Schreck: Kaninchen hat blutige Nase – Ursachen und Behandlung

Wenn du bei deinem Kaninchen eine blutige Nase feststellst, handelt es sich häufig um einen Notfall.

Verletzungen, Infektionen und Tumore können sich dafür verantwortlich zeigen.

In diesem Beitrag verraten wir dir mögliche Ursachen für Nasenbluten bei deinem Kaninchen und geben dir außerdem passende Behandlungsmethoden an die Hand, die sich sofort und leicht umsetzen lassen.

Blutiger Nasenausfluss beim Kaninchen

Nasenbluten bei deinem Kaninchen ist für dich mit Sicherheit erschreckend.

Für die Abklärung der Ursache solltest du zwar sofort einen Tierarzt aufsuchen, dass Wissen um die möglichen Auslöser kann aber dennoch hilfreich sein, um ihnen vorzubeugen oder zumindest das Risiko zu senken und richtig zu agieren.

Die häufigsten Ursachen verraten wir dir jetzt.

#1: Verletzungen der Schleimhäute

Die Nasenschleimhaut ist bei Kaninchen ebenso wie bei Menschen und anderen Säugetieren sehr empfindlich. Sie trocknet schnell aus und kann reißen und bluten, da sich die Blutgefäße nahe an der Oberfläche befinden.

Neben einer zu geringen Luftfeuchtigkeit können sich auch andere Reizungen für Blutungen verantwortlich zeigen. Dazu gehören:

  • anhaltendes Niesen, beispielsweise durch Staub
  • eingeatmete Fremdkörper, wie Heu
  • Kratzen
  • Kämpfe

Bei sehr leichten Blutungen aus der Nase kann sich ein einzelnes Stück Stroh verantwortlich zeigen.

Auch eine (gespaltene) Kralle kann Nasenbluten auslösen, wenn sich dein Tier damit an der Nase kratzt.

Besteht eine Allergie oder ist die Umgebung sehr staubig, könnte zudem ein Blutgefäß platzen. In der Regel tritt hierbei jedoch nur wenig Blut aus, das schnell an den Nasenlöchern verkrustet. Oftmals findet sich der Ausfluss zudem nur auf einer Seite.

Dennoch musst du in diesen Fällen einen Tierarzt aufsuchen. Denn handelt es sich um einen Fremdkörper, muss dieser entfernt werden. Anderenfalls ist mit Infektionen zu rechnen.

Auch bei einer Allergie sind Therapie und zusätzlich Vorbeugung erforderlich. Denn bei fortgesetztem Kontakt zu dem jeweiligen Auslöser kann sich der Zustand innerhalb kurzer Zeit erheblich verschlimmern.

#2: Infektionen

Schnupfen und Erkältung sind für Menschen selten ernsthafte Erkrankungen.

Bei Kaninchen verhält sich dies anders!

Hier kann eine solche Infektion schwerwiegend verlaufen. Sie spricht für ein geschwächtes Immunsystem und kann sogar zum Tod führen.

Aufgrund der bei Infektionen bestehenden entzündlichen Reaktionen leidet zudem auch die Schleimhaut. Sie schwillt an, wird stärker durchblutet und sondert mehr Flüssigkeit ab. Hinzu kommt, dass Gerüche oder Staub die ohnehin empfindliche Kaninchennase sehr stark reizen kann.

Blutiger Ausfluss ist daher bei Erkrankungen der oberen Atemwege keine Seltenheit.

Typisch ist, dass kein reines Blut austritt. Es wirkt heller und wässriger, da es sich mit dem Sekret der Nasenschleimhaut vermengt. Verkrustungen an den Nasenlöchern können jedoch ebenfalls auftreten.

Infektionen müssen allerdings nicht direkt die Nasenschleimhaut oder die Atemwege generell betreffen. Auch eine Entzündung im Bereich der Kiefer oder der Zähne kann sich verantwortlich zeigen. Denn ausgehend von der Mundschleimhaut können sich Viren oder Bakterien beispielsweise über den Speichel beim Ablecken des Nasenbereichs ausbreiten oder durch Abszesse beziehungsweise die Zerstörung von Gewebe im Mund auf die Nase übergreifen.

Blutet dein Kaninchen aus der Nase, solltest du daher auch die Zähne sowie den Oberkiefer überprüfen.

Zeigen sich hier Blutungen, Rötungen oder Schwellungen, handelt es sich dabei um einen möglichen Auslöser.

Charakteristische Anzeichen von einer sich ausbreitenden Entzündung im oralen Bereich sind Schwierigkeiten beim Fressen und Trinken, Mundgeruch und eitriger Ausfluss.

#3: Stürze oder Schläge

Eine blutende Nase bei deinem Kaninchen kann neben kleineren Verletzungen, Fremdkörpern oder Infektionen auch durch Stürze und Schläge ausgelöst werden.

Springt das Tier von einer riskanten Höhe, fällt herunter oder rennt aus Panik gegen eine harte Oberfläche, kann es unter anderem zu einer Gehirnerschütterung kommen. Zudem ist ein Schädelbruch oder ein Nasenbruch möglich.

Kommt es zu einem erhöhten Hirndruck, können ebenso Blutungen auftreten wie bei einer Fraktur der Knochen im Schädelbereich.

Erhöht sich der Hirndruck aufgrund eines Unfalls, kann das unter anderem durch Benommenheit bis Apathie und unkoordinierte Bewegungen auffallen.

Ungewöhnliches Verhalten und eine blutende Nase stellen immer einen lebensbedrohlichen Zustand dar. Such daher sofort einen Tierarzt oder eine Tierklinik auf. Die Behandlung kann umfassend sein und einen chirurgischen Eingriff erfordern. Je zeitiger dieser erfolgt, desto höher sind die Chancen auf eine vollständige Heilung.

#4: Parasiten und Insekten

Eine blutige Nase lässt sich bei Kaninchen auch auf Parasiten, wie Haarlinge, Milben oder Flöhe zurückführen. Ebenso kann es sich beispielsweise um einen Stich von Insekten handeln, der Juckreiz und Schmerzen auslöst.

Durch die damit einhergehenden Beschwerden kann dein Kaninchen sich die betroffene Stelle aufreiben oder aufkratzen.

Die Wunde ist nicht immer gut sichtbar, da sie unter dem Fell liegen kann.

Schwellungen und Rötungen sind jedoch häufig, sodass du bei einer Kontrolle eine oder mehrere Stichstellen sehen kannst. Handelt es sich um Flöhe, ist zudem meist vergleichsweise einfach zu erkennender Floh-Kot vorhanden.

Eine Behandlung besteht hier zum einen aus der Linderung der Symptome und zum anderen aus der Entfernung der Parasiten.

Hierfür sind sogenannte Repellents notwendig, die die Milben oder Flöhe abschrecken.

Zudem muss die Umgebung gründlich gereinigt werden. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass weitere Tiere aus Eiern ausschlüpfen, die sich im Käfig, dem Freilauf oder auch im Fell befinden.

Haben sich die Kratzwunden entzündet, ist zudem Desinfizieren und das Auftragen einer antibiotischen Salbe erforderlich.

#5: Tumore

Tumore und Geschwüre im Bereich der Atemwege können ebenfalls bluten.

Die Möglichkeiten der Behandlung sind hierbei deutlich schlechter als bei einer einfachen Infektion. Oftmals ist bereits die Diagnose mit einem sehr hohen Aufwand verbunden.

Die Symptome können zudem vielseitig sein, wodurch sich derartige Ursachen meist erst spät und auch dann nur schlecht erkennen lassen.

Nasenbluten beim Kaninchen vorbeugen

Eine blutige Nase bei Kaninchen zu verhindern ist nicht immer möglich. Du kannst allerdings einige Maßnahmen ergreifen, um das Risiko dafür zu senken.

Regelmäßige Kontrollen

Zähne, Augen, Ohren und Krallen sollten immer wieder überprüft werden.

Auch Haut und Fell zu untersuchen ist sinnvoll, damit ein Parasitenbefall frühzeitig auffällt und entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden können.

Gefahren aus dem Käfig entfernen

In Stall oder Käfig können scharfe, spitze oder sehr harte Oberflächen zur Gefahr werden. Das gilt ebenso für das Gehege oder den Freilauf in der Wohnung.

Halten und tragen üben

Um gefährlichen Stürzen vorzubeugen, solltest du dein Kaninchen sicher halten und tragen können. Übe daher zunächst über weichen Untergründen.

Große Höhen vermeiden

In Ställen oder Käfigen mit mehreren Etagen sollten die Abstände der einzelnen Stöcke nicht zu groß sein und die Treppen nicht direkt übereinander liegen.

Anderenfalls können deine Kaninchen stürzen.

Das kann wiederum nicht nur zu einer blutigen Nase führen, sondern erhebliche Verletzungen nach sich ziehen.

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