Hamster hat Milben: Das musst du jetzt tun

In diesem Ratgeber erfährst du, wie du einen Milbenbefall bei deinem Hamster erkennst und was du dagegen unternehmen musst.

Da Milben unter anderem das Immunsystem von Hamstern schwächen, können sie verheerende Folgen für die Gesundheit des Nagers sein.

Es ist daher wichtig, dass du schnell die richtige Behandlung einleitest und nicht nur dein Tier therapierst.

In diesem Beitrag erfährst du, wie ein Befall mit Milben bei einem Hamster aussehen kann, welche Maßnahmen zur Behandlung wichtig sind und wie du einem künftigen Befall vorbeugst. Denn all diese Punkte sind wichtig, um schwere gesundheitliche Folgen zu vermeiden.

Wie äußert sich ein Milbenbefall bei Hamstern?

Milben selbst lassen sich nur selten mit bloßem Auge erkennen. Die Parasiten sind winzig und äußern sich daher zu Beginn häufig nur als Punkte im Fell.

Du kannst einen Befall allerdings an anderen Anzeichen feststellen. Zu diesen gehören:

  • Apathie
  • Bläschen
  • Entzündungen
  • Haarausfall
  • Juckreiz
  • Rötungen der Haut
  • Schuppenbildung
  • Unruhe

Mit Sicherheit wunderst du dich jetzt, warum sowohl Apathie als auch Unruhe auf der Liste stehen. Immerhin sind das Widersprüche.

Jeder Hamster reagiert jedoch unterschiedlich auf den Stress, der durch den Juckreiz ausgelöst wird. Manche sind erschöpft und dadurch ruhig. Andere werden hingegen aggressiv oder hektisch.

Starkes Kratzen ist in jedem Fall ein deutliches Anzeichen für einen Befall. Hierdurch entstehen kahle Stellen oder dein Hamster kratzt sich sogar die Haut auf.

Gefahren durch einen Milbenbefall beim Hamster

Milben sind nicht nur störend für deinen Hamster. Sie können auch sein Immunsystem schwächen.

Das geschieht gleich auf mehreren Wegen. Zum einen wird das Tier durch die Parasiten beziehungsweise durch den Juckreiz gestresst. Dieser Dauerstress schwächt die körpereigene Abwehr.

Zum anderen können durch das Kratzen Wunden entstehen, die sich entzünden. Starkes Eitern, Schmerzen und sogar der Tod können die Folgen sein.

Hinzu kommt, dass kahle Stellen zum schnellen Auskühlen führen können. Der Hamster wird dadurch ebenfalls anfälliger für Krankheiten.

Was musst du bei einem Milbenbefall machen?

Der erste Schritt muss der Gang zum Tierarzt sein. Denn hier kann festgestellt werden, um welche Milbenart es sich handelt.

Das erlaubt eine gezielte Behandlung mit dem entsprechenden Mittel.

Die häufigste Milbenart bei Hamstern sind Räudemilben. Ebenso können die Parasiten jedoch einer anderen Art angehören.

Grundsätzlich unterschieden werden Haar- beziehungsweise Fellmilben und Grabmilben.

Neben verschiedenen Therapieformen sind auch die weiteren Maßnahmen nicht bei jeder Milbenart gleich.

Diagnose beim Tierarzt

Für die Feststellung von Milben muss der Tierarzt ein sogenanntes Hautgeschabsel anfertigen. Hierbei werden einige Hautzellen abgekratzt und anschließend untersucht.

Das Auskämmen des Fells kommt hinzu. Gerade bei Zwerghamstern können sich diese Maßnahmen schwierig gestalten. Sie sind jedoch zwingend notwendig.

Denn nur dadurch lassen sich die nachfolgenden Maßnahmen entsprechend anpassen.

Einen Tierarzt benötigst du auch dann, wenn du bereits weißt oder ahnst, um welche Milbenart es sich handelt.

Denn nur dieser kann zum einen die erforderlichen Mittel verabreichen und zum anderen eventuell bereits entstandene Folgebeschwerden therapieren.

Zwar finden sich auch im Handel freiverkäuflich Lösungen und Puder zum Auftragen, diese sind aber oftmals nicht effektiv genug.

Das gilt zumindest dann, wenn der Befall bereits weiter fortgeschritten ist. Leider ist das bei Hamstern jedoch häufiger der Fall.

Behandlung durch den Tierarzt

Die erste Maßnahme ist das Auftragen eines geeigneten Mittels gegen die Milben. Hierbei kann es sich um eine Flüssigkeit handeln, die auf das Fell und die Haut gegeben wird.

Ebenfalls möglich ist eine Injektion.

Bei der Therapie kann es zudem notwendig sein, das Immunsystem zu stärken, Wunden zu versorgen oder sogar den Flüssigkeitshaushalt zu verbessern.

Du selbst musst allerdings ebenfalls tätig werden, wenn es sich um Haarmilben oder Fellmilben handelt. Wie das funktioniert, zeigen wir dir in den nächsten Abschnitten.

Zusatzmaßnahmen gegen den Milbenbefall

Bei Grabmilben sind außer der Behandlung deines Hamsters keine weiteren Maßnahmen erforderlich.

Anders verhält es sich bei Fell- oder Haarmilben.

Diese graben sich zwar nicht in die Haut, erfordern dafür aber leider dein Eingreifen in der Umgebung des Hamsters.

Einstreu, Schalen, Schlafhaus und alle anderen Elemente der Einrichtung müssen ausgetauscht oder gründlich gereinigt werden. Anderenfalls breiten sich die Milben direkt wieder aus.

Unterstützung der Behandlung

Wichtige Faktoren bei der Behandlung von Milben und dem Aufpäppeln deines Hamsters während beziehungsweise nach einem Befall, sind:

  • gute Ernährung
  • Ruhe
  • Sauberkeit

Halte Stress von deinem Hamster fern und verwöhne ihn mit gesundem Essen. Kontrolliere zudem, ob sich sein Zustand verbessert.

Bereits nachlassender Juckreiz und damit weniger Kratzen sind ein Hinweis auf die Heilung. Bei einer Verschlimmerung solltest du umgehend wieder den Tierarzt aufsuchen.

Das ist wichtig, um gegebenenfalls weitere Medikamente zu nutzen und somit schwerwiegendere Folgen zu vermeiden.

Kann Milben vorgebeugt werden?

Leider hast du nur wenige Möglichkeiten, Milben, Haarlingen oder sonstigen Parasiten vorzubeugen. Du kannst jedoch einige Maßnahmen ergreifen, um das Risiko für einen starken Befall zu reduzieren.

Dazu gehören:

  • Sauberkeit: Ein häufiger Wechsel der Einstreu und die regelmäßige Säuberung des gesamten Käfigs sowie der Einrichtung verringert insgesamt die Belastung mit Keimen und Parasiten. Dadurch ist auch die Gefahr für einen Befall oder Krankheiten niedriger.
  • Stress vermeiden: Stress ist weder für Menschen noch für Tiere gesundheitsförderlich. Er kann sich negativ auf das Nervensystem und auf den gesamten Zustand auswirken. Vermeide es also, deinen Hamster während seiner Schlafphasen zu stören und ermögliche dem Tier ein möglichst artgerechtes Leben mit angepasster Ernährung und viel Bewegung.
  • Sichere Quellen: Nutze nur Einstreu, vor allem Heu und Stroh, die aus sicheren Quellen stammen. Denn Milben werden häufig durch diese Materialien eingetragen. Hochwertige Produkte sind daher die bessere Wahl.

Je artgerechter du das Leben deines Hamsters gestaltest und je mehr Platz er zur Verfügung hat, umso besser ist die Abwehr gegen Parasiten und Krankheitserreger.

Zudem solltest du natürlich eine tägliche Kontrolle durchführen. Denn umso früher dir Probleme auffallen, desto einfach und schneller lassen sie sich behandeln.

Am besten ist es daher, täglich einmal das Fell zu untersuchen und das Tier zu beobachten.

Fallen hierbei lichte oder gar kahle Stellen auf, sind Krümel zwischen den einzelnen Fellhaaren, besteht Juckreiz oder hat sich das Verhalten plötzlich verändert – such umgehend einen Tierarzt auf.

Da sich ein Milbenbefall bei deinem Hamster nicht immer vorbeugen lässt, solltest du gut aufpassen und frühzeitig handeln. Mit einem entsprechenden Mittel und der Reinigung des Umfelds lässt sich der Befall allerdings meist problemlos beseitigen und dein Tier kann sich erholen.  

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