Haben Kaninchen Angst vor Gewitter? Inkl. bewährter Tipps

Für uns Menschen stellt ein heftiges Gewitter entweder ein beeindruckendes Naturschauspiel oder aber eine lästige Schlechtwetterzone dar.

Für viele Tiere ist es jedoch ein wahres Horrorszenario und löst insbesondere bei unseren Haustieren oft Angst und Schrecken aus.

Wie verhalten sich eigentlich Kaninchen bei Gewitter, Silvesterraketen und Ähnlichem? Haben sie große Panik? Kannst du deinen niedlichen Fellträger an die lauten Geräusche gewöhnen oder ihm auf sonstige Art helfen?

Hier erfährst du die Antworten auf deine Fragen. Außerdem geben wir dir bewährte Tipps an die Hand, um dein Kaninchen bei Gewitter beruhigen zu können.

Los geht’s!

Einleitung: Wie kommen die wilden Verwandten des Hauskaninchens mit einem hohen Geräuschpegel klar?

Mit ihren großen Ohrmuscheln, die noch dazu drehbar sind, können Kaninchen extrem gut hören. Die Natur hat sie aber auch nicht umsonst mit diesen überaus leistungsfähigen Sinnesorganen ausgestattet: In der freien Wildbahn sind Kaninchen Fluchttiere, das heißt sie müssen immer auf der Hut sein vor etwaigen Fressfeinden wie dem Fuchs oder Greifvögeln.

Ein frühzeitiges Erkennen von Gefahr ist deshalb für die scheuen Fellträger überlebenswichtig.

Den Wildkaninchen darf nicht der kleinste Laut entgehen, denn nur so können sie bei verdächtigen Geräuschen dementsprechend schnell reagieren. Andererseits ist alles Laute für die überaus sensiblen Kaninchenohren geradezu furchterregend und angsteinflößend.

Den Geräuschpegel von Gewittern und Co. können sie nicht zuordnen, deshalb tun sie das, was ihnen ihr Instinkt sagt und suchen ihr Heil in der Flucht.

Da die Kaninchen in der freien Natur über einen Bau mit ausgeklügeltem Tunnelsystem verfügen, können sie sich bei solchen vermeintlich akuten Bedrohungslagen dorthin zurückziehen. Oft reichen die von ihnen gegrabenen Gänge bis tief unter die Erde. Derart abgeschirmt trifft sie der Geräuschpegel dann nicht mehr mit voller Wucht. Auf diese Weise beruhigen sich die Langohren schneller.

Auch ältere Tiere, die sich über die Jahre hinweg langsam an das Donnern bei Gewitter oder die Silvesterknallerei gewöhnt haben, bewirken durch ihr ruhigeres und weniger ängstliches Verhalten einen positiven Effekt auf die Jüngeren. Innerhalb eines Familien-Rudels werden so die gemachten Erfahrungen weitergegeben.

Sind die domestizierten Kaninchen schreckhafter bei lauten Geräuschen?

Bei unseren Hauskaninchen ist der angeborene Fluchtreflex immer noch stark ausgeprägt. Sie fühlen sich bedroht, wenn du dich über sie beugst oder schnelle Bewegungen ausführst.

Ebenso erschrecken sie vor lauten Geräuschen, denn ihre großen, empfindlichen Ohren nehmen Lärm um ein Vielfaches lauter wahr als wir Menschen das tun. Sind sie diesem Krach über einen längeren Zeitraum oder immer wiederkehrend ausgesetzt, stresst das die kleinen Mümmler ungemein.

Da sie sich nicht wie ihre wilden Verwandten in ihre Tunnel zurückziehen können, sind sie dem angsteinflößenden Donnern bei Gewitter fast schutzlos ausgeliefert. Am schlimmsten trifft es hier die Kaninchen in Außenhaltung, sie haben die wenigsten Möglichkeiten, dem lautstarken Getöse eines Unwetters zu entgehen.

Aber auch im Innenbereich gibt es einige Geräuschquellen, die den Hopplern auf Dauer schaden. Laute Musik und ständiges Türenknallen verursacht bei den Tieren krankmachenden Stress.

Viele Halter bemerken es nicht einmal, wie sie ihre tierischen Mitbewohner durch dieses Verhalten immer wieder in Angst versetzen.

Das, was für einen Menschen normale Lautstärke darstellt, wird von den Kaninchen sehr viel geräuschvoller wahrgenommen. Wie müssen sich dann erst Silvesterböller für ihre empfindlichen Ohren anhören? Kaninchen können ihr Missfallen leider nicht lautstark kundtun, wie es zum Beispiel bei Hunden der Fall ist. Doch sie kommunizieren auf andere Art mit dir.

So zeigen Kaninchen ihre Angst bei lauten Geräuschen

Dein plüschiges Haustier verfügt über eine sehr ausgeprägte Körpersprache. Angst kann es auf verschiedene Art und Weise zeigen:

  1. Dein Kaninchen drückt sich flach auf den Boden und erstarrt komplett in dieser Haltung. Es wagt sich kaum zu bewegen, auch die Ohren stehen nicht aufrecht, sondern werden nach hinten gelegt. Vielleicht kennst du den geläufigen englischen Ausdruck dafür: „like a rabbit caught in the headlights“.
  2. Wenn dein Hoppler höchst beunruhigt und verängstigt ist, trommelt er in sitzender Haltung mit den Hinterbeinen auf den Boden. So warnt er seine Artgenossen vor Gefahr.
  3. Gerne verstecken sich die Fluchttiere während eines Gewitters oder anderen furchteinflößenden Situationen in einen dunklen höhlenartigen Unterschlupf. Ab und zu wird der Kopf herausgestreckt, um zu schauen, ob sich die Lage normalisiert hat.
  4. Ein exzessives Putzen ist auch ein Zeichen von Stress. Beschäftigt sich dein Kaninchen viel ausgiebiger als sonst mit der Fellpflege, insbesondere wenn es donnert oder knallt, möchte es sich mit diesem Verhalten selbst beruhigen.
  5. Manche Kaninchen kompensieren laute Geräusche durch Aggressivität. Sie reagieren dann bissig, wenn sie angefasst oder hochgenommen werden.
  6. Oft nehmen die Langohren auch eine starre Alarmhaltung mit aufgestellten Ohren ein, bereit, jederzeit die Flucht zu ergreifen.
  7. Selbstverständlich ist auch das klassische Zittern ein Zeichen von Angst.

Wie kannst du deinem Kaninchen die Angst vor Gewitter nehmen? Tipps und Tricks

Seine wilden Artgenossen flüchten bei akuter Bedrohung in ihren Bau, deshalb ist es wichtig, dass du deinem Hauskaninchen auch einen Rückzugsort zur Verfügung stellst, wenn es, aus welchen Gründen auch immer, in Panik gerät. Dort fühlt es sich wesentlich sicherer und sein Stresspegel sinkt deutlich.

Hole deine Kaninchen in Außenhaltung für die Zeit des Gewitters auf jeden Fall ins Haus, sie werden es dir danken und ihre Angst wird nicht gar so groß sein.

Auch deine eigene Stimmung und Gefühlslage wirkt sich dementsprechend auf die sensiblen Mümmler aus. Achte darauf, dass du dich stets ruhig und entspannt in ihrer Nähe verhältst. Sie nehmen sofort wahr, dass du keine Angst hast und wenn du Glück hast, deuten sie deine Gelassenheit so, dass keine ernste Gefahr zu bestehen scheint. Wenn du jetzt noch leise und unaufgeregt mit ihnen sprichst, fühlen sie sich eventuell schon sicherer.

Allerdings gilt das nicht für alle Kaninchen, denn jedes ist individuell und einzigartig. Was bei einem funktioniert, muss nicht bei allen anderen genauso funktionieren.

Hier heißt die Devise: Ausprobieren und beobachten!

Du kannst noch viele andere Dinge tun, um ihnen die Zeit des Unwetters so stressfrei wie möglich zu machen.

Folgende Ideen sollen dir als Anreiz dienen:

  • Teste zum Beispiel, wie sich leise klassische Musik als positiver Gegenpol auf sie auswirkt. Melodische Klänge werden bekanntermaßen von vielen Tieren als angenehm empfunden und lenken gleichzeitig von den negativen Lärmquellen ab.
  • Du kannst auch versuchen während des Unwetters mit deiner ängstlichen Fellnase zu interagieren, indem du ihn streichelst oder eine Entspannungsmassage durchführst. Viele Kaninchen fühlen sich in der Nähe einer vertrauten Person sicherer, deshalb setze oder lege dich neben deinen kuscheligen Mitbewohner und fange an ihn sanft hinter den Ohren zu kraulen.
  • Natürlich ist auch eine sehr schmackhafte Ablenkung in Form von Leckerlies einen Versuch wert. So kannst du gleichzeitig die Intelligenz deines Kaninchens schulen. Nutze dabei auch seine natürlichen Verhaltensweisen wie das Buddeln und Graben oder den Nagetrieb. Zur Verwendung eignen sich ineinander gestapelte Kartons, alte Decken, Äste und Bälle. Das Suchen nach Futter ist eine hervorragende Methode, um dein plüschiges Haustier mithilfe seiner angeborenen Fähigkeiten so zu beschäftigen, dass es seine Angst so gut wie vergisst.

Gänzlich verlieren werden die Kaninchen ihre Schreckhaftigkeit während eines Gewitters wohl höchstwahrscheinlich nicht. Du kannst es ihnen aber für die Dauer dieses Ereignisses so erträglich wie nur möglich machen. Sei einfach bei ihnen, lass die kleinen Hoppler nicht allein, wende die oben genannten Tipps an und du wirst sie von Mal zu Mal etwas ruhiger und entspannter erleben.

Mit Geduld und Zuwendung lässt sich so ihre Angst bekämpfen, zudem stärkt es die Bindung zwischen dir und deinen Tieren, denn Vertrauen kommt nicht von allein.

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