Wann dürfen Baby-Kaninchen nach draußen

Ab wann Baby-Kaninchen nach draußen dürfen, ist nicht allein vom Alter abhängig. Auch Wetter und Temperatur spielen entscheidende Rollen. Zudem muss auf die Sicherheit geachtet werden.

In diesem Beitrag verraten wir dir, was du unbedingt beachten musst.

Am Ende geben wir dir außerdem 8 bewährte Tipps für die Gewöhnung an die Außenhaltung an die Hand.

Ab dürfen Baby-Kaninchen nach draußen?

Obwohl diese Frage einfach klingt und du sicherlich mit einem genauen Alter gerechnet hast, besteht die Antwort aus verschiedenen Teilen.

Zum einen spielt die Entwicklung eine wichtige Rolle.

Sehr junge Kaninchen haben eine empfindliche Verdauung und können durch das große Angebot an Frischfutter wie Gras und Klee schnell überfordert sein. Ebenso wie Magen und Darm muss sich zudem auch das Immunsystem auf die neuen Einflüsse im Freien einstellen und daran gewöhnen können.

Nichtsdestotrotz ist der Aufenthalt im Freien der Gesundheit und der Lebensqualität deines Tieres zuträglich, wenn auf die Sicherheit geachtet wird.

Dazu gehören unter anderem die Temperaturen!

Unabhängig davon, ob es sich um Frost im Winter oder Hitze im Sommer handelt – beides kann eine Gefahr darstellen. Am besten ist es daher, das späte Frühjahr für die Gewöhnung an ein Außengehege zu nutzen.

Die Temperaturen sollten anfangs zwischen 18 und 25 °C betragen. Hierdurch riskierst du weder eine Unterkühlung noch einen Hitzschlag. Pralle Sonne und Regen solltest du dennoch vermeiden.

Wichtig ist außerdem, dass dein Kaninchen nicht nur das Nest verlassen hat, sondern auch sicher auf den Beinen ist. Ebenso wie Babys anderer Säugetiere müssen die Tiere das Laufen erst lernen. In den ersten Wochen sind sie daher noch recht wackelig und können sich in Schreckmomenten leichter verletzen.

Etwa zwischen der vierten und achten Lebenswoche können sie bereits gut navigieren, sodass du ihnen kurze Aufenthalte im Freien gönnen kannst.

Das gilt zumindest dann, wenn es sich um ein sicheres Gehege handelt.

Steht dir kein Garten zu Verfügung und du möchtest mit deinem Kaninchen an der Leine spazieren gehen, solltest du es zuvor daran gewöhnen. Wie das geht, erfährst du hier.

Können Kaninchen dauerhaft draußen leben?

Ja, das ist definitiv möglich. Sie benötigen dafür aber nicht nur einen sicheren Freilauf. Ein isolierter Stall mit ausreichend Platz und Schutz gegen Feuchtigkeit und Kälte ist ebenso entscheidend.

Zudem müssen sich die Tiere nach und nach an die Außenhaltung gewöhnen können.

Das ist unter anderem aufgrund der zahlreichen neuen Reize erforderlich. Die Gerüche und Geräusche sind grundlegend anders als in Haus oder Wohnung.

Hinzu kommen größere Temperaturschwankungen, Wind und Regen sowie Schnee. Auch der Körper muss sich daher auf die neuen Gegebenheiten einstellen. Das gilt nicht nur für Baby-Kaninchen, sondern generell für Tiere, die bisher drinnen gelebt haben.

Wenn du einige Sachen berücksichtigst und deine Kaninchen zunächst nur einige Stunden im Freien verbringen, kann die Außenhaltung durchaus von Vorteil sein. Denn den Tieren steht jederzeit Grünfutter zur Verfügung, das Immunsystem wird trainiert und du kannst ihnen mehr Platz bieten.

Welche Gefahren bestehen bei dem Aufenthalt im Freien für Baby-Kaninchen?

Obwohl frische Luft, mehr Platz und Grünfutter entscheidende Vorteile sind, musst du auf einige Gefahren im Freien achten. Zu diesen gehören unter anderem:

  • giftige Pflanzen
  • zu große Mengen an Grünfutter
  • Unterkühlung
  • Hitzschlag
  • Regen
  • Raubtiere
  • Insektenstiche
  • Flucht

Baby-Kaninchen sind sehr empfindlich und daher anfälliger. Die Risiken der Flucht oder einem Raubtier zum Opfer zu fallen sind aufgrund der geringen Größe ebenfalls höher. Denn die Kaninchen passen leichter auch durch kleine Lücken und können sogar von einer Hauskatze als Beute betrachtet werden.

Hinzu kommen Greifvögel, Füchse, Hunde, Marder und Waschbären. Selbst Ratten können versuchen, kleine Kaninchen zu töten und zu fressen.

Möchtest du deine Tiere im Freien halten, musst du also entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen.

Dazu gehört eine Sicherung unter dem Draht oder Zaun, sodass sich die Kaninchen weder nach außen noch mögliche Feinde darunter nach innen graben können. Tief reichende Rasenkantensteine sind dafür ideal. Eine aus Beton gegossene Grenze kann den Zweck ebenfalls erfüllen, erfordert jedoch mehr Aufwand.

Denk zudem unbedingt auch an die Sicherung nach oben.

Nicht nur, dass deine Kaninchen hochspringen können, während sie spielen oder wenn sie sich erschrecken. Potenziell gefährliche Tiere können durch Springen, Klettern oder Fliegen auf diesem Weg ebenfalls eindringen.

Insekten, wie etwa Mücken, können jederzeit in das Gehege eindringen. Lass deine Tiere daher frühzeitig und regelmäßig impfen. Myxomatose wird durch Mücken übertragen und verläuft in der Mehrzahl der Fälle tödlich. Bevor du dein Baby-Kaninchen nach draußen lässt, sollte es also einen vollständigen Impfschutz aufweisen.

8 bewährte Tipps: Baby-Kaninchen draußen halten

Wenn du dein Kaninchen ganz oder teilweise im Freien halten möchtest, solltest du schrittweise vorgehen. Allein die neuen Reize im Garten oder auf dem Balkon könnten ansonsten überfordernd sein.

Lass dir und einem Kaninchen also Zeit und nutze die folgenden Tipps als Hilfe.

1. Futter langsam umstellen

Auf einer Wiese oder dem Rasen wird dem Kaninchen deutlich mehr Grünfutter zur Verfügung stehen.

Eine zu schnelle Umstellung kann die Verdauung belasten und für Schmerzen, Krämpfe und Blähungen sorgen. Bevor du das Tier also nach draußen bringst, solltest du Magen und Darm allmählich darauf einstellen.

Das funktioniert ganz einfach, indem du jeden Tag etwas mehr frisches Futter beziehungsweise Gras zur Verfügung stellst.

Auch im Freien solltest du das Fressen größerer Mengen anfangs verhindern. In der ersten Woche reicht daher eine halbe Stunde bis eine Stunde pro Tag vollkommen aus.

In der Folge kannst du die Dauer schrittweise steigern.

2. Beobachte dein Tier

Zwitschernde Vögel, bellende Hunde, Verkehrslärm oder lauter Wind können dem Kaninchen anfangs Angst einjagen. Wähle daher zum einen eine möglichst ruhige Tageszeit. Das hilft dem Kaninchen dabei, sich zurechtzufinden und sich an die neuen Eindrücke zu gewöhnen.

Beobachte dein Tier durchgängig, sodass du Angstauslöser erkennen und es gegebenenfalls beruhigen kannst.

Eventuelle Fluchtmöglichkeiten, Stress und Gefahren fallen dir dadurch ebenfalls schneller auf. Risiken für Verletzungen lassen sich dadurch ebenso senken, wie die Einrichtung des Geheges zu optimieren.

3. Sicherheit bieten

Auch wenn der Freilauf dazu dient, dass deine Tiere mehr Platz zur Verfügung haben und sich besser bewegen können, können sie sich dennoch erschrecken.

Durch eine sichere Abgrenzung sorgst du zwar bereits für einen Schutz vor Gefahren, das wird von dem Tier jedoch anders empfunden. Schaffe daher Rückzugsmöglichkeiten.

Gut geeignet sind Schlafhäuser, ein überdachter Unterschlupf und Verstecke aus Ästen und Zweigen.

Planst du ohnehin eine längere Haltung im Freien, kannst du direkt einen Stall zur Verfügung stellen.

4. Vermeide Extreme

Die ersten Erfahrungen im Freien sollten für dein Baby-Kaninchen positiv sein.

Vermeide daher Extreme.

Dazu gehören nicht nur Regen, Wind oder pralle Sonne. Achte schon bei dem Transport ins Freie darauf, dass nicht zu viele neue Eindrücke auf einmal vorhanden sind.

Übe also zuvor das Anheben und Tragen. Gewöhne dein Tier an eine Transportbox oder an eine Leine, bevor du zum ersten Mal nach draußen gehst.

5. Nutze die Dämmerung

In Bezug auf Temperaturen, Lichtverhältnisse und Anpassung sind die Stunden der Dämmerung morgens und abends am besten für Kaninchen geeignet.

Bring das Tier anfangs also am besten in dieser Zeit nach draußen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass es während der Dämmerungsstunden oftmals vergleichsweise ruhig ist. So kann sich dein Baby-Kaninchen besser an die neue Umgebung gewöhnen.

6. Das Freie schmackhaft machen

Ein Gehege im Garten steht längst nicht jedem Kaninchenhalter zur Verfügung.

Auch der Balkon oder ein Spaziergang an Leine und Geschirr können aber für Abwechslung sorgen und das Leben bereichern.

Traut sich dein Kaninchen dennoch nicht, die Umgebung zu erkunden?

Dann locke das Tier mit kleinen Belohnungen. Gut geeignet sind beispielsweise Fenchel, Karotten oder etwas Sellerie.

Das Anbieten von Leckerlies hat zudem einen weiteren Vorteil: Kaninchen fressen wie viele andere Tiere nur dann, wenn sie dazu entspannt genug sind. Interessiert es sich also für ein Blättchen Petersilie oder Löwenzahn, ist das ein gutes Zeichen.

7. An Wasser denken

Auch bei kürzeren Aufenthalten im Freien solltest du in einem Gehege ausreichend Wasser zur Verfügung stellen. Im Idealfall stattest du den Freilauf mit einer gut erreichbaren Trinkflasche aus und bietest Wasser zusätzlich in einer flachen Schale an.

8. Vorsicht beim Spaziergang an der Leine

Wenn ein gesichertes Gehege keine Option ist, kannst du mit deinem Kaninchen spazieren gehen.

Das erfordert Gewöhnung und Geduld.

Zudem musst du vorsichtig sein.

Gerade in enger besiedelten Gebieten oder bei einem hohen Aufkommen von Hunden und Katzen können Abgase, Kot und der Einsatz von Pestiziden gefährlich werden. Das gilt vor allem dann, wenn du dein Kaninchen auf Gehwegen oder stark frequentierten Bereichen, nahe Straßen oder in einem Park spazieren führst.

Lass es in diesem Fall keine Pflanzen fressen und achte genau auf die Umgebung. Ein nahender Hund, laut spielende Kinder oder der Verkehr können das Tier ängstigen und zu Verletzungen führen.

Nimm dein Kaninchen daher besser frühzeitig auf den Arm!

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