Kaninchen trinkt nicht – Ursachen und Behandlung

Wenn ein Kaninchen nicht trinkt, können sich dafür verschiedene Ursachen verantwortlich zeigen.

Häufig ist der Grund in Zahnproblemen, Störungen der Verdauung oder anderen gesundheitlichen Störungen zu suchen.

Achtung: Gerade bei kleinen, jungen oder alten Tieren wird die fehlende Versorgung schnell gefährlich.

Grund genug also, diesem Problem auf den Grund zu gehen. Genau das wollen wir mit diesem Beitrag machen. Wir zeigen dir nämlich die häufigsten Ursachen dafür, dass dein Kaninchen nicht mehr trinkt und geben dir außerdem bewährte Gegenmaßnahmen an die Hand.

Wie wichtig ist die Wasserversorgung?

Kaninchen sind ebenso wie andere Säugetiere auf eine ausreichende Versorgung mit Wasser angewiesen.

Trinkt dein Tier nicht oder zu wenig, kann das schwere Folgen nach sich ziehen.

Dazu gehören etwa Nierenschäden, zu fester Kot oder eine sinkende Abwehr von Krankheitserregern. Fehlende Flüssigkeitszufuhr kann zudem innerhalb weniger Tage zum Tode führen.

Du musst also immer darauf achten, dass dein Kaninchen genug trinkt, beziehungsweise ausreichend Flüssigkeit aufnimmt.

Ist dies nicht der Fall, suche umgehend einen Tierarzt auf!

Dieser kann beispielsweise durch Infusionen eine akute Dehydrierung ausgleichen und sollte selbstverständlich auch die Ursache für das fehlende Trinken beheben.

Was kann dazu führen, dass dein Kaninchen nicht ausreichend Wasser trinkt?

In diesem Kapitel haben wir dir häufigsten Ursachen für dich gesammelt, die zu einer Verweigerung der Flüssigkeitsaufnahme führen können.

#1: Zahnprobleme

Die Nagezähne von Kaninchen wachsen das ganze Leben.

Steht ausreichend Raufutter zur Verfügung, können sich die Zähne abwetzen und das Wachstum wird reguliert. Bei Fehlstellungen oder dem falschen Futter ist dies jedoch nicht der Fall. Die Zähne werden in diesem Fall zu lang und können sowohl das Essen als auch das Trinken erschweren oder sogar unmöglich werden lassen.

Kontrolliere daher regelmäßig, ob die Zähne deines Tieres kurz genug sind und es frei von anderen Problemen ist.

Zu diesen gehören beispielsweise:

  • Fehlstellungen
  • abgebrochene oder gespaltene Zähne
  • ungleichmäßige Abnutzung der Zähne

In diesen Fällen kann nur eine Korrektur durch den Tierarzt erfolgen. Oftmals ist hierzu eine Narkose erforderlich, um beispielsweise die Zähne zu kürzen oder gegebenenfalls Spitzen abzuschleifen.

#2: Entzündungen

Entzündungen der Mundschleimhaut oder Zunge können auf verschiedenen Wegen entstehen. Verletzungen durch eingestochenes Futter sind ebenso möglich wie das Benagen von ungeeigneten Materialien oder Stürze.

Ist eine Wunde im Bereich des Mundes vorhanden, kann sich diese durch Viren und Bakterien infizieren. Die daraus folgende Schwellung und die damit einhergehenden Schmerzen können dein Kaninchen davon abhalten, richtig zu fressen und zu trinken.

Im Normalfall sind diese Entzündungen einfach zu erkennen:

  • Vermehrter Speichelfluss
  • Zähneknirschen
  • ständiges Reiben mit den Pfoten
  • Mundgeruch

Eine medikamentöse Behandlung kann in diesen Fällen ausreichen.

Sind bereits Abszesse, Zysten oder schwere Gewebeschäden vorhanden, kann sich die Therapie jedoch sehr langwierig gestalten und dadurch einiges an Geduld erfordern.

Gegebenenfalls musst du während dieser Zeit weiche Nahrung anbieten und das Wasser mit einer Spritze ohne Kanüle direkt in das Maul geben.

#3: Eingeschränkte Bewegungsfähigkeit

Eine weitere Möglichkeit, warum dein Kaninchen nicht trinkt, beziehungsweise nicht trinken kann, können Schmerzen bei Bewegungen sein. Verletzungen durch Stürze können sich dafür ebenso verantwortlich zeigen, wie etwa Arthritis oder Arthrose.

Beobachte dein Tier daher genau!

Scheinen laufen und putzen schwer zu fallen, kann unter anderem die notwendige Kopfhaltung für das Trinken nicht eingenommen werden. In diesen Fällen kommen meist Schmerzmittel zum Einsatz.

Zudem wird dein Kaninchen während der Heilung auf anderem Wege versorgt werden müssen. Dazu kann ebenfalls gehören, Wasser und Futter mit einer Spritze zu verabreichen.

#4: Verdauungsbeschwerden

Bei falscher Fütterung, einem Befall mit Würmern oder der Aufnahme von giftigen Stoffen, ebenso wie bei einer Verstopfung oder einem Verschluss des Darms, kann ein Appetitverlust auftreten.

Damit einhergehend kann es auch zu einer verringerten Flüssigkeitsaufnahme kommen.

Anzeichen für eine Störung der Verdauung sind unter anderem:

  • veränderter Kot
  • geringerer Kotabsatz
  • ein harter Bauch
  • Zähneknirschen
  • Blähungen

Achte daher darauf, dass du das Futter nicht zu schnell umstellst, blähende Lebensmittel vermeidest und dein Kaninchen keine gefährlichen Substanzen aufnehmen kann.

Dazu gehören nicht nur Giftpflanzen oder Reinigungsmittel und Medikamente. Auch Textilien oder zu viele aufgenommene Fellhaare können ein Problem darstellen.

#5: Art des Wasserangebots

Manche Kaninchen trinken lieber aus einer Flasche, andere wiederum bevorzugen eine Schale.

Trinkflaschen haben den Vorteil, dass das Wasser darin nicht so schnell verschmutzt. Algenbildung kann aber dennoch auftreten.

Auch die Streu wird bei intakten Flaschen nicht so schnell feucht. Zudem kann der Wasserstand sehr einfach kontrolliert werden.

Ein Nachteil ist jedoch, dass der Mechanismus unbemerkt defekt sein kann.

Dadurch erhält dein Kaninchen selbst bei dem Versuch zu trinken nicht mehr ausreichend Wasser.

Ebenso kann das Wasser unbemerkt auslaufen, sodass du anfangs die fehlende Versorgung nicht bemerkst.

Die Flaschen lassen sich schwieriger reinigen und haben zudem eine metallene Ausgabe. Das Trinkrohr kann daher von deinem Kaninchen benagt werden und Schäden an den Zähnen erzeugen.

Eine Schale beziehungsweise eine Schüssel mit Wasser bietet deinem Kaninchen einen besseren und einfacheren Zugang zu Wasser. Selbst bei Problemen im Bereich der Zähne oder des Zahnfleischs können viele Tiere auf diesem Weg leichter trinken.

Problematisch ist hierbei aber, dass Wasser in einer Schüssel zum einen schneller verschmutzt, zum anderen nimmt das Gefäß mehr Standfläche ein und kann umgestoßen werden oder dazu führen, dass dein Kaninchen nass wird. Achte daher auf Standsicherheit und wechsle das Wasser häufig aus.

Ideal ist es, wenn du beide Varianten anbietest. Auf diese Weise kann dein Kaninchen einfacher trinken und hat eine Reserve zur Verfügung.

Wasserreiches Futter

Wenn ein Kaninchen nicht trinkt, muss das nicht immer bedenklich oder gefährlich sein. Die Ursache kann auch in der Fütterung liegen. Bietest du deinem Tier häufig wasserreiche Speisen an, wie beispielsweise Gurke oder Melone, hat es schlicht keinen Durst. Auch bei einem hohen Anteil an Gras und anderem Grünfutter in der Ernährung ist die Versorgung mit Flüssigkeit bereits darüber sichergestellt.

Behandlung

Solltest du Bedenken haben, weil dein Kaninchen (plötzlich) zu wenig oder gar nicht mehr trinkt, suche umgehend einen Tierarzt oder eine Tierklinik auf.

Eine frühzeitige Untersuchung und Behandlung sind unerlässlich und können über Leben und Tod entscheiden.

Bei den Sofortmaßnahmen handelt es sich in der Regel darum, den Wasserhaushalt auszugleichen. Hierzu kann eine Elektrolyt-Lösung unter die Haut gespritzt werden. Sie verteilt sich im Körper und wird von dem Gewebe aufgenommen.

Die eigentliche Ursache muss ebenfalls behandelt werden. Die Diagnose gestaltet sich einfacher, wenn du umfassende und genaue Angaben machen kannst.

Die folgenden Fragen können dir dabei helfen:

  • Fällt auch der Appetit verringert aus?
  • Ist der Absatz von Urin und Kot normal?
  • Welches Futter hat dein Kaninchen in den letzten Tagen bekommen?
  • Gab es das Risiko, giftige Pflanzen oder andere schädliche Substanzen aufzunehmen?
  • Ist dein Tier gestürzt?
  • Bestand in letzter Zeit Mundgeruch?
  • Wie wird das Wasser angeboten?
  • Neigt dein Kaninchen dazu, Gitterstäbe oder andere harte Gegenstände zu benagen?

Hierdurch lassen sich bereits einige Ursachen ausschließen.

Vorbeugung

Bevor dein Kaninchen nicht mehr trinkt, kannst du auf einige Dinge achten.

Die folgenden Tipps helfen dabei, Probleme frühzeitig zu erkennen oder sie sogar zu vermeiden:

1. Biete immer frisches Wasser an

Auch wenn das Wasser nicht vollständig verbraucht wurde, solltest du es wechseln. Anderenfalls kann sich nicht nur ein unangenehmer Geschmack einstellen.

Auch Keime können sich darin vermehren, was zu gesundheitlichen Problemen führt.

2. Achte auf Sauberkeit

Verschmutztes Wasser kann dein Kaninchen erkranken lassen und schmeckt nicht. Reinige also Schale oder Trinkflasche gründlich.

Bedenke dabei, dass sich auch bei sauberem Wasser Beläge bilden können!

3. Führe regelmäßige Kontrollen durch

Hierdurch kannst du Entzündungen oder andere Probleme schnell erkennen und behandeln. Das reduziert Beschwerden, erhöht die Erfolgschancen und reduziert die Therapiedauer.

4. Biete wasserreiche Nahrung an

Grünfutter und wasserreiches Frischfutter wie Obst und Gemüse tragen nicht nur zur Versorgung mit Wasser bei, sondern enthalten auch Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe sowie Ballaststoffe.

Pass die Menge dabei an die Größe des Tiers an und gewöhne dein Kaninchen langsam an die frische Ernährung.

Unser Extra-Tipp: Trinkflaschen lassen sich nicht immer vollständig mit Wasser und einer Flaschenbürste reinigen. Einfacher funktioniert es mit trockenem, ungegartem Reis und wenig Wasser. Als Mischung in die Flasche gefüllt, geschlossen und kräftig geschüttelt, entfernt die Kombination Verunreinigungen.

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