Sind Ameisen gefährlich für Kaninchen? Die besten Tipps gegen Ameisen im Hasenstall

Wenn sich Ameisen im Hasenstall oder in großer Anzahl im Auslauf finden, ist das für Halter oftmals ein Schreckmoment.

Doch stellen die Insekten wirklich eine Gefahr für deine Kaninchen dar oder sind sie ungefährlich und lediglich lästig?

Hier bekommst du nicht nur die Antworten darauf, sondern auch Tipps zur Vorbeugung und Entfernung der Ameisen.

Sind Ameisen gefährlich für Kaninchen?

Das kommt ganz darauf an, um welche Ameisenart es sich handelt.

In Deutschland und generell in Europa finden sich nur wenige Varianten, die ein Risiko darstellen.

Dabei handelt es sich um Vertreter der Feuerameise, wie etwa die gelbe Diebsameise. Sie rücken im Schwarm aus und schrecken nicht vor größeren Beutetieren zurück. Daher können sie Zwergkaninchen nicht nur verletzen, sondern auch töten.

Das gilt vor allem dann, wenn es sich um Jungtiere oder gar Kaninchen-Babys handelt.

Die Ameisen sondern sowohl beim Beißen als auch bei Kämpfen mit Konkurrenten Gift ab. Bei Bissen ist mit den folgenden Beschwerden zu rechnen:

  • Rötungen
  • Juckreiz
  • Intensive Schmerzen
  • Schwellungen

Auch allergische Reaktionen sind möglich.

Da die Feuerameisen in großer Anzahl auftreten und ihre Beute schnell erlegen möchten, kommt es zu zahlreichen Bissen. Dies kann zum Tod des Opfers führen.

Kämpfen die Ameisen mit anderen Insekten, beschmieren sie diese mit einem Gift aus einer Drüse ihres Hinterleibs. Dieses wirkt als Insektizid und tötet die Gegner ab.

So klein die Ameisen sind, so gefährlich können sie selbst für Menschen werden.

Bei einem Befall ist also schnelles und gründliches Handeln gefragt. Zudem musst du den Befall melden. Denn die Tiere stellen ein erhebliches Risiko dar.

Von einzelnen und heimischen Arten der Ameisen geht hingegen kein Risiko aus. Sie können sich zwar auf dem Futter der Kaninchen finden, richten sich aber nicht gegen die Tiere selbst.

Warum sind neugeborene Kaninchen besonders gefährdet?

Der Kaninchennachwuchs kommt nackt, mit geschlossenen Augen und Ohren und ohne Fell auf die Welt.

Die Kleinen können nicht laufen und sind den Ameisen daher schutzlos ausgeliefert.

Hinzu kommt, dass die Muttertiere ihren Nachwuchs nicht wegtragen können. Das liegt zum einen an den begrenzten Ausmaßen von Käfig und Auslauf und zum anderen an dem noch fehlenden Fell.

Hilflosigkeit und Größe machen sie daher zu einfachen Opfern.

Die Ameisen können sie durch Bisse und das dabei übertragene Gift noch zusätzlich schwächen und für ihren Tod sorgen. Im Anschluss fressen die Insekten die Kaninchen.

Sollten erwachsene Tiere versuchen, den Nachwuchs zu beschützen, müssen sie ebenfalls mit Bissen rechnen.

Hier ist von dir schnelles Handeln gefragt.

Was muss ich bei einem Ameisenbiss unternehmen?

Die Ameisen gelangen bei erwachsenen Kaninchen nicht so einfach durch das Fell.

Sie wählen daher Körperstellen, die einfacher zu erreichen sind. Dazu gehören Augen, Nase und der Genital- sowie Analbereich und Ohren. Überall da, wo die Haut nicht dicht mit Fell bedeckt ist, können die Insekten also angreifen.

Gerade bei Bissen am oder im Auge muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.

Selbst wenn die Verletzungen nicht direkt zur Blindheit oder zum Tod führen, können sie dennoch ernstzunehmende Infektionen hervorrufen.

Zudem sind sie ausgesprochen schmerzhaft und verleiten das Kaninchen unter anderem dazu, sich zu reiben oder zu kratzen, was wiederum vermehrt Keime in die Wunden tragen kann.

Wie kann ich Ameisen im Kaninchenstall vorbeugen?

Vorbeugen ist besser als heilen – das bewahrheitet sich auch bei dem Fernhalten von Ameisen aus dem Kaninchenstall.

Die Insekten suchen den Stall auf, weil sie hier zum einen Nahrung finden und zum anderen Wärme und eine trockene Umgebung.

An der Wärme und Trockenheit kannst und solltest du nichts ändern.

Die Verfügbarkeit von Nahrung lässt sich aber durchaus einschränken: Während Heu, Stroh, Zweige, Äste, Rinde und getrocknete Kräuter ebenso wie Wasser jederzeit zur Verfügung stehen sollten, sind Obst und Gemüse nur in kleinen Mengen zu füttern.

Lassen die Kaninchen etwas davon liegen, sollten die Reste umgehend entfernt werden. Denn der Geruch kann Ameisen und andere Insekten anlocken.

Halte den Stall zudem sauber und wechsle die Einstreu regelmäßig. Denn auch der Geruch von Kot und Urin sowie Gärung kann ein Lockmittel für Insekten sein. Das betrifft die Ameisen zwar nicht direkt, sie ernähren sich jedoch unter anderem von den Fliegen, Maden, Käfern und deren Larven und finden damit im Kaninchenstall eine weitere potenzielle Nahrungsquelle vor.

Durch Reinlichkeit und das bedachtsame Füttern lassen sich einige Risikofaktoren bereits ausschließen.

Eine Garantie für einen ameisenfreien Stall ist das jedoch nicht.

Sind Ameisenfallen Kaninchen-sicher?

Eine zusätzliche Sicherung stellen Ameisenfallen dar.

Aber sind diese auch ungefährlich für die Kaninchen?

Die klare Antwort ist: Nein. Da Kaninchen von Natur aus neugierig sind und alles benagen, könnten sie das enthaltene Gift aufnehmen.

Positioniere Ameisenfallen also wenn überhaupt außerhalb des Auslaufs und Stalls und damit auch außerhalb der Reichweite deiner Kaninchen.

Wenn du bereits Ameisen in dem Bereich deiner Tiere gesichtet hast, sind aber nicht nur Fallen angeraten.

Eine schnelle Beseitigung ist dann entscheidend.

Wie werden Ameisen im Kaninchenstall beseitigt?

Wie wild mit Insektiziden um dich sprühen ist im Kaninchenstall nicht angeraten. Denn selbst nach einem gründlichen Auslüften werden Rückstände vorhanden sein, die zur Gefahr für deine Tiere werden können.

Um die Ameisen gründlich aber dennoch schonend für deine Kaninchen entfernen zu können, empfehlen sich daher andere Mittel.

Geeignet sind beispielsweise:

  • verdünnte Essigessenz
  • Kieselgur
  • natürliche Insektizide, mit Minze oder Geraniol

Achte genau darauf, dass Sprays und Co. keine Gefahr für Säugetiere darstellen. Diese sind erhältlich, wenn auch schwerer zu finden und etwas teurer.

Wenn du das Mittel der Wahl parat hast, verfährst du wie folgt:

  1. Schütze dich selbst: Handelt es sich um gefährliche Ameisen, können sie bei einer Bedrohung zum Angriff übergehen und auch dich beißen. Trage daher lange und helle Kleidung, steck die Hosen in die Socken und nutze Handschuhe.
  2. Entferne alles: Um auch noch die letzte Ameise zu beseitigen, musst du zuvor alles aus dem Stall und Auslauf entnehmen. Streu und Futter sind direkt zu vernichten. Schlafhäuser und Spielzeuge sowie Klettermöbel stellst du zunächst in den Auslauf.
  3. Insektizid ausbringen: Du kannst den Stall und das Kaninchenmobiliar nun mit Insektizid einsprühen, mit Kieselgur einpudern oder mit einer Mischung aus einem Teil Essigessenz und zwei Teilen Wasser benetzen. Lass das Mittel wenigstens einen Tag einziehen und wirken.
  4. Alles reinigen: Stall und Einrichtung kannst du dampfreinigen und im Anschluss gründlich trocknen lassen. Hierdurch werden tote Ameisen, Schmutz und Rückstände entfernt. Auch die Gerüche werden verringert, was wiederum weniger verlockend auf die Ameisen wirkt.

Es versteht sich natürlich von selbst, dass die Kaninchen während dieser Grundreinigung nicht in dem Auslauf oder dem Stall sein dürfen.

Wie erkenne ich gefährliche Ameisen?

Das ist nicht so einfach. Denn aufgrund der Vielfalt an verschiedenen Ameisenarten und ihrer geringen Größe sind sie nur bei entsprechender Kenntnis und kaum ohne Vergrößerung zu erkennen und zu unterscheiden.

Es gibt allerdings Hinweise, die dir dabei helfen können.

So treten ungefährliche Ameisen einzeln oder in kleinen Gruppen auf.

Sie suchen nach Nahrungsquellen, finden sich aber nicht auf Kaninchen und nehmen bei Anzeichen von Bedrohung die Flucht auf.

Gefährliche Exemplare zeigen sich deutlich aggressiver. Sie fühlen sich in großer Anzahl geschützt und schrecken auch nicht davor zurück, Menschen wiederholt anzugreifen und zu beißen.

Du kannst dich unter anderem bei dem NABU erkundigen, ob bereits gefährliche Varianten in deiner Nähe aufgetreten sind. Das ist zwar keine Garantie, aber dennoch eine mögliche Orientierung.

Ameisen im Kaninchenkäfig – was tun?

Ebenso wie sich die Insekten im Kaninchenstall gütlich tun können, sind sie gelegentlich auch in der Wohnung oder dem Haus zu finden und bilden Straßen bis zum Kaninchenkäfig.

Die Ameisen sind wiederum nur auf der Suche nach Futter.

Weitere Vorteile sind selbstverständlich eine trockene und warme Umgebung.

In der Regel sind die Insekten keine Vertreter gefährlicher Varianten. Du kannst dir jedoch sicher sein, dass die nächste Anlaufstelle deine Küche ist. Sinnvoll sind daher wiederum die folgenden Maßnahmen:

  • Lebensmittel richtig lagern
  • Frischfutter nicht liegen lassen
  • Käfig sauber halten
  • Fallen aufstellen

Empfehlenswert ist zudem, die Eintrittsstelle der Ameisen zu suchen. Gegebenenfalls ist ein Riss im Mauerwerk der Einlass oder ein Fenster, das häufig offen steht.

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