Würmer bei Kaninchen: Symptome, Behandlung und Vorbeugung

Tritt ein Wurmbefall bei deinem Kaninchen auf, ist eine schnelle Behandlung erforderlich. Denn ein solcher Befall mit den Parasiten kann sich auf die gesamte Gesundheit auswirken und birgt erhebliche Risiken.

Woran du Würmer bei deinem Kaninchen erkennst, was du tun kannst und wie du einem Wurmbefall vorbeugen kannst, verraten wir dir in diesem Beitrag.

Symptome bei einem Wurmbefall

Die Anzeichen für einen Wurmbefall sind vielfältig. Typisch sind unter anderem:

Die Symptome müssen nicht alle zeitgleich auftreten.

Treffen jedoch ein oder mehrere dieser Hinweise zu, solltest du in jedem Fall einen Tierarzt aufsuchen. Die Anzeichen sind nicht eindeutig für einen Wurmbefall. Ebenso können sich andere Erkrankungen oder Verdauungsstörungen durch eine falsche Fütterung verantwortlich zeigen.

Bei Haarverlust kommen zudem Parasiten wie Milben und Flöhe oder Haarlinge infrage. Ebenso kann es sich um eine Allergie handeln.

Eine tierärztliche Abklärung muss also dringend erfolgen, um die entsprechende Behandlung durchführen zu können.

Ein eindeutiges Anzeichen ist eine Veränderung des Kots: Bei einem extremen Wurmbefall kann dieser Wurmeier enthalten, die als weiße Punkte sichtbar sind.

Ebenso können sich Larven oder Abschnitte von Würmern darin befinden, die ebenfalls mit bloßem Auge zu erkennen sind. Eine schleimige Hülle um die Köttel und Veränderungen in der Konsistenz sind ebenso möglich.

Sind Würmer gefährlich für Kaninchen?

Ja, ebenso wie Kokzidien – einzellige Parasiten – und die Auslöser von E. cuniculi können Würmer erhebliche gesundheitliche Schäden bewirken.

Sie halten sich nicht nur im Darm auf, und stören hier die Verdauung. Sie bewirken unter anderem auch, dass nicht mehr ausreichend Nährstoffe aufgenommen werden und das Immunsystem geschwächt wird.

Lebenswichtige Prozesse können so nicht mehr normal ablaufen.

Die Anfälligkeit für Krankheiten steigt, Wunden heilen schlechter und es besteht das Risiko, dass aufgrund der gestörten Verdauung lebensgefährliche Zustände eintreten.

Eine Behandlung sollte daher in jedem Fall schnell erfolgen.

Hinzu kommt, dass sich die Eier der Würmer im gesamten Körper verteilen können. Sie verkapseln sich und wachsen zu Larven heran. Dabei wird zum einen Gewebe zerstört. Zum anderen können Entzündungen entstehen.

Um nicht von der körpereigenen Abwehr als Fremdkörper erkannt zu werden, produzieren die Larven ein Sekret, das sie schützt, den Organismus des Kaninchens jedoch belastet. Da sie auch in den Organen die Nährstoffzufuhr des Kaninchens für sich nutzen, kann es zu einer Schwächung und zum Gewichtsverlust kommen.

Gerade bei sehr kleinen, jungen oder bereits geschwächten Kaninchen kann ein Wurmbefall also eine schwere Belastung darstellen und sogar zum Tode führen.

Dank moderner Präparate ist es jedoch möglich, die Parasiten abzutöten und auszuscheiden. Die Behandlung muss allerdings frühzeitig erfolgen, um Folgeschäden zu vermeiden beziehungsweise so gering wie möglich zu halten.

Bei einem Verdacht auf Würmer solltest du daher keine Zeit verschwenden, sondern sofort die erforderlichen Untersuchungen durchführen lassen.

Wurmbefall: So läuft die Diagnose

Wurmeier, Larven oder Wurmsegmente im Kot sind eindeutige Hinweise auf einen Wurmbefall.

Allerdings tritt dieses Symptom nicht in jedem Fall auf.

Eine umfassende Diagnose ist daher unerlässlich. Bis der Tierarzt zu einem Befund gelangen kann, müssen verschiedene Schritte durchlaufen werden. Bei diesen handelt es sich um:

Die Anamnese bei Wurmbefall

Hierbei werden zunächst wichtige Fragen gestellt, die die Symptome erfassen und die mögliche Ursache eingrenzen sollen.

Wichtig sind beispielsweise:

  • Art der Fütterung
  • Dauer der Symptome
  • Ursprung des Futters
  • Kontakt zu anderen Tieren
  • Freilauf in Garten oder auf dem Balkon

Je genauer du diese Informationen geben kannst, umso besser ist dies für eine schnelle Diagnose.

Menge, Art und Herkunft des Futters spielen gerade bei einem Verdacht auf Würmer aber auch auf eine sonstige Störung der Verdauung entscheidende Rollen.

Wann die Anzeichen erstmalig auftraten, ob sie sich verschlimmert haben oder mit weiteren Problemen einhergehen, solltest du ebenfalls angeben.

Die körperliche Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung werden alle Bereiche kontrolliert, die einen Aufschluss auf die Ursache geben können und den Umfang der Symptome klären. Überprüft werden:

  • Körpertemperatur
  • Augen
  • Schleimhäute
  • Mund und Zähne
  • Genitalbereich
  • After
  • Ohren
  • Bauch

Der Tierarzt wird dein Tier abtasten und Sichtkontrollen durchführen sowie Fieber messen und dein Kaninchen wiegen.

Falls kahle Stellen bestehen oder das Fell generell dünn geworden ist, kann zudem eine Untersuchung der Haut stattfinden und gegebenenfalls Hautzellen abgekratzt werden, um Parasiten in diesem Bereich auszuschließen.

Untersuchung von Kot und Blut

Sind die Ergebnisse nach Anamnese und anfänglicher körperlicher Untersuchung noch nicht eindeutig, können eine Blutabnahme und eine Kontrolle des Kots erforderlich sein.

Für die Kotuntersuchung kannst du über drei Tage hinweg die Köttel sammeln und am Tag der Untersuchung separat frischen Kot sicher verpackt mit zum Tierarzt nehmen.

Die Köttel oder der Durchfall werden auf Anzeichen für Würmer und sonstige Parasiten sowie gegebenenfalls auf Bakterien und Pilze geprüft. Dieser Schritt ist sehr wichtig, da hiermit nicht nur Würmer an sich gefunden, sondern auch die genaue Art bestimmt werden kann.

Zudem fallen andere Erreger oder eine gestörte Darmflora auf, was ebenfalls entscheidend für eine angepasste Behandlung ist.

Bei sehr starken Symptomen ist zusätzlich dennoch eine Untersuchung des Blutes notwendig und sinnvoll. Denn da Würmer den gesamten Organismus schwächen, ist es keine Seltenheit, dass parallel andere Erkrankungen bestehen, die Entzündungswerte erhöht sind oder die Funktion verschiedener Organe beeinträchtigt ist.

Eine medikamentöse Behandlung kann daher auch für diese Bereiche erforderlich sein.

Die Behandlung, wenn dein Kaninchen von Würmern befallen ist

Die Therapie bei einem Wurmbefall besteht in der Regel aus dem Verabreichen von Wurmmitteln über mehrere Tage hinweg.

Dies wird auch als Kaninchen-Wurmkur bezeichnet.

Die Medikamente liegen als Paste oder Flüssigkeit vor, die du deinem Kaninchen direkt in den Mund applizierst.

Welches Mittel zum Einsatz kommt, ist von der jeweiligen Wurmart abhängig. Sehr bekannt und aufgrund der guten Wirksamkeit häufig genutzt ist Panacur.

Rintal und Telmin können nebst anderen ebenfalls zum Einsatz kommen.

Wichtig ist hierbei, dass du dich an die Angaben des Tierarztes hältst. Die Medikamente müssen in regelmäßigen zeitlichen Abständen verabreicht werden und das über die veranschlagte Dauer hinweg. Ein frühzeitiges Absetzen kann dazu führen, dass der Wurmbefall sofort wiederkehrt, da noch Eier und Larven vorhanden sind und der Organismus weiterhin geschwächt ist.

Zu der Behandlung eines Wurmbefalls gehört jedoch noch mehr als das Verabreichen des passenden Medikaments. Durch weitere ergänzende Maßnahmen kannst du nämlich den Heilungsprozess erheblich beeinflussen.

Welche das sind, erfährst du im nächsten Kapitel!

3 Tipps: Die Heilung bei Wurmbefall positiv unterstützen

#1: Sauberkeit

Trotz der Wurmkur können sich weiterhin Eier und Larven in der Streu, auf dem Futter und an sonstigen Einrichtungsgegenständen des Käfigs finden.

Du musst daher alles gründlich reinigen und gegebenenfalls austauschen.

Der Einsatz von tierfreundlichen Desinfektionsmitteln und einem Dampfreiniger bietet sich an, um ein hohes Maß an Sauberkeit und Hygiene zu erreichen.

Zudem kannst du während der Wurmkur anstelle von Einstreu Zellstoff verwenden, solange dein Kaninchen diesen nicht frisst. Das erleichtert die tägliche Reinigung deutlich.

#2: Andere Tiere mitbehandeln

Wenn du dein Kaninchen artgerecht, also mit mehreren Artgenossen zusammenhältst, musst du alle Tiere behandeln. Denn die Kaninchen teilen sich Futter, Wasser und Einstreu, putzen sich gegebenenfalls gegenseitig und fressen teilweise auch den Blinddarmkot eines anderen Tieres.

Sie sind somit permanent den Wurmeiern und Larven ausgesetzt und nehmen diese ebenfalls auf.

Um eine erneute oder wiederkehrende Ansteckung zwischen den Kaninchen zu vermeiden, müssen daher alle zeitgleich eine Wurmkur erhalten.

#3: Immunsystem und Darmflora aufbauen

Nach dem Befall und der Therapie sowie einer symptomatischen Behandlung sind die körpereigene Abwehr und die Darmflora geschwächt beziehungsweise angegriffen. Das bedeutet, dass dein Kaninchen weiterhin anfällig für Krankheiten ist und unter Verdauungsstörungen leiden kann.

Um diese Probleme zu lösen und die Beschwerden so gering wie möglich zu halten, solltest du gezielt das Immunsystem und die Darmflora aufbauen.

Das erreichst du durch:

  • spezielle Mittel für den Aufbau der Darmflora wie Petvital Darm-Gel oder Rodicare akut
  • Schonkost mit leicht verdaulichen und nicht blähenden Futtermitteln
  • Anbieten von Kamillentee oder Fencheltee
  • Kräuterheu
  • Morosche Möhrensuppe
  • Wärme
  • Vermeiden von Stress
  • leichte, aber regelmäßige Bewegung
  • Sauberkeit im Käfig

Abhängig davon, wie stark dein Kaninchen durch den Wurmbefall geschwächt war, kann das Aufbauen und Aufpäppeln eine längere Zeit in Anspruch nehmen.

Die gezielten Maßnahmen sorgen jedoch dafür, dass das Risiko für Rückschläge geringer ist und sich dein Tier schneller wieder richtig wohlfühlt.

Vorbeugung gegen Würmer

Einem Wurmbefall lässt sich nicht zu einhundert Prozent vorbeugen. Du kannst das Risiko dafür jedoch erheblich senken, wenn du auf die folgenden Punkte achtest:

Kein Futter sammeln

Verzichte darauf, Grünfutter an Wegesrändern oder in Bereichen zu sammeln, an denen auch andere Tiere gelangen können.

Durch Kot und Urin von Kaninchen, Hasen, Mardern, Füchsen, Waschbären, Katzen und Hunden sowie Vögeln kann dieses verunreinigt sein und neben Wurmeiern auch andere Parasiten übertragen oder durch Insektizide und Pestizide belastet sein.

Grünfutter und Frischfutter gut abspülen

Kräuter, Gemüse, Obst und anderes Frischfutter oder Grünfutter solltest du vor dem Verfüttern gut reinigen. Das ist zumindest dann notwendig, wenn du es nicht selbst und möglichst sicher angebaut hast.

Futter selbst anbauen

Auch wenn dir kein Garten zur Verfügung steht, kannst du Kräuter und andere Pflanzen, wie Löwenzahn, Gras, Gemüse und Obst auf dem Balkon oder in der Wohnung wachsen lassen.

Im Garten kannst du die Gewächse durch ein Hochbeet sichern oder sie mit Gittern und Netzen vor anderen Tieren schützen. Zudem besteht hier nicht die Gefahr, dass das Futter durch Insektizide, Dünger, Fungizide oder sonstige Mittel belastet ist.

Artgerechte Ernährung

Viel Grünfutter, Heu und Wasser bilden die Basis für eine ausgewogene Ernährung von Kaninchen. Diese kannst du mit Gemüse und Obst bereichern. Zum Nagen bieten sich Zweige an.

Bewegung und Auslastung

Bewegung und Auslastung kommt bei Kaninchen leider oftmals zu kurz.

Handelsübliche Käfige und Ställe sind deutlich zu klein für ausreichend Bewegung. Die Möglichkeiten für Futtersuche und Spielen entfallen. Gönne deinen Tieren daher täglich möglichst viel Freilauf in der Wohnung oder einem Außengehege.

Sorge außerdem für eine geeignete Beschäftigung.

Stress vermeiden

Laute Geräusche, hektische Bewegungen, die Gegenwart von Raubtieren oder ständige Konflikte zwischen den Kaninchen erzeugen Stress. Dieser wirkt sich negativ auf das Immunsystem aus und kann damit einen Befall beziehungsweise die Ausbreitung der Würmer im Körper begünstigen.

Auf Sauberkeit achten

Verschmutzte Einstreu erhöht die Belastung für das Immunsystem.

Auch schmutziges oder abgestandenes Wasser und verdorbenes Futter sind negative Faktoren, die es zu vermeiden gilt.

Regelmäßige Kontrollen

Untersuch dein Kaninchen regelmäßig.

Veränderungen, wie ein aufgedunsener Bauch, weiße Segmente im Kot, Fellverlust und Gewichtsabnahme fallen so schneller auf und lassen sich frühzeitig behandeln.

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