Dürfen Kaninchen nass werden? 5 große Probleme und wichtige Tipps

Was tun mit einem Kaninchen, dessen Fell schmutzig ist?

Baden?

Die Frage, die sich grundsätzlich stellt: Dürfen Kaninchen überhaupt nass werden? Wenn ja, in welchem Ausmaß?

In diesem Beitrag verraten wir dir, warum du Nässe bei deinen Kaninchen unbedingt vermeiden solltest und welche 5 großen Gefahren durch Wasser lauern.

Außerdem geben wir dir eine tolle Alternative für das klassische Wasserbad an die Hand.

Dürfen Kaninchen nass werden?

Nein, Kaninchen dürfen nicht nass werden!

Doch was passiert, wenn die Tiere Wasserkontakt haben? Schließlich sind sie in der freien Natur auch Regen, Tau und Schnee ausgesetzt.

Ob nass zu werden wirklich schädlich ist, schauen wir uns im nächsten Kapitel an.

Warum dürfen Kaninchen nicht nass werden?

Zuerst einmal muss der Unterschied zwischen feucht und nass bekannt sein.

Es ist ein entscheidend, ob das Tier lediglich durch taufeuchtes Gras gelaufen ist, im strömenden Regen saß oder komplett gebadet wurde.

Feuchte Pfoten sind unproblematisch. Alles darüber hinaus und vor allem, wenn das Durchweichen bis auf die Haut reicht, kann gesundheitliche Probleme nach sich ziehen. Darunter auch Schwierigkeiten, die du mit Sicherheit nicht erwarten würdest.

Potenzielles Problem 1: Verletzungen und Schockzustand

Während du ein warmes Vollbad vielleicht entspannend findest, ist es für ein Kaninchen Stress pur.

Wehrhafte Tiere werden zappeln, kratzen und beißen.

Dabei können sie nicht nur dich, sondern auch sich selbst verletzen. Aufgrund der Kombination aus empfindlichem Bewegungsapparat, Flexibilität und Angst ist es möglich, dass sie sich selbst Knochen oder sogar die Wirbelsäule brechen.

Ebenfalls möglich ist es, dass das Kaninchen in einen Schockzustand verfällt. Hierbei werden die Körperfunktionen eingestellt und das Tier stirbt, wenn nicht umgehend eine medizinische Versorgung möglich ist. A

uch dann ist es aufgrund der Ernsthaftigkeit des Zustandes jedoch ausgesprochen gefährlich und die Kaninchen können nur selten rechtzeitig behandelt werden.

Potenzielles Problem 2: Unterkühlung

Kaninchen haben Fell, dass leichte Feuchtigkeit problemlos abperlen lässt. Wird es hingegen richtig durchweicht, trocknet es nur schleppend. Wenn du hierbei nicht nachhilfst, ist selbst im Sommer eine Unterkühlung möglich.

Die Durchblutung wird dabei zurückgefahren und die Versorgung verschlechtert sich. Zudem wird das Immunsystem in Mitleidenschaft gezogen.

Bei einer stark ausgeprägten Hypothermie kann auch diese zum Tode führen. Besonders hoch ist die Gefahr bei einer Außenhaltung während der kalten Jahreszeit.

Auch ohne Minustemperaturen ist das Risiko jedoch gegeben!

Potenzielles Problem 3: Ohrenentzündungen

Gelangt Wasser in die Ohren, erzeugt es Entzündungen.

Die Infektionen der Ohren müssen durch einen Tierarzt behandelt werden und sind oftmals langwierig. Zudem sind sie ausgesprochen schmerzhaft. Hierdurch kann sich das Verhalten des Kaninchens ändern. Vielleicht lässt es sich nicht mehr anfassen, reagiert aggressiv, wird schreckhaft oder leidet unter Appetitverlust.

Auch häufiges Schütteln und Putzen sind mögliche Anzeichen. Zudem können die folgenden Symptome auftreten:

  • Ausfluss
  • Rötungen
  • Schwellungen

Ideal ist es, den Tierarzt bereits vor dem Auftreten dieser Probleme aufzusuchen. Hierdurch kann eine frühzeitige Behandlung beginnen, wodurch die Krankheitsdauer geringer ausfallen kann – ebenso wie die damit verbundenen Beschwerden.

Potenzielles Problem 4: Erhöhte Krankheitsanfälligkeit

Durch den Stress und das Auskühlen des Körpers leidet wie erwähnt das Immunsystem.

Selbst wenn also weder Schock noch Verletzung oder Entzündungen auftreten, können sich nach dem Nasswerden Krankheiten einstellen. Häufig handelt es sich dabei um Erkältungen.

Typische Anzeichen sind:

Auch Abgeschlagenheit und Appetitverlust gehören dazu.

In schweren Fällen ist sogar die Atmung deutlich hörbar.

Ein frühzeitiger Besuch beim Tierarzt kann verhindern, dass Schäden zurückbleiben. Neben Antibiotika können auch Inhalationen angeraten sein. Zudem musst du deine Kaninchen warmhalten und für saubere Luft sorgen. Vitaminreiches Futter und körperliche Schonung sind ebenfalls angeraten.

Potenzielles Problem 5: Hautprobleme

Die Haut von Kaninchen ist sehr dünn, zart und empfindlich. Wird das Tier nass, fungiert das Fell nicht mehr als Schutz.

Die Haut wird also anfälliger für Verletzungen, wie Kratzer oder Risse. Zudem kann sie austrocknen, jucken oder sich entzünden.

Die Behandlung gestaltet sich entsprechend schwierig und kann zudem langwierig sein.

Da die Verletzungen oftmals nicht sofort erkannt werden, solltest du auf die möglichen Anzeichen achten.

Zu diesen gehören:

  • häufiges Kratzen
  • empfindlich bei Berührungen
  • verfilzte Stellen im Fell
  • häufiges Lecken einer Stelle
  • Ausfluss
  • Wundschorf im Fell
  • Rötungen
  • Schwellungen

Damit verbundene Infektionen bedürfen unbedingt einer Behandlung. Salben, Puder oder Injektionen können erforderlich sein.

Da du jetzt die Gründe kennst, warum Nasswerden bei Kaninchen gefährlich ist, lies unbedingt weiter. Denn hier erfährst du nicht nur, wie du es vermeiden kannst.

Auch wenn es sich nicht vermeiden lässt, ist das richtige Vorgehen gefragt!

Dem Nasswerden vorbeugen

Vor allem bei einer Außenhaltung im Sommer oder gar bei einer ganzjährigen Außenhaltung stellt das Wetter ein Risiko dar. Schließlich können auch in der warmen Jahreszeit Gewitter und Starkregen auftreten.

Das Wetter kannst du zwar nicht ändern, dafür aber passende vorbeugende Maßnahmen treffen.

#1: Auslauf sichern

Bei sehr starkem Regen wird der Boden des Auslaufs überschwemmt und kann tagelang schlammig sein. Gestalte den Bereich daher abschüssig und mit einer Drainage, um für ein schnelleres Abfließen des Wassers und Abtrocknen der Erde zu sorgen.

Gehwegplatten können ebenfalls verlegt werden, um schlammfreie Bereiche zu schaffen.

#2: Stall richtig gestalten

Das Innere des Stalls sollte jederzeit warm und trocken sein. Achte daher auf ein abgedichtetes Dach, Schutz an den Wetterseiten und eine gute Isolierung.

Zudem sollte an den Eingängen ein Vorsprung vorhanden sein, um schräg einfallenden Regen abzufangen.

#3: Kontrollen und Reinigung

Wenn die Temperaturen sinken, verbringen deine Kaninchen mehr Zeit im Stall. Das bedeutet, dass auch Kot und Urin vermehrt von der Streu aufgenommen werden müssen. Hierdurch sind häufigere Wechsel erforderlich.

Achte zudem auf eine gute Belüftung. Denn auch die Atemluft der Tiere enthält Feuchtigkeit, die sich an den Innenwänden niederschlagen kann und die Einstreu aufweicht.

Die Kaninchen werden dadurch in der Regel zwar nicht vollkommen durchnässt, die Pfoten sind dadurch jedoch stetig feucht und können sich entzünden. Sinn der Kontrollen ist es natürlich auch, den Zustand der Tiere zu überprüfen. Vielleicht ist eines deiner Kaninchen in den Regen geraten oder muss aus einem anderen Grund dringend getrocknet werden.

Tipp: Kaninchen baden – aber richtig

In einigen Fällen lässt es sich nicht vermeiden, ein Kaninchen zu baden. Durchfall, Wälzen im Schlamm oder anderen Substanzen können dazu führen, dass du dein Tier gründlich reinigen musst.

Nicht immer geht das ohne Wasser.

In der Regel halten sich Kaninchen selbst sauber. Sie putzen sich allein und gegenseitig.

Bei Bewegungseinschränkungen, Krankheiten, im Alter oder durch Verletzungen kann es für die Tiere aber schwierig werden, alle Stellen zu erreichen.

Vor allem der Genital- und Afterbereich ist davon oftmals betroffen. Kommen dann noch größere Mengen Urin, Durchfall oder sehr weicher Kot hinzu, kann das Fell stark verkleben und den Absatz von Kot und Urin unmöglich werden lassen.

Ein Bad ist hier also dringend angeraten. Allerdings musst du dabei auf einige Punkte achten:

  1. Hol dir einen Helfer: Ein Kaninchen allein zu baden ist nicht nur schwierig, sondern auch gefährlich. Such dir daher einen Helfer, der dich beim Halten unterstützen kann.
  2. Schaffe eine rutschfeste Unterlage: Lege in Wanne oder Schüssel eine rutschfeste Matte ein. Hast du keine im Haus, kannst du auch ein altes Handtuch verwenden.
  3. Wasser richtig temperieren: Lauwarmes bis warmes aber keinesfalls heißes Wasser sollte zum Einsatz kommen. Kontrolliere die Temperatur entweder mit einem Thermometer oder mit der Innenseite deines Handgelenks.
  4. Einweichen und lösen: Bei hartnäckigen Verschmutzungen sollte das Fell zunächst einige Minuten einweichen können, damit sich die Verkrustungen lösen und einfacher entfernt werden können. Geh dabei vorsichtig vor, um nicht an dem Fell und damit an der Haut zu ziepen.
  5. Kaninchenshampoo oder Babyshampoo einsetzen: Falls klares Wasser allein nicht ausreicht, kann ein sanftes Shampoo verwendet werden. Geh damit aber sparsam um.
  6. Gründlich ausspülen: Spül mit dem Duschkopf mehrfach nach, damit keinerlei Schmutz oder Shampooreste im Fell oder auf der Haut verbleiben.
  7. Richtig trocknen: Im Anschluss wird mit einem Handtuch vorsichtig überschüssiges Wasser ausgedrückt, mit einer weichen Bürste das Fell aufgelockert und schließlich trockengeföhnt. Schalte den Föhn am besten schon eine Weile vorher an, damit sich dein Kaninchen an das Geräusch gewöhnt. Wähle zudem die niedrigsten Stufen bei dem Gerät.

Vorsicht: Achte beim Baden darauf, dass lediglich der Po und die Hinterläufe nass werden. Mit den Vorderpfoten sollte das Kaninchen auf einem Rand aufstehen können. Halte das Tier danach unbedingt warm und biete beispielsweise eine Decke an, damit es nicht zu einer Unterkühlung kommt.

Wann ist ein Trockenbad eine Alternative?

Bei sehr feuchten Verschmutzungen kannst du Maisstärke oder Babypuder in das Fell einarbeiten.

Diese Mittel binden Wasser und lassen sich im Anschluss mit einer weichen Bürste entfernen. Der Stressfaktor ist hierbei in der Regel geringer.

Allerdings kann der zeitliche Aufwand für dich höher sein.

Tipp: Kommt es häufiger zu Verklebungen im Afterbereich deines Kaninchens, kannst du das Fell vorsichtig kürzen. Hierdurch bietet es eine geringere Angriffsfläche. Achte zudem auf die Ernährung und einen häufigen Wechsel der Einstreu.

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