Kaninchen jagen sich: 6 häufige Ursachen

Jagende und kämpfende Kaninchen sind immer ein Alarmzeichen und sollten dich als Halter unbedingt zu einer gründlichen Ursachenforschung bewegen.

Wir verraten dir in diesem Beitrag 7 häufige Ursachen und zeigen außerdem auf, was du dagegen tun kannst.

Los geht’s!

Warum jagen sich Kaninchen und wie kann ich es verhindern?

Hierfür können sich zahlreiche Ursachen verantwortlich zeigen. Zu diesen gehören beispielsweise eine fehlende Vergesellschaftung, Stress, unzureichende Auslastung, Krankheiten oder die Pubertät.

Ein zu kleiner Käfig kann ebenfalls ein Auslöser sein. Wie du dem entgegenwirkst, erfährst du hier.

6 Gründe für jagende Kaninchen

Wenn sich deine Kaninchen gegenseitig jagen oder immer nur ein Artgenosse auf der Flucht ist, kommen dafür kurz gesagt diese Auslöser infrage:

  • Auslastung
  • Krankheiten
  • Platz
  • Pubertät
  • Stress
  • Vergesellschaftung

Damit du diese Faktoren richtig erkennen, ihnen vorbeugen oder bereits daraus entstandene Probleme lösen kannst, bekommst du bei uns die entsprechenden Anleitungen und Tipps.

#1: Fehlende Auslastung

Kaninchen sind in der freien Natur während ihrer aktiven Phasen mit einer Vielzahl von Aufgaben beschäftigt.

Sie suchen Futter und Wasser, müssen auf ihre Umgebung achten und sich gegenseitig vor Feinden warnen, kommunizieren auch auf andere Weise mit Artgenossen und ziehen regelmäßig Nachwuchs auf.

Als Haustier haben sie diese Aufgaben nicht.

Ihre Ernährung ist sichergestellt, durch Kastrationen werden die Hormone besser reguliert, sodass keine Kämpfe stattfinden und kein Nachwuchs entsteht. Vor potenziellen Gegnern müssen sie sich ebenfalls nicht schützen oder flüchten.

Obwohl es sich hierbei um Vorteile handelt, die du deinem Kaninchen bietest, gibt es einen entscheidenden Nachteil:

Es kann sich langweilen.

Langeweile kann wiederum in Aggression umschlagen. Biete deinen Tieren daher entsprechende Aktivitäten an.

Tipp: Artgerechte Beschäftigung

Deine Kaninchen profitieren davon, wenn sie sich ihr Futter zumindest gelegentlich erarbeiten können und weitere Beschäftigungen haben.

Gut geeignet sind dafür:

  • täglicher Freilauf
  • Futterspielzeuge
  • gemeinsame Aktivitäten wie das Üben von Tricks
  • Futtersuche
  • Überwinden von Hindernissen
  • Äste und Zweige

Bereits, wenn du gemeinsam Zeit mit deinen Tieren verbringst und sie immer wieder zu dir lockst, sind sie beschäftigt.

Auch Männchen machen an einem Futterbaum oder Futterbälle sind einfach in der Anschaffung und Nutzung. Sie ermöglichen den Kaninchen jedoch, aktiv zu sein.

Das Beknabbern von Zweigen und Ästen ist ebenfalls sinnvoll. Denn dadurch werden die Zähne gepflegt und die Tiere werden ausgelastet. Das ist auch außerhalb von Freilauf oder gemeinsamer Beschäftigung möglich.

#2: Krankheiten

Bei Krankheiten und Schmerzen reagieren Kaninchen oftmals empfindlich.

Sie können sich wehren und dadurch andere verjagen, wenn diese zu nah an sie herankommen, sie belästigen oder sie verletzen.

Es gibt allerdings auch Krankheiten, wie etwa Tumore im Hirn oder ein krankheitsbedingter zu hoher Hormonspiegel, die aggressives und unvorhersehbares Verhalten auslösen.

Lässt sich also kein anderer Grund für das Jagen zwischen den Kaninchen finden, solltest du einen Tierarzt aufsuchen.

Das gilt auch dann, wenn es sich um eine plötzliche Verhaltensänderung handelt.

#3: Mangelnder Platz

Ein sehr häufiger Grund für aggressives Verhalten und gegenseitiges Jagen bei Kaninchen ist, dass ihnen zu wenig Platz zur Verfügung steht.

Im Handel übliche Käfige sind sehr klein und bieten daher oftmals bereits für ein Kaninchen nicht ausreichend Raum. Da eine artgerechte Haltung mindestens zwei bis drei Kaninchen umfassen sollte, können sich diese also nicht entsprechend bewegen und ausweichen.

Kommt es zu einem Konflikt, ist somit keine Fluchtmöglichkeit gegeben.

Dennoch werden die Tiere versuchen, sich zu retten und vor dem anderen davonzulaufen. Daher kann auch auf der beengten Fläche eine Jagd entstehen.

Zudem sind die Kaninchen unausgeglichen und damit aggressiver.

Achte bei der Auswahl des Kaninchenheims daher auf viel Platz.

Wenn nur wenig Standfläche zur Verfügung steht, kannst du eine Variante mit mehreren Ebenen anschaffen, die über Treppen miteinander verbunden sind. Auf diese Weise findet sich mehr Raum für die Tiere. Biete ihnen zudem täglich viel Freilauf, in dem sie sich ausweichen können.

#4: Pubertät

Wenn Kaninchen in die Pubertät übergehen, werden sie geschlechtsreif.

Das Einsetzen der Fortpflanzungsfähigkeit steigert auch ihre Aggression. Sie können sich gegenseitig dominieren, kämpfen und sich jagen.

Die einzige Lösung hierfür ist eine Kastration.

Diese hat zugleich weitere Vorteile. Darunter etwa die Vorbeugung verschiedener Krankheiten.

Du musst zuvor jedoch damit rechnen, dass sich das Verhalten stark verändert. Selbst Tiere, die sich bisher sehr gut verstanden haben, können plötzliche Konflikte entwickeln.

Stress durch äußere Faktoren kann bei Kaninchen schnell auftreten. Zu den auslösenden Faktoren zählen unter anderem:

  • laute Geräusche
  • andere Haustiere wie Hunde und Katzen
  • schnelle Bewegungen
  • Hektik oder spielende Kinder nahe am Käfig
  • ungewohnte Gerüche

Achte daher darauf, dass du einen ruhigen Standort für den Käfig wählst und Stress für deine Tiere vermeidest. Denn dieser kann nicht nur das Verhalten stark beeinflussen, sondern auch Krankheiten erzeugen und diese begünstigen.

#5: Unzureichende Vergesellschaftung

Wenn sich Kaninchen gegenseitig jagen, kann dies auch an einer unzureichenden Vergesellschaftung liegen.

Kennen sich die beiden Tiere nicht ausreichend, wollen sie zunächst die Rangfolge klären. Bei unkastrierten Tieren kann es währenddessen zu erheblichen Kämpfen kommen.

Auch, wenn du deine Kaninchen sofort oder zu schnell auf einem engen Raum zusammensetzt, können sie sich jagen und verletzen.

Achte daher darauf, sie langsam und schrittweise aneinander zu gewöhnen und falls nötig eingreifen zu können. Auf diese Weise wird es für die Kaninchen möglich, ihr Territorium miteinander zu teilen.

#6: Mangelnde Ressourcen

Futter, Wasser und deine Aufmerksamkeit sind sogenannte Ressourcen.

Das bedeutet, dass sie wichtig sind und sich Kaninchen darum streiten können. Aus diesem Grund solltest du sicherstellen, dass deine Tiere immer ausreichende Mengen an Futter und Wasser zur Verfügung haben.

Schlafhäuser und Spielzeuge sind ebenfalls am besten in doppelter Ausführung vorhanden, damit sich die Tiere nicht darum streiten oder sich verjagen müssen. Achte zudem auf möglichst gleichmäßig verteilte Zeit und Aufmerksamkeit.

Fällt dir auf, dass ein Kaninchen besonders anhänglich erscheint und dich gegen andere verteidigt, solltest du einen Tierarzt aufsuchen. Denn hinter diesem Verhalten kann sich ein zu hoher Testosteronspiegel verbergen, der sich etwa durch Medikamentengabe regulieren lässt.

Es ist dann allerdings nicht nur das Verhalten bedenklich.

Der hormonelle Überschuss ist auch gesundheitlich ein nicht zu unterschätzender Risikofaktor.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist „Jagen“ bei Kaninchen normal?

Wenn sich Kaninchen kennenlernen, kann das gegenseitige Verfolgen durchaus unbedenklich und normal sein.

Sie versuchen ihre Rangfolge zu klären und gegenseitig ihre Grenzen abzustecken.

Gib ihnen dafür so viel Platz wie möglich, Ausweichmöglichkeiten und beobachte sie währenddessen genau. Dadurch kannst du rechtzeitig eingreifen, falls es zu einem schnellen und aggressiven Jagen kommt.

Wie kann ich ernsthaftes Jagen erkennen?

Kaninchen jagen sich auch, wenn sie spielen. Daher kann es anfangs schwierig sein, gefährliches Jagen davon zu unterscheiden.

Achte genau auf die Körpersprache deiner Tiere.

Wirkt das gejagte Kaninchen ängstlich, duckt sich, wird panisch und versucht sich zu verstecken?

Dann liegt kein Spielen mehr vor!

Wechseln sich die Tiere hingegen dabei ab, reagieren sofort auf Ansprache durch dich und haben eine lockere Körpersprache, sind sie fröhlich und ausgelassen.

Hier liegt also keine Gefahr vor.

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