Sind Wespenstiche gefährlich für Kaninchen? (inkl. Behandlungstipps und Vorbeugung)

Wespen sind nützliche, wenn auch lästige Tiere im Garten und sorgen bei so manchem Zweibeiner für eine schnelle Flucht.

Können sie aber auch Kaninchen etwas anhaben und sogar eine Lebensgefahr darstellen?

Ob ein Wespenstich für dein Kaninchen gefährlich ist und was du im Falle eines Stiches tun kannst bzw. solltest erfährst du in diesem Beitrag.

Außerdem verraten wir dir, wie du einen Wespenstich beim Kaninchen überhaupt erkennst.

Los geht’s!

Einführung: Warum stechen Wespen?

In der Regel stechen die Insekten nur dann zu, wenn sie sich selbst, ihr Nest oder eine Nahrungsquelle in Gefahr sehen.

Da sie ihren Stachel anders als Bienen dabei nicht verlieren, können sie wiederholt angreifen.

Dabei injizieren sie ein Sekret, das zu leichten bis ernsthafte Beschwerden führen kann.

Kaninchen jagen die Insekten nicht und greifen auch nicht absichtlich ihre Nester an. Aus diesen Gründen handelt es sich bei Stichen also um Missverständnisse. Dennoch können sie gefährlich für deine Kaninchen werden und erhebliche Beschwerden auslösen.

Risiken für Wespenstiche

Mit Sicherheit kennst du es selbst: Du hast dich gerade gemütlich mit Kaffee und Kuchen in den sonnendurchfluteten Garten gesetzt und schon schwirrt die erste Wespe zielgenau um deinen süßen Snack.

Lästig? Keine Frage.

Solange du nicht allergisch bist und Essen sowie Getränke vor jedem Schluck und jedem Bissen kontrollierst, stellen die Insekten jedoch keine große Gefahr dar.

Anders verhält es sich, wenn du:

  • das Nest störst oder sogar versuchst es zu beseitigen
  • beim Barfußlaufen auf eine Wespe trittst
  • beginnst zu wedeln oder nach den Insekten zu schlagen

Ebenso verhält es sich bei Kaninchen.

Treten sie direkt auf eine Wespe, „jagen“ sie diese versehentlich beim Spielen und Rasen oder befinden sich die Insekten am Obst, kann es zu Stichen kommen. Gleiches gilt, wenn sich das Wespennest an oder gar im Kaninchenstall befindet und deine Haustiere daran schnuppern oder kratzen.

Wo werden Kaninchen von Wespen gestochen?

Aufgrund ihres dichten und dicken Fells sind Kaninchen vergleichsweise gut gegen Wespenstiche geschützt.

So wirkt es zumindest.

Leider bedeutet es jedoch nur, dass sich die Insekten angreifbare Stellen suchen, um zuzustechen.

Zu diesen gehören:

  • Augen und Augenlider
  • Ohren
  • Nase
  • Mund
  • Pfoten
  • Analbereich
  • Genitalbereich

Kurz gesagt überall da, wo wenig bis kein Fell vorhanden ist, ist das Risiko für einen Stich besonders hoch. Das ist auch darin begründet, dass der Stachel der Wespe für gewöhnlich nicht durch das Fell deines Kaninchens reicht.

Allerdings handelt es sich bei den aufgezählten Bereichen um sehr empfindliche Stellen, was die Beschwerden noch intensiviert.

Im Falle der Atemwege, also Nase und Maul, ist das Risiko für lebensbedrohliche Verläufe besonders hoch. Daher solltest du genau wissen, wie du einen Wespenstich erkennst und wie du reagieren musst.

Lies also weiter, um umfassend vorbereitet zu sein.

Wie kann ich einen Wespenstich erkennen?

Dass dein Kaninchen von einer oder gar mehreren Wespen gestochen wird, wirst du in den wenigsten Fällen direkt miterleben.

Vor allem, da Kaninchen nur selten Laute von sich geben.

Verhalten und Symptome im Anschluss sind daher wichtige Hinweise, die du kennen musst.

Zu ersteren gehören:

  • plötzliches und hektisches Rennen
  • Apathie
  • Reiben und Kratzen
  • Schonen einer Pfote
  • übermäßiges Lecken
  • Meiden von Berührungen

Da Wespen ihren Stachel bei einem Stich nicht verlieren, steckt dieser auch nicht mehr in der Wunde. Sichtbare Hinweise finden sich also nur in den Folgen der Verletzung und der Injektion des Giftes.

Zu diesen gehören:

  • Schwellungen
  • Rötung
  • Wärmeentwicklung
  • Berührungsempfindlichkeit und Schmerzen
  • Entwicklung von Quaddeln

Wenn die Atemwege betroffen sind, der Stich also direkt in die Nase oder im Maul erfolgt ist, kann dein Kaninchen zudem Probleme beim Atmen haben. Eine röchelnde Atmung, nach Luft schnappen und ein beschleunigter Herzschlag sind die möglichen Folgen.

In diesem Fall musst du unbedingt sofort einen Tierarzt aufsuchen, denn es besteht Lebensgefahr.

Schockzustand durch Wespenstich – ist das möglich?

Leider ist ein Schockzustand durch das Wespengift auch bei Kaninchen möglich.

Betroffen davon sind nicht nur besonders kleine oder junge Tiere.

Sofern eine Allergie besteht oder der Organismus bereits durch andere Faktoren geschwächt ist, mehrere Stiche erfolgten oder die Luftzufuhr eingeschränkt wird, kann jedes Tier einen Schock erleiden.

Anzeichen dafür sind unter anderem:

  • sehr schnelle Atmung
  • beschleunigter, unregelmäßiger Herzschlag
  • Kaninchen wirkt apathisch und schwach
  • wankendes Gehen
  • Tier fällt um

Ebenso wie bei der Atmung muss sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Der Zustand ist lebensgefährlich und kann sich rapide verschlechtern.

Selbst dann, wenn es nicht zur Atemnot, allergischen Reaktionen oder einem Schockzustand kommt, können nach dem Wespenstich Probleme entstehen.

Daher solltest du wissen, wie du dich verhalten musst und was du tun kannst.

Was tun mit dem Kaninchen nach einem Wespenstich?

Wenn dein Kaninchen von einer Wespe gestochen wurde oder du das zumindest vermutest – jedoch keine Lebensgefahr besteht – solltest du die Wunde zunächst reinigen.

Gut geeignet hierfür ist ein Desinfektionsmittel, das auch auf Schleimhäuten zum Einsatz kommen kann. Hierdurch werden eingetragene Keime entfernt beziehungsweise abgetötet und das Risiko für Infektionen sinkt.

Denn genau diese stellen auch bei anderweitig harmlosen Stichen eine Gefahr dar.

Durch das Reiben, Kratzen und die Einstichstelle können Bakterien und Viren in den Organismus gelangen. Von hier aus können sie sich verbreiten und nicht nur eine lokal begrenzte Infektion auslösen.

Neben der wiederholten Desinfektion solltest du daher auch die Wunden kühlen. Hierdurch werden der Juckreiz und die Schwellung gelindert. Auf die Schmerzen kann das Kühlen ebenfalls einen reduzierenden Effekt haben.

Bestehen die Beschwerden länger als ein bis zwei Tage oder verschlimmern sie sich sogar, musst du dennoch einen Tierarzt aufsuchen. Bei empfindlichen Bereichen, wie dem Auge, kann das von Anfang an angeraten sein.

Der Tierarzt kann gegebenenfalls Antibiotika verschreiben, Salben einsetzen und Tipps zur Nachsorge geben.

Wespenstichen vorbeugen – was kann ich tun?

Ideal ist es natürlich, wenn du es gar nicht erst zu einem Wespenstich kommen lässt. Im Garten ist das nicht ganz einfach und mit etwas Aufwand verbunden, aber durchaus möglich.

Dazu solltest du die folgenden Schritte befolgen:

#1: Auslauf sichern

Ein Insektennetz oder Moskitonetz über dem Auslauf kann verhindern, dass sich Wespen oder Bienen darin befinden.

Zudem werden tagsüber Fliegen und nachts Mücken ferngehalten.

Allerdings wird auch die Belüftung eingeschränkt, ebenso wie der Ausblick deiner Kaninchen. Günstig ist es daher, einen größeren Abstand und eine schwarze Variante zu wählen. Durch den Abstand zwischen Auslauf und Netz wird die Luftbewegung begünstigt.

Die schwarze Farbe ermöglicht eine bessere Sicht.

#2: Regelmäßige Kontrollen

Bevor die Kaninchen in den Auslauf dürfen, solltest du ihn gründlich kontrollieren.

Befindet sich ein Stall darin und leben die Kaninchen das ganze Jahr über draußen, sind regelmäßige Kontrollen ebenfalls wichtig.

Ställe aus Holz können zum einen Material für den Nestbau bieten. Zum anderen kann der Stall selbst für den Nestbau genutzt werden. Bei der Reinigung und dem Wechsel der Einstreu kannst du also direkt überprüfen, ob sich Insekten darin ausgebreitet haben.

Falls du auf ein Nest stößt, denk an die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen und entferne zunächst deine Tiere aus Stall und Auslauf. Um dich selbst nicht in Gefahr zu bringen, solltest du das Nest professionell entfernen lassen.

#3: Vorsicht bei Frischfutter

Futter mit einem hohen Zuckergehalt, wie Äpfel, Bananen und Beeren, wirkt auch auf die Wespen verlockend.

Gib es daher am besten nur dann, wenn die Kaninchen aber nicht die Insekten aktiv sind.

Ideal ist die morgendliche und abendliche Dämmerung. Für die Wespen ist es dann noch zu kühl oder aber zu dunkel.

Entferne Futterreste im Anschluss direkt und gründlich. Dadurch kannst du vermeiden, dass die Insekten angelockt werden. Auch Bienen und Ameisen lassen sich dadurch fernhalten.

#4: Der richtige Standort

Wenn es sich um einen Auslauf ohne Stall handelt, der problemlos umgestellt werden kann, solltest du vor jedem Standortwechsel den Boden kontrollieren.

In der Erde lebende Wespen sind zwar in der Regel ungefährlich, können sich aber ebenfalls bedroht fühlen und stechen.

#5: Wohnungshaltung

In der Wohnung ist die Vorbeugung deutlich einfacher.

Hier reicht es aus, Fliegengitter an den Fenstern anzubringen. Dadurch werden die Wespen draußen gehalten und deine Kaninchen sind sicher.

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