Kaninchen bewegt sich kaum: 7 schockierende Gründe + Hilfe

Wenn sich dein Kaninchen kaum noch bewegt und teilweise apathisch im Stall liegt, können unterschiedliche Gründe dafür verantwortlich sein.

Eines vorweg: Keine Ursache kann als „harmlos“ beschrieben werden.

Schnelles Handeln ist gefragt!

Aus diesem Grund verraten wir dir in diesem Beitrag die 7 häufigsten Ursachen dafür, dass sich kein Kaninchen nicht mehr bewegt und geben dir außerdem bewährte Tipps an die Hand, wie du sofort Maßnahmen dagegen ergreifen kannst.

Kaninchen bewegt sich nicht: Erste Sofortmaßnahmen

Wenn sich dein Kaninchen kaum oder gar nicht bewegt, ist das zunächst erschreckend.

Um die richtige Behandlung anzugehen, musst du es im ersten Schritt unbedingt anfassen und vorsichtig abtasten.

Kannst du den Grund selbst nicht erkennen, such umgehend einen Tierarzt auf.

Kennst du dein Tier bereits sehr gut und kannst wichtige Fragen beantworten, ist das von Vorteil. Denn dann lässt sich der Auslöser meist schneller finden, da die Suche gezielter erfolgen kann.

Die folgenden Fragen helfen dir dabei, wichtige Informationen zu sammeln und die Ursache, in Absprache mit dem Tierarzt, möglichst genau zu identifizieren:

  • Was hat das Kaninchen in den letzten Tagen gefressen?
  • Trinkt und frisst dein Tier?
  • Kann dein Kaninchen gestürzt sein?
  • Hatte es Freilauf in der Wohnung oder im Garten?
  • Hat die Mobilität plötzlich abgenommen oder wirkte das Tier zuvor krank?
  • Wird das Kaninchen mit anderen Tieren zusammengehalten?
  • Steht der Käfig an einem sicheren und ruhigen Platz?

Schauen wir uns nun im Detail die 7 häufigsten Gründe dafür an, dass sich dein Kaninchen nicht mehr bewegt.

#1: Verdauungsstörungen

Ein möglicher Grund für weniger Bewegung kann im Bereich der Verdauung liegen. Blähungen, Krämpfe oder Schmerzen im Bauch sein.

Diese treten unter anderem auf, wenn:

  • falsches Futter gegeben wurde
  • du stark blähendes Gemüse anbietest
  • eine plötzliche Futterumstellung erfolgt ist
  • eine Verstopfung besteht
  • falsche Materialien angeknabbert wurden

Oft wirkt der Bauch gebläht und hart. Das Tier kann zudem mit den Zähnen knirschen.

Weitere Anzeichen sind:

Dein Kaninchen kann zudem empfindlich auf Berührungen des Bauchs reagieren.

Behandlung

Such bei Störungen der Verdauung in jedem Fall sofort einen Tierarzt auf.

Bei leichten Blähungen besteht zwar keine große Gefahr, durch pflanzliche Mittel oder sanfte Medikamente können die Beschwerden aber dennoch gelindert werden.

Anders verhält es sich bei einem Darmverschluss.

Dieser kann beispielsweise dann entstehen, wenn dein Kaninchen Textilien angenagt hat oder beim Putzen zu viel Fell geschluckt hat.

In diesen Fällen besteht Lebensgefahr und der Zustand kann sich rapide verschlechtern. Tierarzt oder Tierklinik müssen daher sofort aufgesucht werden.

Handelt es sich lediglich um eine Verstopfung, kann ein Abführmittel zum Einsatz kommen.

Der Kot wird dadurch weicher und lässt sich einfacher absetzen.

Bei einem Verschluss ist hingegen ein operativer Eingriff erforderlich. Denn Abschnitte des Darms können absterben, was zu einer Sepsis führt.

Vorbeugung

Um Problemen im Bereich des Verdauungstraktes vorzubeugen, kannst du einiges unternehmen.

Wir haben für dich wichtige Tipps zusammengestellt:

  • Ernährung: Vermeide plötzliche Umstellungen des Futters und stark blähende Futtermittel, wie Kohl.
  • Vorsicht im Freilauf: Wenn du dein Kaninchen in der Wohnung frei laufen lässt, bestehen einige Gefahren. Gardinen, Teppiche und Tapete sind neben giftigen Pflanzen und Stromkabeln mehr als problematisch. Denn nagt dein Kaninchen an Wohntextilien oder der Wand, erhöht das die Gefahr für Verstopfungen und einen Darmverschluss.
  • Unterstützt die Fellpflege: Gerade langhaarige Rassen neigen dazu, beim Putzen viele und lange Fellhaare aufzunehmen. Diese können sich im Magen zusammenballen und zu einem Bezoar werden. Dabei handelt es sich um eine Art Stein, der aus organischem Material besteht und den Darm verschließen kann. Regelmäßiges Bürsten und das Anbieten von rauen Oberflächen zum Abreiben der Haare können dem vorbeugen.

#2: Vergiftungen

Giftige Zimmerpflanzen, Medikamente und Reinigungsmittel können zu einer Vergiftung führen.

Neben Beschwerden im Bereich der Verdauung sind auch erhebliche Auswirkungen auf das Nervensystem möglich. Dein Kaninchen bewegt sich dann nicht oder kaum, weil es desorientiert ist, unter Übelkeit und Schmerzen leidet.

Potenzielle weitere Anzeichen sind:

Ein umgehender Tierarztbesuch ist dringend notwendig, denn dein Kaninchen schwebt in Lebensgefahr.

Therapie

Wenn möglich, kann ein Gegenmittel gegeben werden. Sollte das nicht der Fall sein, lassen sich zumindest die Symptome behandeln.

Du musst jedoch leider damit rechnen, dass eine Vergiftung tödlich endet.

Das ist unter anderem bei blutverdünnenden Mitteln der Fall. Denn bei diesen kann es zu inneren Blutungen kommen, die oftmals lange unerkannt bleiben.

Vorbeugende Maßnahmen

Stell sicher, dass sich keine potenziell gefährlichen Stoffe in der Umgebung deines Kaninchens befinden. Zu diesen gehören:

  • Zimmerpflanzen
  • giftige Pflanzen im Freilauf
  • Reinigungsmittel
  • Medikamente
  • Gift (beispielsweise gegen Ratten)
  • Dünger
  • Pestizide

#3: Verletzungen

Verletzungen des Bewegungsapparates führen dazu, dass dein Kaninchen eine Schonhaltung einnimmt. Es versucht also beispielsweise, die verstauchte Pfote zu entlasten.

Das macht normales Laufen schwierig.

Ebenso verhält es sich bei Brüchen und Zerrungen. Diese Probleme entstehen oftmals durch Stürze.

Ebenso ist es aber möglich, dass dein Kaninchen durch Stress oder falsches Halten versucht sich zu winden und sich dabei verletzt, etwas im Freilauf auf das Kaninchen fällt oder es sich einklemmt.

Auch bei der Flucht vor (vermeintlichen) Gefahren können sich die Tiere etwas überdehnen oder gegen Hindernisse stoßen.

Therapie

Bei Verletzungen von Knochen, Sehnen oder Bändern aber auch bei Verspannungen, Zerrungen oder Überdehnungen ist in jedem Fall eine tierärztliche Untersuchung erforderlich.

Die Behandlung erfordert gegebenenfalls eine Ruhigstellung, die Gabe von Schmerzmitteln oder Entzündungshemmern.

Vorbeugen

Stürze zu vermeiden und potenzielle Verletzungsgefahren zu beseitigen reduziert das Risiko für Brüche und andere Beschwerden.

Du solltest daher beim Tragen einen sicheren Griff anwenden, sowie im Käfig oder Stall und während des Freilaufs darauf achten, dass keine zu großen Höhenunterschiede gegeben sind.

Vom Schlafhaus zu springen ist in der Regel nicht problematisch, besteht der Käfig jedoch aus mehreren Etagen, sollten sich die Treppen nicht direkt übereinander befinden.

#4: Erkrankungen

Von Infektionen bis hin zu Arthrose kann sich eine große Anzahl von Erkrankungen für verringerte Bewegungsfähigkeit verantwortlich zeigen. Bei Infektionen ist dein Kaninchen eventuell so stark geschwächt, dass es sich nur schwer bewegen kann und müde ist.

Bei Arthrose oder Arthritis bestehen hingegen erhebliche Schmerzen bei den Bewegungen, sodass dein Tier diese so weit wie möglich vermeiden wird.

Auffällig ist hierbei, dass sich die Probleme in der Regel nicht plötzlich einstellen. Stattdessen verstärken sie sich allmählich.

Behandlung

Für gewöhnlich besteht die Therapie aus dem Verabreichen von Medikamenten.

Für eine erfolgreiche Behandlung sind jedoch umfassende Untersuchungen erforderlich. Handelt es sich um eine Infektion, reichen meist Antibiotika aus. Anderenfalls können Schmerzmittel, Muskelrelaxantien und entzündungshemmende Mittel zum Einsatz kommen.

Je nach Ursache kannst du die Therapie durch pflanzliche Mittel, Wärme und Schonung unterstützen. Pauschale Angaben hierzu gibt es jedoch nicht, da viele individuelle Faktoren eine Rolle spielen.

Vorbeugung

Eine artgerechte Haltung mit ausgewogener Ernährung und ausreichend Schutz sowie Bewegung ist entscheidend für die Gesunderhaltung. Auch mit dieser gibt es allerdings keine Garantie, dass Infektionen oder Erkrankungen der Gelenke verhindert werden können.

Gut trainierte und versorgte Muskeln sind jedoch in jedem Fall wichtig, um Knochen, Bänder und Sehnen zu schützen.

Ermögliche deinen Kaninchen daher täglich, zu rennen und zu springen. Das verbessert zusätzlich die Durchblutung und Versorgung und damit das Immunsystem.

#5: Angst und Stress

Kaninchen sind sensible Tiere. Sie ergreifen bei drohender oder empfundener Gefahr die Flucht, erschrecken sich schnell und sind insgesamt ängstlich.

In Käfigen, Ställen und Gehegen können die Tiere nicht flüchten. Oftmals reicht der Platz kaum für ein richtiges Schlafhaus aus. Hierdurch können sich die Kaninchen bei Stress nicht zurückziehen und erstarren somit aus Schreck und Angst.

Die Starre löst sich, sobald die Ursache verschwunden ist.

Dennoch handelt es sich hierbei um ein Problem, das du ernst nehmen solltest. Denn häufiger Stress oder Angst kann sich nicht nur auf das Verhalten, sondern auch auf die gesamte Gesundheit auswirken.

Die Anfälligkeit für Krankheiten steigt. Zudem können sich Probleme im Bereich des Herz-Kreislauf-Systems einstellen.

Bei sehr großer Belastung wird Stress lebensbedrohlich.

Such daher einen ruhigen und sicheren Standort für die Unterkunft deines Kaninchens. Vermeide ständige schnelle Bewegungen, laute Geräusche und halte, wenn nötig, andere Haustiere wie Katzen und kleine Kinder von deinen Kaninchen fern.

Biete zudem ausreichend Platz und Versteckmöglichkeiten. Diese geben Sicherheit und Schutz.

#6: Konflikte mit Artgenossen

Kaninchen werden oftmals allein gehalten, obwohl sie soziale Tiere sind und den Kontakt zu Artgenossen benötigen. Das gilt aber nur dann, wenn sich die Nager untereinander gut verstehen und ausreichend Platz zur Verfügung haben.

Anderenfalls ist das Risiko für Konflikte sehr hoch. Kämpfe oder andere Aggressionen zwischen den Tieren können dafür sorgen, dass sich ein Kaninchen kaum noch bewegt. Es traut sich dann als Unterlegener nicht, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, normal zu fressen oder zu trinken.

Vorbeugung

Biete deinen Kaninchen ausreichend Platz und mehrere Rückzugsmöglichkeiten.

Beobachte zudem genau, wie sie sich untereinander verstehen.

Duckt sich ein Kaninchen mit angelegten Ohren auf den Boden oder scheint sich nicht frei bewegen zu wollen, kann das auf eine schlechte Unverträglichkeit untereinander hinweisen.

Bei der Zusammenführung von Kaninchen solltest du daher richtig vorgehen und zudem auch danach genau auf die Tiere achten. Denn das Verhalten und die Beziehung zwischen ihnen kann sich im Laufe der Zeit verändern, was unter anderem in gefährlichen Kämpfen resultieren kann.

#7: Altersschwäche

Wie andere Lebewesen auch werden Kaninchen im höheren Alter langsamer und sind weniger agil. Das muss nicht zwingend auf gesundheitliche Probleme hinweisen. Dennoch ist es bei Senioren sinnvoll, regelmäßige tierärztliche Untersuchungen durchführen zu lassen.

Auf diese Weise werden Krankheiten oder andere Beschwerden frühzeitig erkannt und können entsprechend behandelt werden. Einschränkungen lassen sich so länger gering halten.

Zusätzlich zu der Untersuchung durch den Tierarzt ist es wichtig, dass du dein Tier kontrollierst.

Überprüfe, ob es ausreichend trinkt und frisst.

Taste es zudem am besten täglich ab und beobachte das Verhalten genau. Veränderungen fallen dir dann direkt auf und du kannst schneller entsprechende Maßnahmen ergreifen.

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