Woran erkennt man, dass sich Wellensittiche verstehen? (+ 10 Tipps für den Alltag)

Wenn Wellensittiche sich mögen, zeigen sie das auch.

Für den Menschen mag es aber nicht immer so offensichtlich sein, wenn die Körpersprache der Vögel gerade erst gelernt wird.

Doch keine Sorge, nach diesem Beitrag bist du bestens informiert und kennst auch die subtilen Hinweise für Zuneigung unter deinen Wellensittichen und, wie du sie noch zusätzlich fördern kannst.

Wellensittiche vertragen sich nicht – Anzeichen

Bevor wir dir zeigen, wie du Zuneigung unter den Vögeln erkennen kannst, beschäftigen wir uns zunächst mit dem genauen Gegenteil. Dadurch fällt es dir leichter, Zuneigung und Abneigung besser abzugrenzen, um Handlungsbedarf zu erkennen.

Typische Zeichen für starke Abneigung unter zwei oder mehr Tieren sind beispielsweise:

  • Beißen, Hacken, Zwicken
  • am Schwanz ziehen
  • einseitiges oder gegenseitiges Jagen
  • Streitigkeiten über Ressourcen, wie Futter, Knabbereien, Wasser und Spielzeug
  • Vögel schreien, flüchten und sind offensichtlich gestresst

Derartige Verhaltensweisen können nicht nur psychisch belastend sein, sondern auch für gesundheitliche Probleme sorgen. Neben einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit durch Dauerstress können sich die Tiere dabei auch leicht bis schwer verletzen.

Durch das Federkleid fallen diese Verletzungen nicht immer sofort auf und können sich entzünden.

Bei einer Jagd während des Freiflugs können die Wellensittiche blind vor Panik gegen Fenster oder Wände fliegen und sich dabei Brüche zuziehen.

Aufgrund der zahlreichen Gefahren solltest du daher schnell handeln und die Tiere notfalls trennen.

Anzeichen für Zuneigung unter Wellensittichen

Wenn zwei oder mehr Wellensittiche sich mögen, ist das wunderschön anzusehen. Hier sind die Punkte, auf die du achten solltest:

  • Futter wird gemeinsam aufgenommen
  • ein Vogel kann den anderen füttern
  • gemeinsames Fliegen
  • miteinander spielen
  • gegenseitiges Putzen
  • Kuscheln
  • nebeneinander schlafen
  • Schnäbeln
  • Zwitschern und Singen zueinander

Sämtliche Aggressionen fehlen also und du kannst beobachten, dass sich die Tiere selbst und miteinander wohlfühlen und entspannt sind. Streitigkeiten oder gar einen Kampf gibt es selbst bei Futter oder besonderen Leckereien nicht. Stattdessen fressen die Wellensittiche oftmals sogar zusammen oder nebeneinander sitzend aus der gleichen Schale.

Was deutet darauf hin, dass sich Wellensittiche wohlfühlen?

Damit sich die Tiere untereinander gut verstehen, muss es jedem Individuum gut gehen. Das ist eine wichtige Voraussetzung für eine entspannte Gruppe.

Auch hierfür gibt es wieder typische Verhaltensweisen, die dir einfach auffallen werden.

  • leicht aufgeplustertes Gefieder
  • Gesang
  • interessiertes Schieflegen des Kopfes
  • spielen
  • mit dem Kopf nach unten an Zweigen hängen

Die Vögel nehmen an ihrer Umgebung teil, sind munter und verspielt. Wie kannst du nun aber dafür sorgen, dass sich alle wohlfühlen und miteinander vertragen? Mit unseren Tipps im nächsten Abschnitt erfährst du es.

10 Tipps für Wohlbefinden und verträgliche Wellensittiche

Wie du praktisch für das Wohlbefinden und die Zuneigung untereinander bei den Wellensittichen sorgen kannst, haben wir hier Schritt für Schritt beschrieben. Dadurch kannst du es einfach umsetzen zumindest kleineren Konflikten vorbeugen.

Tipp 1: Ausreichend Platz geben

Handelsübliche Zimmerkäfige sind in der Regel deutlich zu klein!

Auch wenn du nur zwei Wellensittiche halten möchtest, können diese die Flügel kaum richtig ausstrecken – an Fliegen ist überhaupt nicht zu denken. Das bedeutet, dass sich die Tiere kaum aus dem Weg gehen können und unausgelastet sind. Immerhin fliegen sie in der Natur bis zu 100 Kilometer ohne Unterbrechung.

Ab und an zwei bis drei Runden im Zimmer zu drehen, ersetzt das bei Weitem nicht. Ganz abgesehen davon, dass Freiflug nicht jeden Tag möglich ist. Mal kommst du spät nach Hause, mal kommt etwas dazwischen oder deine Aufmerksamkeit liegt bei etwas anderem. Für diese Fälle ist es gut, wenn deine Tiere bereits ein großes Maß an Bewegung in ihrer Unterkunft haben können.

Besser als ein beengter Käfig ist daher eine Zimmervoliere, die im Sommer beispielsweise auf den Balkon verbracht werden oder im Garten stehen kann. Modelle mit Rädern sind besonders praktikabel.

Tipp 2: Beschäftigungen anbieten

Ausgelastete und beschäftigte Vögel sind glücklicher und zufriedener. Gut geeignet hierfür sind unter anderem Klettermöglichkeiten. Zu diesen gehören Äste und Zweige, Seile und Leitern. Sie sind ein wunderbares Training und lasten nicht nur den Kopf, sondern auch den Körper aus.

Dazu können sie wortwörtlich schmackhaft gemacht werden. Rinde und Blätter, Kräuter, Obst und Gemüse oder Sämereien lassen sich so anbringen, dass sie zum Klettern animieren und gleichzeitig als Belohnung dienen.

Ein Vogelbad sollte vor allem im Sommer zur Grundausstattung gehören, ebenso wie Spielzeuge. Achte dabei aber darauf, dass dennoch ausreichend Raum zum Fliegen bleibt.

Tipp 3: Mehrere Futter- und Wasserquellen aufstellen

Streitigkeiten drehen sich oftmals um Ressourcen, wie Wasser und Futter. Biete daher mehrere Quellen an. Auch Knabberstangen und Frischfutter sollte an mehr als einer Stelle positioniert sein. Dadurch können sich deine Tiere verteilen und ein potenzieller Stressfaktor wird von vornherein ausgeschaltet.

Die Verteilung ist auch gerade deswegen sinnvoll, weil bei Verschmutzungen noch eine Reserve vorhanden ist.

Tipp 4: An Abwechslung denken

Unterschiedlich große Sitzstangen aus Naturholz, mit und ohne Rinde, Zweige mit Blättern, unterschiedliches Grünfutter – wechsle die Einrichtung und die Ernährung ab. In freier Wildbahn sitzen die Tiere auch nicht jeden Tag auf dem gleichen Zweig, das sollte in Käfig oder Voliere ebenfalls nicht der Fall.

Durch das gelegentliche Umgestalten haben deine Wellensittiche immer wieder etwas zu entdecken, was Langeweile und Frust vorbeugt.

Tipp 5: Regelmäßiger Freiflug

Auch wenn es sich um eine große Voliere handelt, kann sie den Freiflug in einem gesicherten Zimmer nicht ersetzen.

Optimal wäre es natürlich, wenn diese täglich ermöglicht wird!

Der Freiflug gehört zur artgerechten Haltung der Wellensittiche und lastet ebenfalls Hirn und Körper aus. Dadurch werden die Tiere entspannter und verträglicher.

Tipp 6: Langsam aneinander gewöhnen

Vermutlich würde es dir ebenfalls nicht gefallen, wenn du von deiner vertrauten Umgebung getrennt und in ein völlig neues Umfeld mit fremden Menschen verbracht wirst.

Das geht deinen Wellensittichen nicht anders!

Halte sie daher zunächst in zwei getrennten Käfigen und stell diese so auf, dass sie Sichtkontakt untereinander haben können. Du kannst die Käfige täglich ein Stück näher aneinander schieben.

Zeigen die Tiere gegenseitiges Interesse, kann nun ein erster Versuch beim Freiflug erfolgen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Tiere den Käfig des anderen erkunden oder sich bestenfalls direkt darin niederlassen.

Tipp 7: Stress vermeiden

Stress ist nicht nur für den Menschen gleich aus mehreren Gründen auf Dauer ein sehr negativer Einfluss. Die Psyche leidet, die Laune verschlechtert sich und auch der Körper wird in Mitleidenschaft gezogen.

Ständig gestresste Tiere können gegebenenfalls Aggressionen und Zwangsstörungen entwickeln. Unverträglichkeit mit Artgenossen ist dann nur ein weiteres Anzeichen für die anhaltende Belastung. Überprüf daher die Haltungsbedingungen. Die folgenden Fragen können dir dabei helfen:

  • Steht der Käfig oder die Voliere an einem ruhigen Ort?
  • Werden die Vögel immer wieder gestört oder in Angst versetzt, weil Katze oder Hund versuchen in den Käfig zu gelangen oder sie jagen?
  • Ist ausreichend Wasser und Futter vorhanden?
  • Stehen deinen Tieren genug Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung, an denen sie sich verstecken können und ihre Ruhe haben?
  • Können sich die Wellensittiche genug und regelmäßig bewegen?

Tipp 8: Verhalten beobachten

Haben sich deine Wellensittiche bisher problemlos verstanden und nun folgt eine Streitigkeit auf die andere?

Derartig plötzlichen Verhaltensänderungen solltest du dringend auf den Grund gehen.

Gab es Änderungen im Umfeld? Fällt die Pflege unterschiedlich aus? Gibt es sonstige Auffälligkeiten beim Verhalten?

Bei Hennen besteht etwa die Möglichkeit, dass sie mit der Eiablage beginnen. In dieser Phase zeigen sie ein verstärktes Verteidigungsverhalten.

Tipp 9: Gesundheit berücksichtigen

Wenn sich keine Probleme bei der Haltung zeigen, solltest du gesundheitliche Schwierigkeiten in Betracht ziehen. Diese fallen nicht immer sofort auf. Mögliche Anzeichen sind jedoch:

  • Müdigkeit bis zur Apathie
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsveränderungen trotz gleichem Futter
  • kahle Stellen
  • Juckreiz

Fallen dir derlei Veränderungen auf oder ist dein Tier in anderer Form auffällig, such einen Tierarzt auf.

Tipp 10: Notfalls trennen

Leider gibt es Individuen, die sich trotz all deiner Mühe einfach nicht miteinander verstehen und sich maximal tolerieren aber nicht mögen werden. Tolerieren ohne offene Aggressionen und Streitigkeiten ist in der Regel unproblematisch. Artet es jedoch immer wieder aus, musst du die Tiere trennen. Das fällt zwar schwer, stellt dann aber die einzige Lösung dar. Anderenfalls musst du mit teils erheblichen Verletzungen rechnen.

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