Hamster Geräusche: Eine Übersicht über die häufigsten Laute

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Hamster sind meist ruhig, können sich aber ebenfalls durch Geräusche äußern. Von Brummen bis Zähneklappern ist das Repertoire überraschend groß.

Wenn du dein Haustier richtig verstehen und einschätzen möchtest, solltest du die Bandbreite der Laute kennen und verstehen lernen.

Dieser Ratgeber hilft dir dabei, Töne und Kontext korrekt zu interpretieren.

In diesem Beitrag erfährst du, wann Hamster Geräusche von sich geben und wie du sie einordnen kannst. Das ist nicht immer einfach, denn oftmals erscheinen die Laute gleich, können jedoch unterschiedliche Bedeutungen haben.

Hamster an Lauten verstehen

Hamster geben für den Menschen eher zurückhaltende und dezente Laute von sich. Sie sind jedoch in nahezu jedem Fall ein ernstzunehmendes Warnzeichen.

Dabei kann es sich unter anderem um diese Geräusche handeln:

  • Brummen
  • Fauchen
  • Fiepen
  • Kreischen
  • Quieken
  • Zähneklappern
  • Zähneknirschen

Sie können Angst oder Aggression ausdrücken, eine Warnung sein, aber ebenso auf Schmerzen hinweisen.

Wenn du deinen Hamster artgerecht hältst, vorsichtig mit ihm umgehst und keine Artgenossen in der Umgebung sind, wirst du ihn jedoch nur selten hören.

Angst und Aggressionen

Angst und Aggressionen scheinen für viele zwei sehr unterschiedliche Empfindungen zu sein. Tatsächlich können sie jedoch nahtlos ineinander übergehen.

Treibst du deinen Hamster in die Enge, fühlt er sich bedroht oder hat er den Eindruck, Ressourcen beschützen zu müssen, wandelt sich Angst in Aggression.

Dein Hamster ist also nicht „böse“, wenn er dich warnt oder sogar angreift. Er fühlt sich lediglich dazu gezwungen, sich zu verteidigen.

Typische Geräusche dabei sind Fiepen, Quieken, Kreischen, Fauchen und Knurren oder Zähneklappern.

Schauen wir uns an, was die einzelnen Lautgebungen zu bedeuten haben.

Fiepen, Quieken und Kreischen

Hohe Töne vom kleinen Piep bis zum Schreien sprechen eindeutig für große Angst bei deinem Hamster.

Sie können auftreten, wenn:

  • sich der Hamster erschreckt
  • er in die Enge getrieben wird
  • er einen vermeintlichen Feind wahrnimmt

Möglich sind auch andere Ursachen, auf die wir später eingehen.

Solange der Hamster noch flüchten kann, wird er das nach dem Fiepen oder Kreischen auch tun oder aber in eine Starre verfallen und sich totstellen.

Hieran kannst du erkennen, dass es sich bei dem Auslöser um Angst handelt. 

Nun zu den anderen Möglichkeiten: Schmerzen.

Treten die hohen Töne plötzlich auf, wenn du den Hamster hältst oder ein zuvor zahmes Tier auf die Hand nimmst, es ein Schmerzlaut.

Die Ursachen dafür sind zahlreich. Zu ihnen gehören unter anderem:

  • Brüche oder Prellungen
  • Tumore
  • Kratzer oder Schnitte
  • Krankheiten

Der beste Fall ist, dass sich das Tier lediglich erschreckt hat und im Anschluss an den Schockmoment wieder beruhigt.

Du solltest in jedem Fall das weitere Verhalten beobachten und überlegen, ob du für die Angst verantwortlich bist.

Tritt das Fiepen oder Schreien nochmals auf und kommen hierzu andere Änderungen, wie Fressunlust oder deutlich weniger Bewegung, musst du einen Tierarzt aufsuchen.

Knurren und Fauchen

Hierbei handelt es sich um deutliche Abwehr und Warnung. Der Hamster droht damit vor Angriffen.

Respektierst du die Laute nicht und ziehst dich zurück, kann es zu Bissen und Kratzern kommen.

Beim Fauchen reißt der Hamster den Mund auf und lässt ein zischendes Geräusch ertönen. Das Knurren kann hingegen wie ein tiefes Brummen klingen.

Die Laute gibt ein Hamster beispielsweise dann ab, wenn er nicht mehr fliehen kann, sich selbst oder Ressourcen bedroht sieht.

Bei den Ressourcen kann es sich um Futter, Wasser oder Spielzeuge handeln.

Hinzu kommen weitere Situationen, in denen die Geräusche auftreten können. Dazu gehören:

  • der Hamster fühlt sich gestört, beispielsweise beim Schlafen
  • Warnung für Artgenossen
  • vor der Paarung

Das Brummen kann sogar während der Paarung auftreten oder dazu dienen, den Partner im Anschluss wieder aus dem Territorium zu verjagen.

Zähneklappern und Zähneknirschen

Eine weitere mögliche Lautäußerung bei Hamstern ist das Klappern oder Knirschen mit den Zähnen. Diese Töne können als Warnung vor einem Angriff dienen und sollen Gegner abschrecken.

Ebenso kann der Grund wiederum in einer Krankheit oder Schmerzen zu finden sein.

Beachte unbedingt die Körpersprache und die Situation dabei. Klappert oder knirscht dein Hamster auch in vollkommener Ruhe und nicht bei Stress?

Dann weist das eindeutig auf ein gesundheitliches Problem hin. Gibt er die Töne hingegen von sich, weil er den Geruch eines anderen Hamsters wahrnimmt?

Dann reicht es aus, den Abstand zwischen den Käfigen zu vergrößern oder – falls kein weiterer Hamster von dir gehalten wird und du lediglich einen gestreichelt hast – die Haut gründlich abzuwaschen.

Gesprächige Hamster? – Geräusche für Aufmerksamkeit

Neben den bereits genannten Tönen und Lauten kann ein Hamster auch aus anderen Gründen Geräusche von sich geben.

Diese treten vor allem bei Tieren auf, die sich in ihrer Umgebung besonders wohl und sicher fühlen.

Denn in der Natur kann ein falsches Geräusch erhebliche Gefahr für einen Hamster bedeuten. Sie setzen ihre Lautäußerungen daher nur für Warnungen, Abwehr oder aus Versehen ein.

Auch dabei gibt es allerdings eine Ausnahme. Bei dieser handelt es sich um Junge und warum sie sich eher mit Geräuschen bemerkbar machen, erfährst du gleich.

Lockrufe

Kurzes Piepsen oder Fiepen kommt bei Hamsterbabys und Jungtieren durchaus auch ohne direkte Bedrohung vor.

Sie rufen damit ihre Mutter, wenn sie sich beispielsweise verirrt haben oder sich aus anderen Gründen hilflos fühlen.

Wurden Hamster zu früh von ihrer Mutter getrennt, kannst du diese Laute auch später noch hören.

Das gilt ebenso bei Tieren, die sehr stark an Menschen gebunden sind. Hast du einen Hamster mit der Flasche großgezogen oder verbringst viel Zeit mit ihm, kann er dich durchaus rufen oder deine Aufmerksamkeit erregen wollen.

Selbstgespräche

Brummeln, zufriedene Piepser oder Seufzen sind gelegentlich von Hamster zu hören, die bei der Futtersuche eine besondere Überraschung finden und zufrieden oder sogar glücklich sind.

Sie fühlen sich sicher genug, „Selbstgespräche“ zu führen.

Einige Tiere können auch etwas knurren und brummen, wenn sie spielen, oder enttäuscht von dem Futterangebot sind.

Niesen

Ein kleiner Nieser spricht für Aufregung. Das kann immer dann der Fall sein, wenn du vor dem Hamsterheim mit Futter hantierst oder dein Hamster ein neues Spielzeug bekommt.

Einmaliges Niesen ist daher positiv und kein Grund zur Sorge. Niest dein Tier hingegen häufiger und hat Nasenausfluss, ist es ein Anzeichen für Krankheit.

Klappern und Scharren

Mit Spielzeugen oder Schalen zu klappern, Scharren auf dem Boden, aber auch an den Gitterstäben oder Wänden zu kratzen, kann dazu dienen deine Aufmerksamkeit zu erregen.

Eventuell ist deinem Hamster langweilig oder er ist ungeduldig, weil du sein Essen nicht schnell genug servierst.

Beobachte genau, wann er diese Verhaltensweisen zeigt. Langweilt sich dein Tier häufiger, kann das zu Stress führen. Das wirkt sich wiederum negativ auf die Gesundheit aus und kann sogar Aggressionen erzeugen.  

Laute als Anzeichen für Schmerz und Krankheiten

Da Hamster ähnliche Geräusche in unterschiedlichen Situationen verwenden, ist die Unterscheidung nicht immer einfach.

Bei Schmerzen oder Krankheiten musst du daher immer das Gesamtbild betrachten.

Isst und trinkt dein Hamster in letzter Zeit deutlich mehr oder weniger? Schläft er mehr oder ist unruhig?

In diesen Fällen könnte eine Erkrankung vorliegen und eine Untersuchung durch den Tierarzt ist angeraten.

Geräusche immer im Kontext interpretieren

Ebenso wie bei Krankheiten und Schmerzen solltest du Geräusche auch in anderen Situationen immer im Kontext interpretieren.

Spielt dein Hamster oder ist bei der Futtersuche und gibt dabei Laute von sich, ohne sich in seinen Aktivitäten stören zu lassen, weisen die Töne nicht auf etwas Negatives hin.

Flüchtet er hingegen, baut sich auf oder versucht sogar dich anzugreifen, musst du die Ursache dafür finden.

Das gilt vor allem dann, wenn dein Hamster bisher neugierig und verspielt oder sogar zutraulich und zahm war.

Eine leichte Änderung des Verhaltens während der Pubertät ist vollkommen normal. Plötzliche Umschwünge sind hingegen immer ein Warnzeichen und sollten von dir ernstgenommen werden.

Beziehe die Umgebung und dein Verhalten mit ein. Ist es beispielsweise plötzlich lauter oder hektischer?

Stehst du unter Stress oder Zeitdruck und hast dein Tier deswegen einmal erschreckt? Waren Kinder oder andere Haustiere allein mit dem Hamster?

Bereits ein Schock reicht aus, um Angst und Aggressionen auszulösen. Ebenso kann es sich um eine Krankheit oder eine Verletzung handeln, die dir bisher noch nicht aufgefallen ist.

Problemen vorbeugen

Eine artgerechte Haltung und ein angepasster Umgang an das Tier beugen vielen Problemen vor.

Beschäftige dich daher neben den Themen Ernährung und Haltung auch mit der Körpersprache von Hamstern und ihren Gewohnheiten.

Das hilft dir dabei, Geräusche richtig einordnen zu können und Schwierigkeiten zu vermeiden. Zudem kannst du durch das bessere Verständnis auch dann leichter mit dem kleinen Nager umgehen, wenn Konflikte auftreten.

Hamster: Was Geräusche verraten

Um die Lautäußerungen von Hamstern richtig zu deuten, musst du die Umstände und dein Tier gut beobachten.

Vom Fiepen, um dich zu rufen, bis hin zum Knurren als Warnung solltest du die Töne nicht als Boshaftigkeit des Tieres aufnehmen.

Auch ein Fauchen heißt in der Regel nichts anderes als „Das möchte ich nicht.“ und ist damit vollkommen legitim.

Ist die gesundheitliche Seite abgeklärt und können Schreck und Schock ausgeschlossen werden, solltest du behutsam an der Gewöhnung an Menschen und der Beschäftigung mit dir arbeiten.

Dadurch wirst du meist schon bald nur noch positive Geräusche von deinem Hamster wahrnehmen können.   

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