Rennmäuse oder Hamster – welches ist das bessere Haustier?

Während Hamster mit zu den beliebtesten Haustieren im deutschsprachigen Raum gehören, zählen Rennmäuse eher zu den Exoten.

Aber warum ist das so?

Eines vorweg: Es liegt nicht daran, dass Rennmäuse die schlechteren Haustiere sind. Auch Rennmäuse haben definitiv ihre Vorteile.

Welche das sind und welches der beiden Tiere im Wettstreit um das bessere Haustier tatsächlich gewinnt, verraten wir dir in diesem Beitrag.

Sind Rennmäuse oder Hamster die besseren Haustiere?

Die Frage, ob Rennmäuse oder Hamster das bessere Haustier für dich sind, lässt sich pauschal nicht beantworten.

Das liegt daran, dass es hierbei sehr auf deinen Charakter, deine Lebensumstände, aber auch deine Absichten ankommt, was du mit deinem Tier machen möchtest.

Außerdem solltest du bedenken, dass Hamster nachtaktiv sind, wohingegen Rennmäuse sowohl tagsüber als auch nachts immer wieder aktive Phasen haben.

Welche Charakterunterschiede gibt es zwischen Rennmäusen und Hamstern?

Der auffälligste Unterschied zwischen den beiden Tierarten besteht darin, dass die Rennmaus ein sehr soziales Tier ist, welches unbedingt den Kontakt zu Artgenossen benötigt, um ein glückliches und artgerechtes Leben führen zu können.

Der Hamster hingegen ist ein absoluter Einzelgänger.

Wird dieser zusammen mit anderen Hamstern gehalten, so sind Streitigkeiten und Beißereien – die nicht selten auch zum Tod eines der Tiere führen können – vorprogrammiert.

Ausnahme ist der Campbell Zwerghamster, der auch in Gruppen gehalten werden kann.

Zudem eignen sich Rennmäuse für Kinder deutlich besser als Hamster, da Hamster nachtaktive Tiere sind und erst in den Abendstunden so richtig wach werden. Da Kinder jedoch meist recht früh ins Bett gehen, werden diese nicht viel Freude an ihrem Haustier haben können.

Rennmäuse hingegen sind zwar auch in erster Linie in der Dämmerung aktiv, doch lassen sich die quirligen Nager auch tagsüber immer wieder bei verschiedenen Aktivitäten beobachten.

Außerdem solltest du dir bewusstmachen, dass Rennmäuse im Gegensatz zum Hamster hervorragende Springer sind und das Gehege daher besonders hoch bzw. zusätzlich nach oben hin abgesichert werden sollte.

Hamster können Höhen schlecht bis gar nicht einschätzen und neigen daher zu einer erhöhten Verletzungsgefahr, wenn du dem Tier einen mehrstöckigen Käfig anbietest.

Platzbedarf und Zubehörartikel

Da Hamster Einzelgänger sind, benötigen diese Haustiere weniger Platz als Rennmäuse.

Doch auch der Hamster möchte sich viel und ausgiebig bewegen!

So benötigt ein Hamster ein Terrarium mit Mindestmaßen von 50 cm Höhe, 100 cm Breite und 50 cm Tiefe. Selbstverständlich freut sich dein Tier sehr, wenn du ihm mehr Platz zur Verfügung stellst.

Wie groß das Terrarium für deine Rennmäuse ausfallen sollte, hängt natürlich in erster Linie davon ab, wie viele Tiere du halten möchtest: 2 Gerbils benötigen ein Terrarium mit Mindestmaßen von 50 cm Höhe, 120 cm Breite und 50 cm Tiefe.

Beide Nagerarten benötigen ausreichend Beschäftigungs- und Nagemöglichkeiten.

Verzichte bitte unbedingt auf Gegenstände aus Plastik sowie auch Gitterkäfige und Trinkflaschen. Biete deinen Tieren stattdessen das Wasser in einem offenen Schälchen an.

Stelle deinen Fellfreunden außerdem Einrichtungsgegenstände aus unbehandeltem Holz zur Verfügung, denn Hamster- und Rennmauszähne wachsen ein Leben lang und müssen daher kontinuierlich abgenutzt werden.

Des Weiteren benötigst du sowohl für die Hamster- als auch für die Rennmaushaltung ein Sandbad, in dem sich die Tiere wälzen und so ihr Fell pflegen können.

Aufgrund der Tatsache, dass beide Tierarten sehr lauffreudig sind, empfiehlt sich ein Laufrad oder ein Drehteller, um den Tieren die Möglichkeit zu bieten, ihren großen Bewegungsdran zu stillen.

Rennmäuse besitzen im Vergleich zu Hamstern einen Schwanz. Aus diesem Grund solltest du deinen Gerbils kein offenes Rad ins Gehege stellen, die das Risiko mit sich bringen, dass sich der Schwanz verfängt und es so zu Verletzungen kommen kann.

Sowohl Rennmäuse als auch Hamster sind begeisterte Tunnelgräber und benötigen daher Einstreu in einer Höhe von mindestens 20 cm, um dieses Bedürfnis stillen zu können.

Des Weiteren sollte ausreichend Heu zur Verfügung stehen, damit sich die Tiere ein warmes und weiches Nest zum Schlafen bauen können.

Somit können wir festhalten, dass die Bedürfnisse beider Tiere im Hinblick auf die Ausstattung und den Platzbedarf relativ ähnlich sind.

Kostenfaktor bzgl. Anschaffung und Haltung

Anschaffung

Hinsichtlich der Anschaffungskosten macht es keinen gravierenden Unterschied, ob du zu einem Hamster oder zu einer Rennmaus greifst.

In der Regel kosten dich eine gesunde Rennmaus oder ein gesunder Hamster zwischen fünf und zwanzig Euro.

Einzig und allein die Tatsache, dass du mindestens zwei Rennmäuse, aber nur einen Hamster halten solltest, sorgt dafür, dass die Anschaffungskosten bei einem Hamster in Summe günstiger sind als bei Rennmäusen.

Allerdings werden Rennmäuse im Schnitt zwischen drei und fünf Jahre alt, während der Hamster eine Lebenserwartung von etwa zwei Jahren besitzt.

Ausstattung

Sowohl im Hinblick auf die Größe des Terrariums als auf die Einrichtung, fallen keine größeren Unterschiede auf. Da du allerdings mehrere Rennmäuse hältst, schreitet der ‚Verschleiß‘ der Einrichtung schneller voran.

So macht es etwa einen großen Unterschied, ob zwei Rennmäuse oder ein einzelner Hamster an einem Holzhäuschen nagen.

Bei Gerbils wirst du daher häufiger neue Einrichtungsgegenstände kaufen müssen.

Auch der Futterverbrauch ist bei mehreren Tieren selbstverständlich höher als bei einem einzelnen Tier.

Tierarzt & Behandlung

Da Hamster und Rennmäuse in etwa gleich groß sind, ergeben sich hinsichtlich der Tierarztkosten keine signifikanten Unterschiede.

Hier ist es immer ein wenig Glückssache, wie robust dein Tier ist und wie oft es krank wird.

So kann es gut sein, dass ein eher schwacher Hamster mehr Ausgaben beim Tierarzt verursacht als drei fitte Rennmäuse zusammen.

Tipp: Hier gibt es alle Hamster-Kosten im Detail

Wie viel Zeit muss ich pro Woche einplanen und welche Arbeiten kommen auf mich zu?

Wie viel Zeit du für dein Tier bzw. deine Tiere einplanen solltest, hängt ganz davon ab, welche Ziele du verfolgst.

Möchtest du eine innige und intensive Bindung zu deinen Haustieren aufbauen, so solltest du dir jeden Tag etwa eine halbe Stunde Zeit nehmen, um deine Lieblinge nicht nur mit Futter und Wasser zu versorgen, sondern dich auch mit ihnen zu beschäftigen.

Zudem sollte das Gehege von Rennmäusen oder auch Hamstern mindestens ein Mal pro Woche gesäubert werden. Wie viel Zeit hierfür aufgewendet werden muss, hängt natürlich ganz davon ab, wie groß das Terrarium ist.

Plane etwa mit einer Stunde pro Woche.

Möchtest du deine Tiere möglichst artgerecht halten, so solltest du ihnen täglich gesicherten Auslauf in einem Zimmer oder einem abgetrennten Bereich ermöglichen.

Selbstverständlich musst du hier nicht permanent nach deinem Hamster oder deinen Rennmäusen sehen, allerdings solltest du immer in der Nähe sein, wenn eine gefährliche Situation entsteht.

Auch hierfür fällt pro Tag etwa eine Stunde Aufwand an.

Das Sandbad möchte ebenfalls gesäubert werden. Es ist nicht nötig, dass du jeden Tag den kompletten Sand auswechselst, allerdings solltest du pro Tag mindestens ein Mal den Kot und die durch den Urin entstandenen Klümpchen entfernen.

Im Idealfall tauschst du den Sand ebenfalls ein Mal pro Woche vollständig aus, wenn du das Gehege säuberst.

Wie viel Aufwand die Fütterung erfordert, hängt hauptsächlich davon ab, was du deinen Tieren füttern möchtest. Greifst du zu Fertigfutter, so benötigst du weniger Zeit, als wenn du deinem bzw. deinen Nager/n Frischfutter zubereitest.

Fazit: Welches Tier passt zu mir – Hamster oder Rennmaus?

Welches Tier zu dir und deinen Lebensumständen passt, lässt sich nicht pauschal sagen. Das kommt ganz darauf an, wie deine Lebenssituation im Moment aussieht.

Bist du den ganzen Tag unterwegs und kommst erst abends nach Hause, so wirst du dich sehr an einem Hamster erfreuen können. Arbeitest du hingegen in der Nachtschicht und bist nur tagsüber Zuhause, so würdest du diesen so gut wie nie zu Gesicht bekommen.

Wichtig ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass weder Hamster noch Rennmäuse als Kuscheltiere geeignet sind!

Beide Arten sind reine Beobachtungstiere, die es nicht mögen, wenn sie von großen oder auch kleinen Händen gestreichelt werden.

Allerdings sind Rennmäuse und Hamster sehr intelligente Tiere, mit denen du hervorragend per Clickertraining arbeiten kannst, um aktiv Zeit mit den Tieren zu verbringen.

Auch die Handfütterung wird nach einer gewissen Eingewöhnungszeit gerne von den Tieren angenommen.

Grundsätzlich lässt sich jedoch sagen, dass die Unterschiede hinsichtlich der Kosten, des Zeitaufwandes und auch des Platzes nicht sehr groß ausfallen.

Wäge Pro und Contra ab, um für dich persönlich entscheiden zu können, welches Tier besser zu dir und deinem Leben passt – sowohl Rennmäuse als auch Hamster haben ihren ganz eigenen Charme, mit dem sie dich um den Finger wickeln können und sicherlich auch werden.

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