Achtung: Diese Greifvögel sind gefährlich für Kaninchen!

Weidegänse im Burgenland

Greifvögel können für Kaninchen gefährlich werden, wenn sie sich im Freilauf im Garten oder auf dem Balkon befinden.

Vor allem bei kleinen Rassen und jungen Tieren ist das Risiko erhöht.

Mit den entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen kannst du Angriffen jedoch vorbeugen. Welche das sind und vor welchen Greifvögeln du deine Kaninchen unbedingt beschützen musst, verraten wir dir in diesem Beitrag.

Warum sind Greifvögel gefährlich für Kaninchen?

Junge Kaninchen und kleine Rassen, wie etwa Hermelin oder Farbenzwerge, laufen in Außengehegen oder auch bei freier Gartenhaltung, Gefahr, von Raubvögeln erbeutet zu werden.

Die Vögel spähen die Umgebung aus und stürzen sich bei wahrgenommenen Bewegungen kleiner Tiere auf die Kaninchen. Sie können sie mit den Krallen ergreifen und wegfliegen oder sie direkt vor Ort durch wiederholtes Hacken töten und fressen.

Diese Gefahr besteht sowohl am Tag als auch bei Dämmerung und in der Nacht, da Raubvögel zu unterschiedlichen Zeiten aktiv sind und jagen.

Unterschiede zwischen Stadt und Land

Wenn du in der Stadt wohnst, wiegst du dich und deine Kaninchen vielleicht in Sicherheit.

Raubvögel finden sich schließlich vorrangig auf dem Land…

Leider ist das nicht der Fall!

Auch in der Stadt treten zahlreiche Tiere auf, die deinen Kaninchen gefährlich werden können. Sie werden seltener bewusst wahrgenommen, machen sich hier jedoch ebenso auf die Jagd nach Mäusen, Ratten und anderen Kleintieren.

Selbst wenn dein Kaninchen also nur auf dem Balkon Freilauf erhält oder in einem kleinen Garten ein Gehege hat, solltest du daher entsprechende Vorsicht walten lassen und ihnen Schutz bieten.

Mögliche gefährliche Raubvögel für dein Kaninchen

Heimische Raubvögel, die für deine Kaninchen eine Gefahr darstellen sind unter anderem:

  • Adler
  • Elstern
  • Eulen
  • Falken
  • Habichte
  • Krähen / Raben
  • Mäusebussarde
  • Uhus

Sie unterscheiden sich erheblich in Hinblick auf Größe, Gewicht, Zeit der Aktivität und Jagdverhalten.

Ein entsprechender Schutz gegen Angriffe kann jedoch in jedem Fall gleich aussehen und sollte zwingend angebracht und stabil ausgelegt werden. Denn auch wenn du bisher noch keine Falken oder Bussarde direkt bemerkt hast, können sich diese bereits in deiner Nähe angesiedelt haben.

Eulen und Uhus fallen oftmals nicht auf, da sie tagsüber schlafen und erst während der Dämmerung auf die Jagd gehen.

Adler

Die großen Greifvögel waren zeitweilig nahezu ausgerottet, jetzt finden sich allein in Deutschland wieder über 500 Paare. Steinadler, Schreiadler, Fischadler und Seeadler haben sich wieder angesiedelt.

Aufgrund ihrer Größe sind auch schwerere Kaninchen für sie leichte Beute. Selbiges gilt für Katzen und kleine Hunde.

Achte daher auf einen umfassenden Schutz, denn Adler sind sehr kräftig und schnell. Von einem Netz lassen sie sich kaum abhalten.

Elstern

Elstern lassen sich in vielen Gebieten nur selten beobachten.

Die Raubtiere sind jedoch schnell und intelligent. Als Verwandte der Raben und Krähen finden sie problemlos Schlupflöcher, warten gezielt, bis ihnen von Menschen oder anderen Haustieren keine Gefahr mehr droht und schlagen dann zu.

Mit einer Länge von 44 bis 46 Zentimeter sind die schwarz-weißen Vögel zwar selbst nicht allzu groß, für Farbzwerge oder Kaninchenjunge können sie jedoch sehr gefährlich werden.

Da Elstern Menschen gegenüber oftmals keine große Scheu haben, gilt das auch für den Balkon. Bedenke daher, dass auch hier ein Netz oder Gitter angebracht werden muss, um einen Angriff durch Vögel zu verhindern.

Eulen

Eulen gelten als weise Tiere und gleiten nahezu geräuschlos auf ihre Beute herab. Ihre Sicht ist auf Dämmerlicht und Dunkelheit ausgelegt, sodass sie erst ab dem Abend eine Gefahr darstellen.

Eulen können beeindruckende Größen erreichen.

Es gibt allerdings mehr als 200 verschiedene Arten, sodass sowohl kleinere als auch größere Kaninchen zur potenziellen Beute gehören. Achte daher darauf, dass sich mit Einbruch der Dämmerung alle Kaninchen im Stall befinden.

Falken

Falken sind 39 bis 51 Zentimeter lang und haben eine Spannweite von über einem Meter.

Sie sind schnell, intelligent und finden sich unter anderem auch in Städten.

Ebenso wie Adler gehören sie zu den Greifvögeln. Das bedeutet, dass sie ihre Beute mit ihren Krallen fangen und festhalten. Sie töten die Tiere nicht sofort, sondern bringen sie zunächst in einen Bereich, indem sie sicher und ungestört töten und fressen können.

Dadurch benötigen sie nur kurze Zeit, um mit einem Kaninchen zu entfliegen.

Ein unachtsamer Moment im Freilauf reicht bereits aus. Aufgrund der Größe und der Kraft der Greifvögel stellen sie nicht nur für sehr kleine und leichte Tiere eine Gefahr dar.

Habichte

Mit 55 bis 61 Zentimetern weisen die Habichte eine beeindruckende Größe auf, wobei die Weibchen größer und kräftiger gebaut sind als die Männchen.

Sie jagen vorzugsweise andere Vögel und hier vor allem Rabenvögel, wie Kolkraben, Krähen und Elstern.

Kleine Säugetiere wie Marder, Kaninchen, Ratten, Eichhörnchen und Hasen stehen bei den Habichten jedoch ebenfalls auf dem Speiseplan.

Als Haustier gehaltene und im von oben ungeschützten Auslauf hoppelnde Kaninchen sitzen für die Raubvögel gewissermaßen auf dem Präsentierteller. Sie stellen aber nicht nur deswegen eine leichte Beute dar.

Aufgrund der Spezialisierung der Habichte auf andere, kleinere Vögel, sind sie an wendige Beutetiere gewöhnt und selbst sehr flink und schnell. In Verbindung mit ihrer Kraft sind sie daher ausgesprochen gefährlich.

Mäusebussard

Bussarde oder Mäusebussarde sind auf kleinere Säuger und Vögel aber auch Insekten spezialisiert. Dennoch machen sie vor sehr kleinen Kaninchen oder Kaninchenjungen nicht Halt, wenn sich die Gelegenheit bietet.

Bei Nachwuchs solltest du daher besondere Vorsicht walten lassen.

Raben

Raben, Krähen und andere Rabenvögel sind intelligent und eiweißreicher Kost – also anderen Tieren – nicht abgeneigt.

Bei Bedrohungen können sie im Schwarm angreifen. Sie zeigen nur eine geringe Scheu vor Menschen und nutzen teilweise sogar den Straßenverkehr, um gezielt Nüsse zu knacken oder Verpackungen zu öffnen.

Bei ihnen muss also damit gerechnet werden, dass sie einfachere Verschlüsse öffnen, sich von einem losen Netz nicht abhalten lassen und somit sogar gefährlicher sind als größere Greifvögel.

Biete deinen Kaninchen daher ausreichend Versteckmöglichkeiten und ein rundum sicheres Gehege.

Uhu

Die beeindruckenden Vögel haben ein großes Spektrum an Beutetieren, in dem sich auch Kaninchen und Feldhasen befinden.

Ihre Jagdtechniken umfassen nicht nur das fliegende Fangen und Herabstürzen, sondern auch die Jagd am Boden.

Setze daher auf ein stabiles und robustes Gehege, dass auch größeren Krafteinwirkungen standhalten kann.

So schützt du dein Kaninchen vor Greifvögeln

Unabhängig davon, um welchen Raubvogel es sich handelt, muss das Außengehege oder der Balkon entsprechend gesichert sein.

Bei fest montierten Gehegen kann die Sicherung deutlich stabiler ausfallen und damit ein höheres Maß an Schutz bieten.

Ein Dach aus festem Drahtgitter mit einem stabilen Holz- oder Metallrahmen ist sinnvoll.

Dieses schützt nicht nur vor Angriffen durch Vögel, sondern auch vor anderen potenziell gefährlichen Tieren. Darunter beispielsweise:

  • Füchse
  • Hunde
  • Katzen
  • Marder
  • Mäuse
  • Ratten
  • Waschbären

Um diese sicher aus dem Auslauf fernzuhalten, muss auch an die Sicherung unter der Erde gedacht werden.

Das gilt vor allem bei einer vollständigen Außenhaltung oder wenn deine Kaninchen zumindest im Sommer über Nacht im Garten verbleiben. Achte dann zusätzlich darauf, dass sie vor Untergang der Sonne in ihrem Stall sind, und verschließe diesen. Damit kannst du das Risiko für Angriffe durch andere Tiere nochmals senken.

Grabe Rasenkantensteine oder Drahtgitter unter den Grenzen des Geheges ein und kontrolliere den Freilauf täglich. Einige Raubtiere können versuchen, sich unter dem Zaun hindurch zu graben oder das Gitter zu beschädigen.

Stellst du derlei Schäden fest, müssen diese sofort ausgebessert werden.

Bedenke zudem, dass nicht nur direkte Angriffe von anderen Tieren eine Gefahr für deine Kaninchen darstellen können. Auch die Übertragung von Krankheiten oder Parasiten ist möglich, weswegen ein guter und rundum vorhandener Schutz aus mehreren Gründen lebenswichtig ist.

Handelt es sich um ein mobiles Gehege, dass immer wieder umgesetzt werden kann und lediglich mit Heringen im Boden befestigt wird, solltest du wenigstens ein Netz darüber spannen. Dieses bietet zwar keinen vollständigen Schutz und reicht vor allem in der Nacht nicht aus, stellt aber zumindest ein Hindernis dar.

Behalte deine Tiere dennoch die ganze Zeit im Auge, denn für schwere oder sogar tödliche Verletzungen reichen wenige Sekunden aus.

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