekennzeichnet. Ein gesteigerter Speichelfluss ist ebenfalls möglich.

Gegenmaßnahmen

Eine Behandlung besteht meist aus Gabe von Antibiotikum.

Zusätzlich kann es notwendig sein, einen Zahn zu ziehen und gegebenenfalls kurzzeitig nur weiche Nahrung anzubieten oder das Kaninchen sogar mit Brei zu füttern, um einen zu starken Gewichtsverlust zu verhindern.

#3: Gärendes Futter

Stark gärendes oder blähendes Futter sorgt dafür, dass im Magen und Darm verstärkt Gase gebildet werden. Dies kann einen negativen Einfluss auf den Verdauungstrakt haben.

Neben Blähungen, Krämpfen und Schmerzen kann hierbei auch Gas aufsteigen und für Mundgeruch bei deinem Kaninchen sorgen.

Ein aufgeblähter, harter Bauch ist ein typisches Anzeichen für Beschwerden im Bereich der Verdauung. Ebenso können gluckernde oder grummelnde Geräusche auftreten.

Auch das Auftreten von Durchfall ist möglich.

Gegenmaßnahmen

Die beste Vorbeugung ist eine ausgewogene und angepasste Ernährung, bei der du nur schrittweise neue Speisen einführst und diese zunächst in kleinen Mengen testest. Eine Behandlung kann die Gabe von ätherischen Ölen zur Beruhigung der Verdauung beinhalten.

#4: Diabetes

Besonders auffällig und stark ist der Mundgeruch bei Diabetes.

Die Zuckerkrankheit kann bei extremen Blutwerten dafür sorgen, dass der Atem fruchtig oder nach Aceton riecht. Der Geruch kann beispielsweise an überreifes Obst, chemische Substanzen oder hochprozentigen Alkohol erinnern.

In jedem Fall handelt es sich hierbei um eine gefährliche Situation. Denn tritt Mundgeruch bei Diabetes auf, spricht diese für eine starke Über- oder Unterzuckerung.

Gegenmaßnahmen

In der Regel wirkt dein Kaninchen zusätzlich apathisch und kann sogar ins Koma fallen. Bring es daher sofort zu einem Tierarzt oder in eine Tierklinik.

Durch den Ausgleich und die Anpassung der Insulin- und Zuckerwerte sowie eine anschließende Einstellung der Medikation lassen sich schlimmere Folgen verhindern.

Bewährte Tipps zur Vorbeugung

Besser als eine Behandlung ist die Vorbeugung von möglichen Auslösern des Mundgeruchs bei Kaninchen. Dazu gehören verschiedene Faktoren, wie die Fütterung und Kontrollen.

#1: Ernährung beachten

Deinem Tier muss stets Heu zur Verfügung stehen, um die Zähne abzuschleifen.

Zudem solltest du auf stark zuckerhaltige oder stärkehaltige Nahrung verzichten oder diese nur in sehr kleinen Mengen anbieten. Getrocknetes Brot und süßes Obst dürfen nicht täglich auf dem Speiseplan stehen.

Besser ist es, sie nur gelegentlich in sehr geringen Mengen als Belohnung anzubieten!

Vermeide plötzliche Umstellungen und füttere nie zu viel Neues auf einmal. Wenn du diese Regeln beachtest und zusätzlich den Freilauf auf giftige Pflanzen und andere potenzielle Gefahren kontrollierst, lassen sich zahlreiche Probleme vermeiden.

#2: Führe regelmäßige Kontrollen durch

Untersuch dein Kaninchen am besten täglich und schau ihm dabei auch in den Mund.

Schäden an den Zähnen sowie Verletzungen oder Entzündungen fallen dabei sofort auf. Das ermöglicht eine frühzeitige Behandlung, erhöht die Erfolgschancen der Therapie und vereinfacht diese.

Hinzu kommt, dass dir auch Störungen der Verdauung und weitere Veränderungen schneller auffallen.

Hat dein Kaninchen in letzter Zeit weniger Appetit, trinkt auffällig viel und hat Gewicht verloren? Diese Symptome sprechen für Diabetes und erfordern eine umgehende tierärztliche Behandlung.

#3: Vermeide Stürze

Bei Stürzen kann es zu Verletzungen kommen, die zunächst unbemerkt bleiben.

Befinden sich diese im Mundbereich, können Knochen und Schleimhaut betroffen sein. Ebenfalls möglich sind Gehirnerschütterungen und innere Blutungen.

Du solltest daher das Kaninchenheim und den Freilauf sicher gestalten und größere Höhenunterschiede vermeiden. Achte zudem auf eine sichere Trageweise, denn die Tiere sind sehr wendig und können sich förmlich aus deinen Händen winden.

#4: Verhindere gefährliches Nagen

Nagt dein Kaninchen an den Gitterstäben des Käfigs, an Kunststoff, Kabeln oder den Wänden, ist das nicht nur aufgrund der Schäden ärgerlich für dich – sondern gefährlich für das Tier. Denn die Materialien sind zu hart für die Zähne und können Schäden erzeugen.

Abgebrochene Zähne oder Verletzungen im Mund sind möglich.

Ebenso solltest du darauf achten, dass das Tier keinen Stoff benagt. Knabbert es an Teppich, Vorhängen oder einem Handtuch, können sich Fasern im Magen zusammenballen und zu einer Verstopfung oder einem vollständigen Verschluss des Darms führen.

Unterstütze es zusätzlich bei der Fellpflege, um größere Ansammlungen von Haaren im Verdauungstrakt zu vermeiden. Denn auch eine Verstopfung kann zu Mundgeruch bei deinem Kaninchen führen.

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