Diese 8 Insekten sind für Kaninchen gefährlich (inkl. Vorbeugung und Erste Hilfe)

Nicht nur Insekten wie Bienen und Wespen sind für Kaninchen gefährlich, auch Mücken und Fliegen stellen ein hohes Risiko dar.

Hinzu kommen weitere Parasiten, wie Flöhe, Zecken und Milben.

In diesem Beitrag verraten wir dir, welche 8 Insekten eine große Gefahr für deine Kaninchen darstellen und zeigen dir außerdem, was du im Falle einer Berührung zwischen deinem Tier und den Insekten tun kannst.

#1: Bienen

Die nützlichen Insekten sind entscheidend für die Befruchtung vieler Blüten und sollten unbedingt geschützt werden. Allerdings können sie auch bei drohenden Gefahren stechen, um ihr Volk zu beschützen.

Da Kaninchen keine Insekten fressen, handelt es sich hierbei in der Regel um einen Zufall. Dieser kann beispielsweise dann eintreten, wenn dein Tier gerade Obst oder Gemüse isst und sich eine Biene darauf befindet.

Durch das dichte Fell sind Kaninchen zwar vergleichsweise gut geschützt, dennoch kann es aber zu einem Stich an den Pfoten, der Nase oder im Bereich des Mundes kommen. Charakteristisch ist, dass Bienen bei dem Stich ihren Stachel verlieren, der dann noch in der Wunde stecken kann.

Gefahren bei einem Bienenstich

Die hauptsächliche Gefahr bei einem Bienenstich ist, dass eine starke Schwellung auftreten kann.

Bei sehr empfindlichen Tieren ist sogar ein anaphylaktischer Schock möglich. Hierbei handelt es sich um eine lebensbedrohliche Situation, da unter anderem der Kreislauf versagt.

Bring dein Tier in diesen Fällen umgehend zum Tierarzt oder in eine Tierklinik.

Bei einer starken Schwellung an der Nase oder im Mundraum ist das ebenfalls notwendig, da die Atmung eingeschränkt sein kann.

Achte zudem darauf, den Stachel zu entfernen, sofern er noch vorhanden ist. Verwende dafür am besten eine Pinzette. Desinfiziere die Wunde im Anschluss und kontrolliere sie mehrfach täglich.

Entsteht durch den Bienenstich eine Entzündung, kann der Einsatz eines Antibiotikums notwendig werden.

#2: Wespen

Wespen können sich deutlich aggressiver als Bienen zeigen, stechen in der Regel jedoch ebenfalls nur dann zu, wenn sie sich oder ihr Nest bedroht sehen. Zudem werden sie stark von süß riechenden Lebensmitteln, wie Obst, angezogen.

Anders als bei Bienen findet sich bei Wespen kein Stachel in der Wunde.

Die Auswirkungen bestehen allerdings ebenfalls aus Schwellungen und Rötungen. Die Gefahren sind ebenfalls gleich.

#3: Hornissen

Obwohl Hornissen sehr groß sind und daher mehr Menschen Angst vor ihnen haben, sind diese Insekten nur selten eine Gefahr.

Sie sind friedfertig und halten sich häufig nicht in der direkten Nähe von anderen Lebewesen auf.

Kommt es dennoch zu einem Stich, beispielsweise, weil dein Kaninchen im Garten versehentlich auf eine Hornisse tritt, sind Schwellungen, Rötungen und Schmerzen möglich.

Auch Entzündungen können eintreten.

Halte die Wunde daher sauber und kühle sie, um die Beschwerden zu lindern.

Stichen vorbeugen

Um Stichen durch diese Insekten vorzubeugen, solltest du beim Freilauf im Garten zunächst das Gehege kontrollieren.

Beachte zudem, dass Wespen und Hornissen ihre Nester direkt am oder im Hasenstall bauen können. Das stellt ein erhebliches Risiko dar.

In diesem Fall solltest du das Nest entfernen lassen.

Bei einzelnen Tieren hilft es hingegen, kein Obst zu verfüttern oder dieses nur unter Aufsicht zu geben. Entferne im Anschluss direkt alle Reste, damit weder Wespen noch Bienen angezogen werden.

Fallobst oder verdorbene Futterreste sowie zahlreiche Blühpflanzen können die Insekten zusätzlich anlocken.

Das solltest du bei der Wahl des Standortes von Stall und Gehege dringend bedenken.

In der Wohnung kannst du durch das Anbringen von Fliegengittern sehr einfach einen Schutz erwirken. Lagere Obst zudem im Kühlschrank oder luftdicht verpackt und lass auch hier keine Reste im Käfig liegen.

Dadurch verhinderst du nicht nur, dass Wespen und Bienen angezogen werden.

#4: Mücken

Mücken sind für Menschen lästig. Die Stiche der kleinen Insekten können jedoch aus drei Gründen gefährlich werden und mehr erzeugen als unangenehmen Juckreiz (dazu gleich mehr).

Da sich Mücken von Blut ernähren, sind sie bei der Wahl ihrer Nahrungsquelle nicht wählerisch.

Wiederum ist dein Kaninchen durch das dichte Fell verhältnismäßig gut geschützt. Dennoch sind Stiche gerade an Stellen mit dünnerer Behaarung möglich.

Gefahren durch Mückenstiche

Das größte Risiko ist bedingt durch den Juckreiz: Dein Kaninchen wird sich kratzen.

Kommt es hierbei zu Verletzungen der Haut, können Keime eindringen und Entzündungen entstehen. Gegebenenfalls ist also eine Behandlung beim Tierarzt erforderlich.

Sollten sich starke Rötungen zeigen oder sogar Eiter gebildet werden, reicht ein einfaches Desinfizieren der Wunde also nicht mehr aus.

Eine weitere Gefahr besteht darin, dass die Schwellung sehr stark wird und dadurch etwa die Atmung eingeschränkt wird. Reichen abschwellende Maßnahmen wie das Kühlen nicht mehr aus, ist ebenfalls ein Tierarztbesuch erforderlich.

Derlei Fälle treten jedoch bei einem Mückenstich selten ein.

Die weitaus größte Gefahr ist jedoch, dass Mücken Krankheiten übertragen können.

Darunter auch Myxomatose.

Diese durch Viren erzeugte Infektion ist unter anderem als Kaninchenseuche bekannt und endet oftmals tödlich. Da du Mückenstiche vorwiegend im Freien nie vollständig ausschließen kannst, solltest du dein Tier in jedem Fall impfen lassen.

Vorbeugung

In der Wohnung kannst du durch Fliegengitter an den Fenstern einen gewissen Schutz erreichen. Bereits kleine Löcher reichen jedoch aus, damit Mücken hineingelangen können.

Im Freien ist eine Vorbeugung hingegen kaum möglich.

Bei Gehegen kannst du jedoch ein Moskitonetz so anbringen, dass der Auslauf geschützt ist. Damit werden nicht nur Mücken ferngehalten.

#5: Zecken

Zecken können Krankheiten übertragen und ernähren sich von dem Blut ihrer Wirte, indem sie sich in der Haut verankern.

Haben sie sich vollgesaugt, fallen sie von allein ab.

Da sie jedoch immense Mengen trinken können, verweilen sie mehrere Stunden bis hin zu mehreren Tagen. Dabei gelangt immer mehr Speichel in die Wunde.

Eine schnelle Entfernung ist daher entscheidend!

Die braunen, grauen bis schwarzen Zecken fallen oftmals kaum auf, da sie anfangs flach und nur wenige Millimeter lang sind. Hinzu kommt, dass sie erst beim längeren Saugen in dem dichten Fell deines Kaninchens als „Fremdkörper“ spürbar werden.

Gefahren durch Zecken

Eine Gefahr besteht darin, dass sich eine Entzündung bilden kann, die zunächst unentdeckt bleibt. Eitriger Ausfluss, starke Rötungen und Schwellungen sind typisch dafür.

Neben einer äußeren Desinfektion kann daher die Gabe von Antibiotika erforderlich sein.

Das größte Risiko ist jedoch, dass Zecken ebenso wie Mücken oder Flöhe Krankheiten übertragen können. Umso länger die Zecke saugen konnte, desto größer ist das Risiko einer Infektion.

Kontrolliere dein Kaninchen daher täglich und gründlich, da die Parasiten in dem dichten Fell nur schwer auffallen.

Entferne die Zecke so schnell wie möglich!

Dafür eignet sich etwa eine Zeckenkarte oder eine Zeckenzange.

Traust du dir die Entfernung selbst nicht zu, such einen Tierarzt auf. Das ist auch dann notwendig, wenn bei der Entfernung Teile der Zecke in der Haut verbleiben oder sie sich bereits vollgesaugt hat.

Für den Fall, dass du eine frühzeitige Behandlung gegen eventuelle Erkrankungen ermöglichen willst, lass die Zecke von dem Tierarzt untersuchen. Dadurch wird klar, ob Erreger übertragen wurden und die Therapie für dein Kaninchen kann direkt beginnen.

Verbote

Lange Zeit wurden Zecken „erstickt“, indem Fettcreme oder andere Salben aufgetragen wurden, damit die Parasiten sich lösen und schneller abfallen.

Achtung: Das Problem hierbei ist jedoch, dass die betroffene Zecke Stress empfindet und dabei vermehrt Sekrete abgibt. Die Gefahr für eine Krankheitsübertragung wird also erhöht.

Ebenso solltest du den Parasiten nicht mit den Fingern aus der Haut drehen oder ziehen. Hierbei besteht das Risiko dafür, dass du den Körper abreißt, der Kopf jedoch in der Kaninchenhaut verbleibt.

Vorbeugung gegen Zecken

Die Gefahr für Zeckenbisse ist im Freilauf immer gegeben. Zudem kannst du selbst bei einer reinen Wohnungshaltung deines Kaninchens selbst Zecken unbemerkt nach drinnen tragen.

Sogenannte Spot-On-Präparate können also sinnvoll sein.

Sie werden im Nacken aufgetragen und sollen die Parasiten abschrecken.

Die schlechte Nachricht: Sie funktionieren nicht immer vollständig.

Auf Kontrollen solltest du daher keinesfalls verzichten.

Behandlung

Günstig ist es, wenn du die Zecke durch einen Tierarzt untersuchen lässt. Ob eine medikamentöse Behandlung deines Kaninchens nach dem Biss erforderlich ist, lässt sich dadurch besser bestimmen.

Bei Entzündungen solltest du ebenfalls einen Tierarzt aufsuchen, um schwerere Verläufe zu verhindern.

#6: Flöhe

Bei Flöhen handelt es sich um kleine, dunkelbraune bis schwarze Parasiten. Sie ernähren sich von Blut und können sich sehr schnell vermehren.

Weibliche Flöhe legen bis zu 40 Eier pro Tag ab. Zudem sind die Parasiten sehr aktiv und können sich somit nicht nur auf deinem Kaninchen, sondern in der gesamten Umgebung verteilen.

Die Bekämpfung ist dadurch schwierig und aufwendig.

Achtung: Bereits wenige Exemplare reichen aus, um eine große Population zu erzeugen.

Zudem können die Eier bis zu drei Monate beispielsweise in Teppichen, Rillen im Boden oder unter Fußleisten erhalten bleiben.

Flöhe finden

Typische Anzeichen für einen Flohbefall sind starker Juckreiz. Dein Kaninchen kann sich sogar Stellen kahl kratzen und dabei die Haut verletzen.

Neben diesen Symptomen ist vorwiegend der Flohkot ein wichtiger Hinweis.

Bürstest du dein Kaninchen aus oder streichelst es, fällt dieser in Form von schwarzen, trockenen Krümeln auf. Legst du diese im Anschluss auf ein feuchtes Stück Zellstoff oder zerreibst sie auf einem Stück weißen Papier, bilden sich rote Flecken oder Striemen.

Gefahren durch Flöhe

Flöhe können die Haut stark reizen und durch das Kratzen zu Verletzungen führen.

Diese machen wiederum Entzündungen wahrscheinlicher. Hinzu kommt, dass die Parasiten Krankheiten übertragen können.

Dazu gehört unter anderem auch Myxomatose (s. Mücken).

Eine Impfung ist daher in jedem Fall empfehlenswert.

Zudem können die Kaninchenflöhe auf dich übergehen. Eine frühzeitige Bekämpfung ist daher gleich aus mehreren Gründen sinnvoll.

Vorbeugung und Behandlung

Flöhe können durch andere Tiere aber auch durch Heu eingetragen beziehungsweise übertragen werden.

Eine Vorbeugung ist daher kaum möglich.

Entsprechende Spot-On-Präparate sind jedoch erhältlich und vor allem bei einer Haltung im Garten ratsam.

Kommt es dennoch zu einem Befall, musst du schnell handeln. Such einen Tierarzt auf, um ein entsprechendes Mittel für dein Kaninchen zu erhalten.

„Behandle“ zudem auch die Umgebung mit. Dazu gehören die folgenden Punkte:

  • Wechsel: Tausche umgehend die Einstreu vollständig aus und entferne alle Einrichtungsgegenstände aus dem Käfig oder Stall.
  • Reinigung: Reinige alles gründlich. Ideal ist der Einsatz eines Dampfreinigers.
  • Umgebung berücksichtigen: Die Reinigung darf sich nicht nur auf den Käfig beziehen. Auch der Freilauf muss mit einbezogen werden.
  • Kontakttiere behandeln: Hatte dein Kaninchen zu anderen Haustieren Kontakt, solltest du diese in jedem Fall mitbehandeln. Anderenfalls könnten sich die Parasiten erneut ausbreiten.

#7: Milben

Milben sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Sie können jedoch ebenso wie Flöhe einen starken Juckreiz erzeugen und zum Aufkratzen führen.

Neben diesem ist Haarverlust und eine Veränderung der Haut möglich.

Schuppen und verklebtes Fell sind weitere potenzielle Anzeichen. Die Übertragung findet durch Heu und andere Tiere statt.

Zur Diagnose kann es erforderlich sein, eine Abschabung vorzunehmen. Hierbei kratzt der Tierarzt über die Haut und untersucht das Ergebnis.

Gefahren durch Milben

Vor allem schwere Hautreizungen sind möglich.

Hinzu kommt der Fellverlust, der zu kahlen Stellen führen kann. Das wiederum bedingt eine schnellere Unterkühlung und macht dein Kaninchen anfälliger für Verletzungen und Krankheiten.

Behandlung und Vorbeugung

Milben sind die häufigsten Parasiten bei Kaninchen. Sie werden beispielsweise durch Heu eingetragen und sind hartnäckig.

Ein Spot-On-Präparat kann sowohl zur Vorbeugung als auch zur Bekämpfung beziehungsweise Behandlung eingesetzt werden.

Ebenso wie bei Flöhen ist es entscheidend, die Umgebung und den Käfig gründlich zu reinigen, die Streu auszutauschen und dafür geeignete Mittel einzusetzen.

#8: Fliegen

Fliegen können weder stechen noch beißen, stellen aber durchaus eine potenzielle Gefahr dar. Denn legen sie Eier im Fell deines Kaninchens ab, können die daraus entstehenden Maden die Haut schädigen und sich von Gewebe ernähren.

Bei bereits bestehenden Wunden sowie bei starken Verunreinigungen des Fells stellt das eine Gefahr dar.

Vorbeugung und Behandlung

Die beste Vorbeugung ist Sauberkeit und Schutz gegen Fliegen.

Das beinhaltet:

  • Futterreste nicht liegen lassen
  • Frischfutter nur kurz zur Verfügung stellen
  • Käfig, Stall oder Auslauf häufig reinigen
  • Fliegengitter anbringen oder ein Moskitonetz verwenden

Betreibe zudem Fellpflege und verhindere Verschmutzungen der Haare. Auf diese Weise werden Fliegen nicht angelockt.

Ist es dennoch zu einem Fliegen- beziehungsweise Madenbefall gekommen, solltest du sofort eine gründliche Reinigung des betroffenen Bereichs durchführen.

Untersuch dein Kaninchen auf Wunden und desinfiziere diese, wenn nötig.

Auch eine Behandlung durch den Tierarzt kann erforderlich sein, um Infektionen vorzubeugen oder einen schlimmeren Verlauf zu verhindern.

Als vorbeugende Maßnahme kannst du Fliegengitter an den Fenstern anbringen.

Fliegeneier trägst du jedoch unter anderem auch mit Obst und Gemüse in die Wohnung. Ein vollständiger Schutz kann daher nur durch regelmäßige Reinigung erreicht werden.

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