Warum zittern Kaninchen? 6 häufige Ursachen inkl. Gegenmaßnahmen

Wie gut kennst du dein Kaninchen? Sprichst du seine Sprache, kannst du seine mannigfaltigen Verhaltensweisen korrekt interpretieren?

Gerade bei den putzigen Hopplern ist es nicht immer leicht, die richtigen Schlüsse zu ziehen!

Es steckt in ihrer Natur als Beutetiere, Schmerzen und dergleichen weitestgehend zu verbergen, um nicht von ihren Fressfeinden als schwach und wehrlos erkannt zu werden. Somit musst du deine tierischen Mitbewohner stets im Auge behalten und genau beobachten, damit du dem jeweiligen Tier sofort helfen kannst, falls etwas nicht stimmt.

Wenn du bemerkst, dass eines deiner Kaninchen zittert, kann dies viele Gründe haben. Sowohl unkomplizierte als auch schwerwiegende.

Wir helfen dir in diesem Beitrag dabei, die Ursache für das Zittern deines Kaninchens herauszufinden und zeigen dir die häufigsten Gründe. Außerdem geben wir dir Tipps, wie du dich dabei richtig verhältst.

#1: Angst und Stress – Hauptfaktoren für das Zittern

Kaninchen sind zwar abenteuerlustig und neugierig, jedoch behält in vielen Situationen ihr angeborener Fluchtinstinkt die Oberhand. Wenn sie dann kein Häuschen oder sonstiges Schlupfloch zur Verfügung haben, erstarren sie regelrecht in ihrer Panik und ergeben sich zitternd ihrem Schicksal.

Auch das Hochnehmen und „Zwangskuscheln“, was besonders bei Kindern sehr beliebt ist, bedeutet für die sensiblen Langohren meist Stress pur, was sie mit Zittern quittieren.

Lärm, wie laute Musik, Türenknallen oder Gewitter, verängstigt den kleinen Mümmler enorm.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist der Stress für ein neu angeschafftes Tier. Es fürchtet sich vor der unbekannten, neuen Umgebung und zeigt als Reaktion häufig ein ängstliches Zittern.

#2: Schluckauf – harmlos, aber eher selten

Ein Schluckauf kommt beim Kaninchen nicht oft vor, da es in der Regel als Grasfresser nicht übermäßig schlingt oder zu schnell frisst. Trotzdem kann es vorkommen, dass dein Mümmler sich aus welchen Gründen auch immer verschluckt.

Dies geht mit kleinen Krampfanfällen einher, die wie Zittern aussehen und auf viele Halter beunruhigend wirken.

Achte dabei auf die Dauer des Schluckaufs, solange er innerhalb von 20 Minuten wieder verschwunden ist, brauchst du dir keine Sorgen zu machen.

Hier findest du wichtige Tipps für Schluckauf bei Kaninchen.

#3: Schmerzen als Ursache

Wie du weißt, sind Kaninchen ausgezeichnet darin, ihre Schmerzen zu verbergen, um nicht als potenzielles Beutetier aufzufallen.

Mit dem Zittern versucht das leidende Tier die Schmerzen zu kompensieren.

Es kann etwa aufgrund falscher Ernährung zu Magen-Darm-Verstimmungen kommen, die sehr qualvoll sind, da die angestauten Gase Krämpfe verursachen.

Versuche, durch vorsichtiges Abtasten die Schmerzquelle zu lokalisieren, manchmal hat sich dein sportlicher Hoppler auch die Pfote verstaucht oder beim Toben eine Prellung zugezogen.

#4: Sonne pur? – Nein, danke!

Viele Kaninchenhalter meinen, sie tun ihren Tieren etwas Gutes, wenn sie ihnen bei sommerlichen Temperaturen den Freilauf im Garten ermöglichen oder den Käfig an einen sonnigen Ort platzieren.

Doch die coolen Fellträger mögen die Wärme gar nicht.

Im Gegenteil!

Kaninchen bevorzugen in jedem Fall die kälteren Zeiten des Jahres. Da sie nicht schwitzen können, besteht bei direkter Sonneneinstrahlung sogar die Gefahr eines tödlichen Hitzschlags.

Dein Langohr zeigt sein Unwohlsein bei übermäßiger Wärme irritierenderweise durch Zittern, was normalerweise ein Zeichen für starkes Kälteempfinden darstellt. Wer das nicht weiß, kann der Gesundheit seines plüschigen Hopplers auf fatale Weise extrem schaden, indem er ihn aus Unkenntnis noch größerer Wärme aussetzt, da er irrtümlicherweise meint, sein zitterndes Haustier friert.

#5: Milben – Die ungebetenen Gäste

Ist dein Kaninchen von Milben befallen, macht sich das bei ihm unter anderem durch starken Juckreiz bemerkbar. Dein geplagter Mümmler möchte das lästige Ungeziefer loswerden und wird immer verzweifelter und gestresster, weil ihm das nicht gelingt.

Hierbei kann es auch zu einem Zittern kommen, weil das Tierchen mit dieser Situation komplett überfordert ist und seine Nerven vollkommen blank liegen.

Handelt es sich um Ohrmilben, eine von den drei unterschiedlichen Milbenarten, zittern explizit die Ohren, da vor allem diese betroffen sind. Bei den anderen beiden Arten handelt es sich um Pelzmilben sowie Grabmilben.

Wenn du weißlichen Staub im Fell deines Kaninchens oder auch auf dem Käfigboden entdeckst, kannst du relativ sicher sein, dass sich eine Milbenart eingenistet hat.

#6: Vergiftung

Dein Kaninchen ist kein Allesfresser (Achtung: kein Fleisch!), sein Magen ist vor allem auf Grünfutter, Heu, Obst, Gemüse und Salat eingestellt.

Aber selbst davon darf es nicht alles fressen!

In der Fachliteratur und diversen Kaninchenforen findest du Listen mit Nahrungsmitteln, die für deinen tierischen Liebling giftig sind. Sollte das Malheur doch passiert sein, achte auf folgende Symptome:

Auch Grünpflanzen, die als hübscher Blickfang deine Wohnung verschönern, können für deine Langohren schädlich sein. Besonders exotische Pflanzen sind für Kaninchen unverträglich, oft sogar giftig.

Die besten Tipps, wie du das Zittern bei deinem Kaninchen beseitigst oder vorbeugend verhinderst

Es gibt viele Ursachen für das Zittern, daher sollte als allgemein geltende Grundregel die Umsetzung einer gesunden und artgerechten Haltung deines Tieres an erster Stelle stehen.

So lassen sich schon viele Auslöser dieses Krankheitszeichens eliminieren.

Zusätzlich sollen dir folgende Ratschläge dazu dienen, einem betroffenen Hoppler sofort zu helfen und das Zittern abzustellen.

  • Achte auf die Ernährung deiner Fellnase, sie sollte hauptsächlich aus Heu und Grünfutter bestehen. Frisches Obst und Gemüse sind zwar wichtige Vitamin-Lieferanten, doch eine Überfütterung damit verursacht schmerzhafte Magen-Darm-Probleme aufgrund des zu hohen Zucker- oder Stärkegehaltes.
  • Vermeide unbedingt einen Standort in praller Sonne oder Zugluft. Ein Kaninchen kann rasch einem Hitzschlag zum Opfer fallen.
  • Vermeide alle Stressfaktoren, gestalte ihren Tagesablauf ruhig, aber nicht langweilig. Beschäftige dich ausführlich mit deinen Mümmlern, besonders Neuankömmlinge müssen sich erst eingewöhnen. Gib ihnen die Zeit, sprich ruhig und leise mit ihnen und führe keine ruckartigen und schnellen Bewegungen direkt vor ihrer Nase aus.
  • Die meisten Kaninchen mögen es nicht, wenn sie hochgenommen werden. Das sollte niemals unter Zwang geschehen, wenn überhaupt, dann nur in fachgerechter Art und Weise und so kurz wie möglich. Das Auf-den-Rücken-legen stellt noch eine viel schlimmere und überaus traumatische Erfahrung für jedes Kaninchen dar und sollte unbedingt vermieden werden.
  • Die Hygiene spielt natürlich ebenfalls eine wichtige Rolle. Wenn du stets für eine saubere Auslauffläche sorgst und den Käfig täglich reinigst, wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch kein lästiges Ungeziefer, wie Milben und dergleichen bei deinem Kaninchen einfinden.

Viele Zitter-Ursachen kannst du durch umsichtiges Verhalten weitgehend selbst abstellen oder von vornherein vermeiden, doch wenn sich der Zustand deines Kaninchens verschlimmert, es sogar auf der Seite liegt und Krämpfe hat, dann zögere nicht und konsultiere sofort einen Tierarzt.

Besonders das Verdauungssystem des kleinen Fellträgers ist empfindlich und reagiert auf die kleinste Störung. Bei Nichtbehandlung weitet sich das Problem schnell auf andere Organe aus und schädigt diese eklatant.

Du als Kaninchenhalter bist hauptsächlich für die kleinen Mümmler und deren Wohlergehen verantwortlich und es sollte selbstverständlich sein, den Langohren ein artgerechtes und möglichst natürliches Leben zu ermöglichen.

Es ist wichtig, sich mit der Kaninchensprache vertraut zu machen, damit du deine Tiere „lesen“ kannst. Widme dich ausführlich ihren Bedürfnissen und Vorlieben und steigere so ihre Gesundheit und Lebensqualität.

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