Haarausfall und kahle Stelle im Hamsterfell: Ursachen und Behandlung

Ausfallendes Fell ist bei Hamstern leider keine Seltenheit. Brisant ist das hauptsächlich aus dem Grund, da zahlreiche verschieden Auslöser ursächlich dafür sein können.

Wir haben die häufigsten Probleme für dich gesammelt:

  • Welche 8 Ursachen führen zu Haarausfall?
  • Welche 8 Gründe können kahle Stellen im Hamsterfell auslösen?

Am Ende des Beitrags warten außerdem Tipps zur Behandlung und Vorbeugung.

Welche Ursachen lösen Haarausfall beim Hamster aus?

Klassischer Haarausfall beim Hamster lässt sich auf Krankheiten, Alter, Fehler in der Pflege, Parasiten und Fellwechsel zurückführen. Er kann daher unbedenklich oder aber ein Warnzeichen sein. Eine tierärztliche Untersuchung ist daher in jedem Fall angeraten.

Lokal auftretende, kahle Stellen im Fell deines Hamsters deuten hingegen nahezu immer auf Probleme hin, denen du unbedingt auf den Grund gehen solltest!

8 Ursachen für klassischen Haarausfall beim Hamster

Wenn dein Hamster am ganzen Körper Haare verliert und das Fell sichtbar ausdünnt, können sich dafür mehrere Ursachen verantwortlich zeigen.

Einige davon sind harmlos und können meist leicht behoben werden. Bei anderen handelt es sich um ernstzunehmende Probleme, die einer dringenden und umfassenden tierärztlichen Behandlung bedürfen.

Ursache 1: Fellwechsel

Wenn das Fell deines Hamsters im Frühjahr und Herbst für einige Wochen dünner erscheint, ist das kein Grund zur Sorge.

Es handelt sich um den normalen Fellwechsel: Alte Haare fallen vermehrt aus, während neue nachwachsen.

Bis sich das Fellkleid normalisiert hat, vergeht einige Zeit. Eine spezielle Behandlung ist dennoch nicht erforderlich.

Ursache 2: Mangelzustände

Eine Unterversorgung mit Vitaminen oder Eiweiß kann dazu führen, dass das Fell insgesamt dünner wird. Zudem leidet das Immunsystem, was die Anfälligkeit für Infektionen und Parasiten steigert.

Solltest du vermuten, dass die Ursache für den Haarausfall in der Fütterung liegt, hilft eine entsprechende Umstellung und das Anbieten eines ausgewogeneren Speiseplans.

Ursache 3: Hormonelle Schwankungen

Trächtigkeit, Geburt und Säugen verlangt dem Körper deines Hamsters viel ab. Zahlreiche Nährstoffe sind notwendig, um die Hamsterbabys zu bilden und sie nach der Geburt zu versorgen. Bereits das kann zu Mangelzuständen führen und damit Haarverlust auslösen.

Hinzu kommen dabei hormonelle Schwankungen.

Nach der Trächtigkeit kann das Fellkleid des Hamsterweibchens daher dünner erscheinen. Innerhalb weniger Wochen sollte sich dieser Zustand wieder verbessern, da sich der Hormonspiegel normalisiert.

Ist das nicht der Fall, musst du andere Auslöser für den Haarverlust in Betracht ziehen und solltest einen Tierarzt aufsuchen.

Ursache 4: Alter

Wenn dein Hamster älter wird, zeigen sich einige vollkommen normale Erscheinungen. Dazu gehört auch, dass das Fell dünner wird. Wiederum stellt das keinen Grund zur Sorge dar.

Empfehlenswert ist dennoch, dass du einen Tierarzt aufsuchst!

Mit zunehmendem Alter nimmt auch das Risiko für Krankheiten zu. Werden diese frühzeitig erkannt und behandelt, fallen dadurch bedingte Einschränkungen und Beschwerden geringer aus und die Lebensqualität deines Tieres lässt sich steigern oder zumindest erhalten.

Ursache 5: Räude

Die sogenannte Räude ist eine Erkrankung, die durch Grad- oder Krätzmilben ausgelöst wird.

Die Weibchen dieser Parasiten graben sich unter die Haut des Hamsters und legen hier Eier. Dadurch entsteht ein erheblicher Juckreiz. Die Haut kann sich zudem entzünden und stark schuppen und das Fell vollständig ausfallen.

Ein weiteres Risiko besteht darin, dass Räude auf andere Haustiere und auch auf Menschen übergehen kann.

Vermutest du einen solchen Befall, ist also schnelles Handeln gefragt.

Ursache 6: Niereninsuffizienz

Erkrankungen der Nieren oder eine Funktionseinschränkung durch zu viel Eiweiß wirken sich auf den gesamten Körper aus.

Abbau- und Giftstoffe können nicht mehr über den Urin abgeführt werden. Sie lagern sich dadurch im Körper an und können auch andere Organe in Mitleidenschaft ziehen. Ein mögliches Anzeichen für die zugrundeliegende Krankheit ist struppiges oder ausfallendes Fell.

Die folgenden Symptome können ebenfalls auftreten:

Ursache 7: Allergien

Allergien können auch bei Hamstern auftreten und sich unterschiedlich zeigen. Tränende, gerötete Augen, Juckreiz und Haarausfall gehören zu den potenziellen Anzeichen.

Typische Auslöser sind:

  • Pollen an Grünfutter oder Heu
  • Staub
  • Futtermittel
  • Einstreu

Hast du gerade die Einstreu umgestellt oder bei starkem Pollenflug Grünfutter aus dem Garten geholt, könnten sich diese also verantwortlich zeigen.

Auch stark staubende Einstreu kann allergische Reaktionen hervorrufen. Diese beschränken sich dann jedoch meist auf die Atemwege und resultieren in Niesen und geröteten Augen.

Ursache 8: Pilzinfektionen

Pilzinfektionen der Hamster-Haut lösen oftmals kreisrunden Haarausfall aus, der mit weißlichen Belägen und Schuppen einhergehen kann.

Hat der Pilz sich bereits weit ausgebreitet oder ist das Immunsystem deines Hamsters aus anderen Gründen geschwächt, kann jedoch auch das gesamte Fell dünner werden.

Juckreiz, Rötungen und Schuppen fallen zusätzlich auf.

Risikofaktoren für Pilzinfektionen stellt nasse Einstreu dar. Wird diese zu selten gewechselt, läuft die Trinkflasche aus oder wird immer wieder die Wasserschale umgestoßen, ist sie feucht und bildet dadurch einen idealen Nährboden für zahlreiche Erreger. Darunter befinden sich auch Sporen und Bakterien.

Die Feuchtigkeit schränkt weiterhin das Immunsystem ein, kann sich auf die Atemwege auswirken und eine ganze Reihe an Krankheiten begünstigen. Neben der Behandlung ist es daher erforderlich, die Feuchtigkeit zu beseitigen.

Kahle Stelle im Hamsterfell

Wenn der Haarausfall nicht am ganzen Körper auftritt, können sich dafür andere Ursachen verantwortlich zeigen.

Kreisrunde kahle Stellen oder Bereiche mit stark ausgedünntem Fell lassen sich jedoch ebenfalls nicht immer auf Krankheiten zurückführen. In einigen Fällen ist der Auslöser harmloser als erwartet.

Dennoch solltest du den Grund natürlich abklären und gegebenenfalls einen Tierarzt aufsuchen!

1. Kämpfe mit Artgenossen

Bei einer kahlen Stelle ohne sichtbare Hautveränderungen, wie beispielsweise Rötungen, Schuppen oder Kratzer, kann das Fell schlicht herausgerissen worden sein. Hältst du mehrere Hamster zusammen, sind Kämpfe unter den Tieren eine Möglichkeit dafür.

In der Regel wächst das Fell problemlos wieder nach.

Du solltest die Haltungsform in diesem Fall jedoch ändern, um zukünftigen Stress und weitere Kämpfe der Hamster zu vermeiden.

2. Parasiten

Flöhe, Milben und Zecken treten bei Hamstern durch die Wohnungshaltung eher selten auf. Über die Einstreu, andere natürliche Materialien aus dem Garten und andere Haustiere können die Parasiten aber dennoch in das Hamsterheim getragen werden.

Milben und Flöhe verursachen einen teils sehr starken Juckreiz, der dazu führen kann, dass sich dein Hamster stellenweise kahl kratzt und reibt. Auch allergische Reaktionen sind möglich, bei denen mit einem stärkeren Haarausfall zu rechnen ist.

Im Gegensatz zu vielen anderen Tieren spüren Hamster zudem den Biss einer Zecke und versuchen, den Schädling zu entfernen. Hierbei können sie sich selbst das Fell durch Beißen und Kratzen herausziehen und es entsteht ein Loch.

Auch wenn ein Befall mit Parasiten nicht angenehm ist, kann die gezielte Bekämpfung vergleichsweise einfach und schnell erfolgen. Je früher du die unerwünschten Mitbewohner bemerkst, umso leichter gestalten sich die Gegenmaßnahmen.

3. Scherpilzflechte und andere Pilzinfektionen

Im Englischen ist die Scherpilzflechte als „ringworm“ bekannt, da die Pilzinfektion kreisrunde Löcher im Fell erzeugt.

Hinzu kommen schuppige Haut und ein gelblicher Belag. Umliegende Haare können verkleben.

Wenn du diese Symptome bemerkst, ist höchste Vorsicht angeraten. Denn die Flechte ist ansteckend und du kannst dich damit infizieren. Trage daher unbedingt Handschuhe, wenn du deinen Hamster oder die Einstreu berührst.

Andere Pilzinfektionen können bei dem Hamster ebenfalls auftreten.

Sie äußern sich ähnlich durch Haarausfall, Juckreiz, Schuppenbildung und gegebenenfalls Beläge auf der Haut. Je weiter eine solche Infektion fortschreitet, umso weiter breitet sich der Haarausfall aus.

Was als kleine felllose Stelle beginnt, kann beispielsweise zu einem kahlen Bauch oder Rücken führen.

4. Verletzungen

Durch hervorstehende stärkere Splitter am Schlafhaus, an Spielzeugen oder sonstigen Einrichtungsgegenständen des Hamsterheims kann es zu Verletzungen kommen.

Möglich ist auch, dass dein Hamster mit dem Fell an einem Vorsprung hängen bleibt und sich dabei eine Strähne herauszieht. Das kann hauptsächlich bei langhaarigen Tieren passieren, die einen kleinen Knoten im Fell haben und damit hängen bleiben.

Die Haut kann dabei unversehrt bleiben. Ebenso ist es aber möglich, dass es zu Schnitten oder Kratzern kommt. Untersuche daher den Käfig genau auf eventuell vorhandene Verletzungsrisiken.

5. Krallen

Wenn sich die Krallen des Hamsters nicht richtig abwetzen, werden sie zu lang und biegen sich. In extremen Fällen können sie wie ein Korkenzieher wachsen.

Ebenso ist es möglich, dass sie abbrechen oder sich spalten.

Liegen derartige Veränderungen vor, können sie mit einer oder mehreren Krallen im Fell hängen bleiben und die Haare dabei strähnchenweise herausziehen.

Dieses Risiko besteht primär bei langhaarigen Tieren.

Wird das Fell stellenweise dünner oder finden sich unerklärliche Kratzer auf der Haut, lohnt sich also ein Blick auf die Pfoten.

6. Fehlende Hilfe bei der Fellpflege

Hamster sind ausgesprochen reinliche Tiere, die viel Zeit der aktiven Phase damit verbringen sich zu putzen. Sie entfernen dabei Verschmutzungen, Fremdkörper und lose Haare.

Zudem „kämmen“ sie ihr Fell.

Während des Fellwechsels kann es aber zu sehr großen Mengen loser Haare kommen. Das ist in erster Linie bei langhaarigen Hamstern ein potenzielles Problem.

Da sie selbst die Fellpflege nicht mehr in ausreichendem Maße schaffen, können sich Knoten oder sogar regelrechte Filzplatten bilden. Darunter stauen sich Wärme und möglicherweise auch Feuchtigkeit, was einen idealen Nährboden für Keime bietet. Zudem leiden die Hamster oftmals unter Juckreiz und beginnen, sich an rauen Oberflächen zu kratzen und zu reiben.

Während das Risiko für eine Erkrankung der Haut steigt, reißen sich die Tiere also auch Fell heraus.

In beiden Fällen können kahle Stellen entstehen.

7. Hot Spots

Bei Hot Spots handelt es sich um gerötete, wunde und teils verschorfte Stellen, die auf Bakterien oder Pilze zurückzuführen sind. Sie treten vorrangig bei einem geschwächten Immunsystem und bei einer zu hohen Feuchtigkeit im Käfig auf.

Das Fell geht rund um die Hot Spots aus.

Ohne Hilfe durch entsprechende Medikamente und eventuell den Einsatz von Salben heilen die Stellen nicht ab.

Bei Hamstern zeigen sich häufiger Pilze als Bakterien dafür verantwortlich, was beim Tierarzt erwähnt werden sollte, um eine falsche Behandlung zu vermeiden.

8. Zwangsstörungen

Langweilt sich dein Hamster oder hat er ständig Stress, kann sich das auf die Psyche auswirken. Häufig wird er aggressiver oder schreckhafter.

Ebenso ist es möglich, dass dein Hamster Zwangsstörungen entwickelt.

Dazu gehören:

  • übermäßiges Lecken und Putzen
  • ständiges nervöses Kratzen
  • sich selbst beknabbern und beißen
  • übertriebenes Reiben an rauen Oberflächen

All das kann zu partiellem Haarverlust führen, da Fell und Haut ständig mechanisch gereizt werden.

Behandlung und begleitende Hilfe

Mit Ausnahme von altersbedingtem Haarausfall, hormonellen Schwankungen und Fellwechsel ist bei kahlen Stellen oder dünnem Fell immer ein Tierarztbesuch erforderlich.

Selbst wenn sich dein Hamster während des Fellwechsels vermehrt an Rinde reibt oder kratzt, könnte dahinter nicht loses Fell, sondern ein unerkannter Befall mit Milben stecken.

Such daher frühzeitig einen Tierarzt auf, um schwierige Verläufe und Verschlechterungen zu vermeiden.

Zusätzlich zu der Behandlung durch Medikamente kannst du selbst einiges unternehmen, um die Heilung und das Nachwachsen des Fells zu begünstigen. Dazu gehören:

  • Ausgewogene Fütterung: Wenn B-Vitamine und Eiweiß fehlen, ist Haarausfall eine mögliche Folge. Stell deinem Hamster daher häufiger Obst, Gemüse und Eiweißquellen, wie Mehlwürmer oder Ei zur Verfügung.
  • Warmhalten: Wenn deinem Hamster ein Großteil des Fells fehlt, kühlt er schneller aus. Achte daher darauf, dass er sich in seinem Nest gut warmhalten kann die und die Zimmertemperatur hoch genug ist.
  • Käfig desinfizieren: Bei einem Befall mit Parasiten, Bakterien oder Pilzen musst du alles aus dem Käfig entfernen und diesen auch selbst desinfizieren. Anderenfalls kann es immer wieder zu einer erneuten Ausbreitung kommen.

Vorbeugung gegen Haarprobleme

Nicht allen Ursachen für Haarausfall oder kahle Stellen bei deinem Hamster lässt sich vorbeugen.

Fellpflege unterstützen

Biete deinem Hamster ein Sandbad an und gewöhne ihn an das regelmäßige Bürsten. Durch die Maßnahme fallen auch eventuelle Probleme frühzeitig auf.

Zudem landen lose Fellhaare in der Bürste und nicht in der Umgebung, was die Reinigung des Käfigs erleichtert.

Achte auf Hygiene

Saubere und trockene Einstreu ist eine wichtige Grundlage für die Gesundheit.

Achte daher darauf, dass sich weder übermäßige Feuchtigkeit noch Verschmutzungen ansammeln.

Regelmäßige Kontrollen

Untersuche deinen Hamster mindestens einmal wöchentlich.

Hautveränderungen und übermäßiger Fellverlust fallen dadurch ebenso wie andere Anzeichen für Krankheiten frühzeitig auf.

Langeweile und Stress vermeiden

Die Psyche kann nicht nur die Lebensqualität erheblich beeinflussen, sondern wirkt sich auch direkt auf die Gesundheit aus.

Hamster sind nämlich sehr intelligente Tiere, die beschäftigt werden wollen.

Gewichtsverlust, Zwangsstörungen, ein geschwächtes Immunsystem und negative Auswirkungen auf das Herzkreislauf-System sind die Folgen.

Vermeide daher Stress für dein Tier, biete ihm aber artgerechte Beschäftigung und Abwechslung. Denn Langeweile kann ebenfalls zum Stressfaktor werden.

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