Hamster Pfote geschwollen: 10 häufige Ursachen inkl. Behandlung

Eine geschwollene Hamster-Pfote verheißt meist nichts Gute – insbesondere dann, wenn der kleine Nager nicht richtig laufen kann und augenscheinlich Schmerzen hat.

Schnelle Hilfe ist hier ein Segen.

Angesichts dessen verraten wir dir in diesem Beitrag die 10 häufigsten Gründe für eine geschwollene Pfote bei deinem Hamster inklusive der passenden Behandlung.

Warum hat mein Hamster eine geschwollene Pfote?

Die Gründe für Schwellungen der Pfoten können sehr unterschiedlich sein. Von einer Verletzung der Kralle bis hin zu Tumoren, einem Knochenbruch oder Erkrankungen des Herzens ist vieles möglich. Ein Tierarztbesuch lässt sich daher oftmals nicht vermeiden.

10 Ursachen für geschwollene Pfoten beim Hamster

Wenn dein Hamster eine geschwollene Pfote hat, können sich dafür mehrere Ursachen verantwortlich zeigen.

Neben Verletzungen kommen auch Infektionen und andere Erkrankungen infrage.

Für die entsprechende Behandlung ist es daher erforderlich, zunächst den Grund herauszufinden. Durch die folgenden Informationen kannst du die möglichen Auslöser zumindest eingrenzen.

Ursache 1: Krallen

Die Krallen dienen deinem Hamster als Werkzeuge beim Fressen und Halten der Nahrung, werden zur Fellpflege, beim Klettern und bei Kämpfen eingesetzt. Ganz zu schweigen davon, dass sie beim Anlegen von Gängen, Graben und Buddeln stark beansprucht werden.

Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass es zu Verletzungen der Krallen kommt.

Verletztes Krallen-Leben

Sie können sich spalten, abbrechen und aufgrund des in ihnen verlaufenden Lebens auch bluten.

Bei dem sogenannten „Leben“ handelt es sich um ein Blutgefäß, das in jeder Kralle enthalten ist. Wird dieses offengelegt, bedeutet das für den Hamster erhebliche Schmerzen. Zudem fällt die Blutung oftmals überraschend stark aus.

Verantwortlich für eine mögliche Schwellung durch die Verletzung ist jedoch die dadurch entstehende offene Wunde. Diese stellt eine Eintrittspforte für Erreger, wie Bakterien und Pilze dar.

Dringen diese in die Wunde ein, kann sich die gesamte Pfote infizieren, röten und anschwellen.

Krallenpilz

Ähnlich verhält es sich bei Nagelpilz beziehungsweise Krallenpilz.

Dieser entsteht vorwiegend dann, wenn das Immunsystem des Hamsters geschwächt und die Einstreu des Käfigs häufig feucht ist.

Die betroffene Kralle kann sich gelblich oder bräunlich verfärben und verdicken. Am Übergang zu der Zehe ist in der Regel eine deutliche Rötung sichtbar.

Entzündete Sehne

Eine weitere von der Kralle ausgehendes Risiko für geschwollene Pfoten ist der erwähnte Übergang zur Zehe.

Sind die Krallen zu lang, werden die Zehen und Pfoten in eine unnatürliche Haltung gezwungen. Dadurch wird es wahrscheinlicher, dass dein Tier umknickt oder sich vertritt.

Schwellungen sind durch derartige Fehlbelastungen und Zerrungen nicht unwahrscheinlich.

Aufgrund der vielen verschiedenen Krallen-Probleme, die als Ursache für geschwollene Pfoten beim Hamster infrage kommen, ist eine pauschale Behandlung nicht möglich.

Bei Unsicherheit bezüglich des genauen Grundes solltest du in jedem Fall einen Tierarzt aufsuchen. Auch bei bestehenden Infektionen oder sichtbaren Verletzungen ist das unerlässlich.

Im Idealfall beugst du letzteren vor, indem du auf die Krallenpflege achtest.

Biete deinem Hamster unterschiedliche Materialien zum Abwetzen der Krallen, zum Laufen, Klettern und Graben an. Hierdurch nutzt sich das Horn der Krallen ab, die Muskulatur wird trainiert und Verletzungsrisiken werden reduziert. Reicht das nicht aus, musst du die Krallen schneiden (lassen).

Ursache 2: Verletzungen des Bewegungsapparats

Knochen, Gelenke, Bänder und Sehnen machen den Bewegungsapparat aus.

Kommt es an diesen zu Verletzungen, können Schwellungen, Rötungen und Blutergüsse auftreten.

Auch eine deutlich spürbare Wärmeentwicklung geht oftmals damit einher.

Typisch ist bei dieser Ursache, dass dein Hamster die Pfote auffällig schont, gar nicht belastet oder humpelt. Klettern und rennen werden vermieden.

Betrifft es eine der vorderen Gliedmaßen, kann auch das Fressen eingeschränkt sein. Der Nager kann das Futter nicht mehr richtig festhalten und auch nicht wie gewohnt in die Backentaschen stopfen. Selbst das Ausstreichen ist nicht mehr möglich.

Verletzungen dieser Art können auf verschiedenen Wegen erfolgen. Oftmals handelt es sich dabei um:

  • Stürze
  • Einklemmen
  • Wegknicken
  • Unfälle beim Klettern

Vor allem Gitterstäbe und unsichere Laufräder stellen Gefahren dar.

Die beste Vorbeugung ist es daher, anstelle eines Hamsterkäfigs ein Hamsterheim aus Holz und Plexiglas oder Glas zu wählen und sowohl Einrichtung als auch Spielzeuge auf ihre Sicherheit und Eignung zu kontrollieren.

Ist es bereits zu einer Verletzung gekommen, muss in jedem Fall ein Tierarzt aufgesucht werden. Dieser kann zumindest Schmerzmittel verabreichen und falls nötig ein Ausrichten vornehmen.

Ursache 3: Infektionen

Bisse, Kratzer, Risse und Schnittwunden sind mögliche Eintrittspforten für Entzündungen und Infektionen. Selbst mikroskopische Verletzungen reichen aus, damit Bakterien, Pilze oder Viren eindringen können und sich in der Wunde sowie dem umgebenden Gewebe ausbreiten.

Charakteristisch sind neben der Schwellung auch:

  • Rötung
  • Wärmeentwicklung
  • (eitriger) Ausfluss
  • Wundschorf

Befindet sich die Wunde an der Unterseite der Pfote, wird die gesamte Gliedmaße geschont.

Kommt es zu einer erheblichen Schwellung und sogar zu Verfärbungen oder Ausfluss, muss dringend ein Tierarzt aufgesucht werden. Denn hierbei handelt es sich um einen Notfall.

Das Gewebe stirbt ab und es kann zu einer Blutvergiftung kommen. Sogar eine Amputation kann erforderlich werden, wenn Lebensgefahr besteht.

Das Risiko für Verletzungen und Entzündungen ist höher, wenn

Ursache 4: Fremdkörper

Ein eingetretener Dorn oder Splitter ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch zu Entzündungsreaktionen und damit zu Schwellungen führen.

Untersuch die Pfote daher so genau wie möglich.

Bestenfalls kannst du den Fremdkörper selbst entfernen, während ein Helfer deinen Hamster hält. Schlimmstenfalls ist dies aufgrund der Tiefe nicht möglich und ein Tierarztbesuch wird erforderlich.

Eine Entfernung ist in jedem Fall notwendig, den anderenfalls kann der Fremdkörper „wandern“. Das bedeutet, dass er in die Blutbahn gelangt oder sich durch das Gewebe sticht. Selbst eine Verkapselung kommt infrage.

Ein chirurgischer Eingriff ist dann unumgänglich aber auch nur dann möglich, wenn die Ursache bekannt ist.

Ursache 5: Allergien

Bei einer Kontaktallergie sind Schwellungen nicht ungewöhnlich. Sind die Pfoten betroffen, kommen als Auslöser nur Materialien infrage, die von deinem Hamster mit den Pfoten berührt werden.

Dazu gehören:

  • Einstreu
  • Futter
  • Putzmittel, die im Käfig angewendet werden

Bei einer allergischen Reaktion bleibt dir nichts anderes übrig, als sämtliche Materialien zu überprüfen und gegebenenfalls auszutauschen. Denn der Zustand kann sich von einer Schwellung der Pfote bis hin zu einem anaphylaktischen Schock verschlechtern.

Zur Abklärung ist dennoch ein Tierarztbesuch angeraten, damit Verletzungen oder Infektionen nicht mit einer Allergie verwechselt werden.

Ursache 6: Insektenstiche und Parasiten

Das Fell des Hamsters schützt ihn im Normalfall vor Wespen, Bienen und Mücken.

Die Pfoten sind allerdings deutlich weniger behaart und damit anfälliger für Stiche durch Insekten. Falls du im Sommer häufiger Obst fütterst, können Bienen und Wespen davon angelockt werden und der Hamster ist selbst im Käfig nicht sicher.

Lüftest du hingegen, wenn es draußen dunkel und drinnen hell ist, werden Mücken zum potenziellen Problem.

Ebenso wie Insektenstiche können Parasiten zu Schwellungen führen. Flöhe, Milben und Haarlinge treten zwar selten im Hamsterkäfig auf, können jedoch durch Einstreu, Futter und Beschäftigungsmaterial ebenso wie durch andere Haustiere eingeschleppt werden.

Typisch ist, dass Einstichstellen sichtbar sind und die Schwellung mit Juckreiz oder Schmerzen einhergeht.

Sofern kein Stachel mehr in der Wunde vorhanden ist, reicht ein Desinfizieren bei Insektenstichen aus.

Bei Parasiten muss eine entsprechende Behandlung mit Spot-On-Präparaten erfolgen. Gegebenenfalls sind auch weitere Medikamente erforderlich, um den Befall zu beseitigen.

Die beste Vorbeugung gegen Insekten stellen Fliegengitter an den Fenstern dar.

Parasiten lassen sich nicht so einfach vermeiden. Bei einem Befall ist ein Tierarztbesuch nötig.

Ursache 7: Herzerkrankungen

Wenn das Herz nicht mehr richtig pumpt, kann Flüssigkeit aus dem Blut durch die Gefäßwände in das umliegende Gewebe sickern.

Diese Wassereinlagerungen werden auch als Ödeme bezeichnet. Frühzeitig erkannte Herzprobleme lassen sich gut medikamentös behandeln.

Sie äußern sich unter anderem durch ein Nachlassen der Aktivität, schnellere und erschwerte Atmung.

Ursache 8: Nieren

Erhält dein Hamster zu große Mengen Eiweiß, leiden die Nieren darunter.

Eine der schlimmsten Folgen ist die sogenannte Niereninsuffizienz: Die Nieren können ihre Filterleistung nicht mehr richtig erfüllen, woraufhin sich Flüssigkeit im Körper staut. Auch hier bilden sich wiederum Ödeme.

Zudem fällt die Ausscheidung von Urin deutlich verringert aus.

Fallen dir diese Symptome auf, ist ein sofortiger Tierarztbesuch nötig. Denn die Flüssigkeit kann sich nicht nur in den Gliedmaßen sammeln und anstauen. Sie übt auch Druck auf die Organe aus, bereitet dadurch Schmerzen und kann die Funktionsfähigkeit einschränken.

Ursache 9: Tumor

Tumore können überall im Körper entstehen, wenn Zellen entarten und sich sehr schnell teilen. Die Pfoten stellen dabei keine Ausnahme dar. Was du anfangs für eine Schwellung an der Pfote oder eine geschwollene Pfote hältst, kann sich also als Tumor entpuppen.

Eine frühzeitige Entfernung durch den Tierarzt kann verhindern, dass es zu lebensbedrohlichen Zuständen kommt oder eine Pfote beziehungsweise ein Bein amputiert werden muss.

Eine Vorbeugung oder Behandlung durch dich ist in diesem Fall leider nicht möglich.

Ursache 10: Einschränkung der Blutzufuhr

Wenn die Blutzufuhr abgeschnürt wird, sind Schwellungen und Verfärbungen die Folgen.

Das Gewebe wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und kann absterben. Dabei entstehen Abbaustoffe, die gefährlich für den gesamten Organismus sind.

Potenzielle Auslöser für die Einschränkung der Blutzufuhr sind Spielzeuge und andere Einrichtungsgegenstände im Hamsterheim sowie Gitterstäbe und Klappen.

Wo immer sich dein Tier einklemmen kann, kann es auch steckenbleiben und dabei eine Pfote oder ein Bein verlieren. In diesen Fällen ist der Auslöser sehr einfach zu erkennen.

Hat sich hingegen eine Schnur, ein Stück Draht oder eine Stofffaser um das Bein gewickelt, ist das nicht immer sofort sichtbar. Denn eventuell wird das Objekt von Fell oder durch die Sitzposition verdeckt.

Sofern die Pfote geschwollen aber nicht verfärbt ist, sollte der Fremdkörper dringend entfernt werden.

In allen anderen Fällen muss sofort ein Tierarzt oder eine Tierklinik aufgesucht werden. Denn es besteht die Gefahr, dass beim Öffnen der Einschnürung Giftstoffe in den Körper gespült werden, die den sofortigen Tod bewirken.

Eine Amputation ist daher oftmals unumgänglich aber die einzige Möglichkeit der Rettung.

Vorbeugung ist hier also wiederum entscheidend. Vermeide gefährliche Materialien und Utensilien in dem Hamsterheim, verzichte auf das Einbringen von Stoff, Draht oder unsicheren Laufrädern.

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