Kaninchen Blume verletzt – Gefahren und Behandlung

Wenn sich ein Kaninchen die Blume verletzt, gehen damit einige Gefahren einher.

Bisswunden, Insektenstiche oder Schnitte und Schürfwunden sollten daher immer sofort versorgt werden.

In diesem Beitrag verraten wir dir, wie du bei einer verletzten Blume vorgehen solltest und wann ein Gang zum Tierarzt unerlässlich wird, um schlimme Spätfolgen für dein Kaninchen zu vermeiden.

Verletzungsrisiken

Verletzungen an der Blume deines Kaninchens können auf verschiedenen Wegen entstehen.

Viele davon lassen sich jedoch vermeiden und durch regelmäßige Kontrollen frühzeitig erkennen.

Beides ist wichtig, damit eine sichere Heilung erfolgt.

Dazu aber gleich mehr.

Gefahren einer Verletzten Blume

Bei einer verletzten Blume bestehen verschiedene Gefahren. Zu diesen gehören unter anderem:

  • (unbemerkter) höherer Blutverlust
  • Entzündungen
  • Absterben des Gewebes
  • Sepsis
  • Schmerzen

Ist die Wunde infiziert und schreitet die Infektion unbehandelt fort, können lebensbedrohliche Zustände entstehen.

Eine Amputation kann bei rechtzeitiger Erkennung noch durchgeführt werden, gestaltet sich aber ebenfalls ausgesprochen schwierig und ist mit einigen Risiken verbunden.

Zur täglichen Kontrolle deines Kaninchens sollte es daher auch gehören, die Blume zu überprüfen und diese am besten abzutasten. Denn nicht alle Verletzungen fallen sofort und nur auf Sicht auf.

#1: Bisswunden

Eine mögliche Ursache für Verletzungen an der Blume deines Kaninchens sind Bisse von anderen Tieren.

Dabei muss es sich nicht um Artgenossen handeln!

Hältst du noch weitere Haustiere oder ist dein Kaninchen im Freilauf, können diese ebenfalls auftreten.

Eine der Gefahren ist, dass bei einem Biss sehr viele Keime übertragen werden. Entzündungen und die Ansteckung mit gefährlichen Krankheiten sind also nicht nur möglich, sondern sogar wahrscheinlich.

Zudem können sehr tiefe Wunden von außen nach innen heilen, was zum einen den Entzündungsherd schwerer erkennbar macht und zum anderen gesundheitlich eine erhöhte Gefahr darstellt.

Behandlung

In erster Linie ist es wichtig, die Wunde zu reinigen und – sofern notwendig – die Blutung zu stoppen. Bei einigen Bisswunden kann es zudem notwendig werden, diese zu nähen oder zu klammern.

Du selbst kannst die Behandlung unterstützen, indem du die Verletzung und das Umfeld sauber hältst. Zudem solltest du darauf achten, dass dein Kaninchen nicht an der Wunde leckt oder knabbert. Hierbei können ein entsprechendes Wundspray und ein Kragen helfen.

#2: Insektenstiche als Ursache

Insektenstiche oder -bisse sind ebenfalls eine Möglichkeit der Verletzung. Anzeichen sind:

  • Schwellungen
  • Juckreiz
  • Rötungen
  • Wärmebildung

Auch wenn diese Beschwerden unangenehm sind, stellen sie in der Regel keine großen Gefahren dar.

Sie können jedoch die Basis für gewisse Risiken sein.

Durch Juckreiz und Schmerzen kann das Kaninchen sich kratzen oder an rauen Oberflächen reiben. Das wiederum kann die Haut verletzen.

Die dabei erfolgte Abtragung der Haut verringert den Schutzeffekt, den das Gewebe hat. Keime können eindringen und eine Infektion erzeugen.

Therapie

Eine Reinigung der Wunde und gegebenenfalls die Gabe von Antibiotikum ist dann erforderlich. Wiederum musst du für eine saubere Umgebung sorgen. Anderenfalls ist das Risiko für einen schlimmeren Verlauf erhöht.

Vorbeugung

Im Freilauf ist die Vermeidung von Mückenstichen, Zecken, Bienen und Wespen sehr schwer. Es hilft jedoch, wenn du die folgenden Tipps berücksichtigst:

  • Sauberkeit: Der Geruch von Kot und Urin kann Insekten anziehen. Reinige Käfig oder Auslauf daher häufig und gründlich.
  • Futter entfernen: Gemüse, Obst und Grünfutter kann im Sommer oder in beheizten Räumen innerhalb kurzer Zeit verderben. In der Folge zieht es Insekten an. Hierdurch wird nicht nur die Gefahr für Stiche erhöht, auch das Risiko für Verdauungsbeschwerden steigt.
  • Fliegengitter anbringen: Fliegengitter an den Fenstern helfen dabei, Insekten aus dem Käfig oder dem Auslauf im Zimmer fernzuhalten.

#4: Schürfwunden und Kratzer

Schürfwunden treten eher selten auf, sind aber nicht ausgeschlossen.

Es handelt sich hierbei um Verletzungen, die aufgrund des Fells in der Regel verhindert werden. Kratzt oder reibt sich dein Kaninchen jedoch häufiger und anhaltend an der Blume, wird zunächst das Fell dünner und anschließend auch die Haut verletzt.

Die empfindliche Haut der Tiere nimmt dabei schnell Schaden und kann sich entzünden.

Typisch ist, dass sich ein großflächiger Wundschorf bildet. Bei Kratzern handelt es sich hingegen um eine Linie. Sofern eine Entzündung verhindert werden kann, gestaltet sich die Behandlung jedoch einfach.

Therapie

Die Wunde solltest du in jedem Fall desinfizieren. Danach kannst du eine Wund- und Heilsalbe auftragen. Ein Tierarzt muss nicht in jedem Fall aufgesucht werden.

#5: Kot und Urin

Durch verklebten Kot und den stark konzentrierten Urin kann die Haut auch unter dem intakten Fell stark gereizt werden.

Das passiert beispielsweise dann, wenn dein Tier lange in seiner Toilettenecke sitzt, nicht ausreichend Platz zur Verfügung steht oder die Einstreu sich nicht eignet beziehungsweise zu selten ausgetauscht wird.

Charakteristisch für Wunden durch einen zu langen Kontakt zu Kot und Urin ist das verschmutzte Fell. Es kann verfärbt sein. Dazu ist die Haut stark gerötet.

Derartige Wunden nässen häufig und können stark eitern. Sie zeigen sich häufig großflächig, wodurch auch der eventuell gebildete Schorf groß ist.

Hier hilft nur ein gründliches Waschen.

#6: Brüche

Selten aber möglich ist es, dass der Knochen der Blume gebrochen wird. Dies kann auftreten, wenn dein Tier direkt darauf gestürzt ist oder ein schwerer Gegenstand darauf gefallen ist.

Solange es sich nicht um einen offenen Bruch handelt oder eine Platzwunde damit einhergeht, ist diese Verletzung nicht direkt sichtbar. Auffallen kann dir jedoch eine veränderte Haltung der Blume. Zudem reagiert es bei Berührungen empfindlich.

Obwohl der Bereich nicht gegipst oder anderweitig ruhiggestellt werden kann, muss dennoch eine Behandlung erfolgen.

Wann muss das Kaninchen zum Tierarzt?

Bei Verletzungen oder sonstigen Wunden an der Blume deines Kaninchens solltest du in jedem Fall einen Tierarzt aufsuchen.

Als Erste Hilfe kannst du den Bereich desinfizieren und falls nötig die Blutung stillen.

Das erreichst du am besten durch einen Druckverband, der aus Gaze bestehen sollte und von dir mit der Hand festgehalten werden muss. Hilft dies nicht und die Blutung hält an, handelt es sich um einen Notfall.

In der Regel muss die Wunde genäht werden (alternativ auch geklammert).

Wichtig ist im Anschluss an die Behandlung durch den Tierarzt, dass Infektionen vermieden werden.

Halte dein Tier warm und sauber.

Kommt es dennoch zu einer Entzündung oder ist diese bereits entstanden, muss die Gabe von Antibiotika erfolgen.

Bei einem Bruch empfiehlt sich zudem der Einsatz von Schmerzmitteln und die vorübergehende Haltung in einem kleineren Käfig. Hierdurch können weitere Reizungen vermieden werden und die Heilung wird begünstigt.

Vorbeugung

Verletzungen an der Blume deines Kaninchens lassen sich nicht in jedem Fall vermeiden.

Ebenso wie bei Insektenstichen kannst du jedoch einiges unternehmen, um zumindest das Risiko zu reduzieren.

  • Achte auf Sauberkeit: Das hilft nicht nur bei der Vorbeugung, sondern ist auch bei Heilung entscheidend.
  • Biete ausreichend Platz: Hierdurch kannst du Konflikte zwischen den Kaninchen vermeiden und somit Bisswunden verhindern. Das Risiko für im eigenen Urin wund gesessene Stellen wird ebenfalls gesenkt.
  • Verhindere Stürze (Achtung: Kaninchen können klettern)
  • Verzichte auf Gefahren im Käfig und Freilauf: Achte darauf, dass sich keine spitzen oder scharfen Gegenstände im Käfig oder Stall befinden. Kratzer, Schürfwunden und eine eingeklemmte Blume lassen sich damit vermeiden.

Führe zudem häufige Kontrollen durch. Kahle Stellen, Rötungen und verklebtes Fell sind deutliche Warnhinweise.

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