Sind Hamster blind? Alles über Hamster-Augen (inkl. 5 wichtiger Tipps)

Hast du dich schon immer gefragt, wie gut Hamster sehen können?

Da die Tiere nachtaktiv sind, könnte man annehmen, dass sie dementsprechend auch hervorragende Augen haben und auch die anderen Sinne sehr gut ausgeprägt sind.

Ob das tatsächlich so ist, verraten wir dir in diesem Beitrag!

Sind Hamster blind?

Nein, abgesehen von krankhafter oder altersbedingter Erblindung sind Hamster nicht blind. Sie verlassen sich allerdings mehr auf Geruch und Gehör. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass sie blind sind. Zudem ist die Sicht nicht sonderlich gut ausgeprägt. Dennoch sind die Tiere in der Lage, sich problemlos zurechtzufinden.

Das gilt selbst dann, wenn sie tatsächlich erblinden.

Wie gut sind die Augen von Hamstern?

Wenn Hamster geboren werden, orientieren sie sich am Geruchssinn. Denn sie kommen blind und taub zur Welt. Nach etwa zwei Wochen öffnen sich die Ohren und Augen und die Jungtiere beginnen zu hören und zu sehen.

Allerdings wird das Sehen nie einer gesundheitlichen menschlichen Sicht entsprechen.

Im Vergleich sind Hamster kurzsichtig und nehmen auch Farben anders wahr. Hinzu kommt, dass sie Abstände räumlich anders erfassen.

Kurzsichtig und nicht fähig, räumliche Beziehungen zu erfassen?

Das klingt zunächst wie eine erhebliche Einschränkung. Dennoch haben Hamster keine Probleme damit, sich in ihrer Umgebung zurechtzufinden.

Das gilt selbst dann, wenn das Augenlicht mit der Zeit oder durch eine Krankheit verloren geht.

Wie abhängig sind Hamster von ihren Augen?

Als „Augentiere“ orientieren wir Menschen uns zu einem großen Teil optisch.

Bewegungen, Bedrohungen und Änderungen nehmen wir durch Sicht wahr. Wir vertrauen also oftmals weniger auf Gerüche oder das Gehör. Dadurch ist es nicht immer einfach, sich eine andere Ausprägung der Sinne vorzustellen.

Anders verhält es sich bei deinem Hamster.

Dieser kann bereits ab einer Distanz von einem Meter nicht mehr scharf sehen. Die räumliche Sicht ist ohnehin nicht gegeben. Daher verlässt sich das Tier auf seine anderen Sinne.

Hierdurch entstehen Vorzüge und Nachteile.

Ein deutlicher Vorteil ist, dass sie vor allem Bewegungen gut wahrnehmen können und sehr lichtempfindlich sind. Immerhin handelt es sich um dämmerungsaktive Tiere, die tagsüber vornehmlich schlafen. Durch die Sensibilität gegenüber hellem Licht sind sie also bestens an ihre Lebensumstände angepasst.

Dennoch können aufgrund der anderen Sicht Probleme auftreten.

Bereits ab einer Entfernung von einem Meter ist die Sicht der Hamster wie ausgesprochen nicht mehr scharf. Sie nehmen daher unter anderem auch Abstände und Hindernisse nicht immer richtig wahr.

Versuchen sie zu flüchten und rennen dabei, besteht ein hohes Risiko für Verletzungen. Darunter beispielsweise Stürze oder unkoordinierte Sprünge aus großen Höhen.

Hierdurch ist es zum einen sehr wichtig, den Käfig sicher zu gestalten. Zum anderen solltest du beim Halten und Tragen deines Hamsters aufpassen, um ein Herabfallen oder -springen zu vermeiden.

Wie schaffen es die kleinen Nager aber, trotz der eingeschränkten Sicht in einem unwirtlichen Gebiet wie der Wüste zu überleben und sich zurechtzufinden?

Hierzu musst du die anderen Sinne deines Tiers berücksichtigen.

Die anderen Hamster-Sinne im Kurzüberblick

Hörsinn

Das Gehör ist bei Hamstern sehr gut ausgebildet.

Sie können nicht nur verhältnismäßig leise Geräusche in weiter Entfernung wahrnehmen, sondern hören auch Frequenzen im Ultraschallbereich.

Für Menschen sind diese nicht wahrnehmbar.

Daher kann sich dein Hamster beispielsweise erschrecken oder sogar in eine Schreckstarre verfallen, obwohl du keinen Grund dafür erkennen kannst.

Was in der Natur eindeutig ein Vorteil ist, kann deinem Haustier erheblichen Stress bereiten. Denn Hamster sind dadurch auch lärmempfindlich. Laute Musik, Verkehrslärm und selbst der Kühlschrank sorgen für eine ständige Geräuschkulisse und können damit belastend wirken.

Angesichts dessen ist es wichtig, dass du auf eine ruhige Umgebung achtest!

Dein Hamster sollte tagsüber ungestört schlafen können und sich nachts nicht ständig erschrecken. Vermeide es daher, den Fernseher sehr laut laufen zu lassen, stell das Hamsterheim nicht direkt neben ein Fenster und nimm es ernst, wenn dein Tier immer wieder in eine Schreckstarre verfällt oder sich lauschend aufstellt.

Geruchssinn

Der Geruch ist der erste ausgebildete Sinn des Hamsters.

Augen und Ohren sind bei der Geburt der nackten Babys noch geschlossen. Sie entwickeln und öffnen sich in den ersten Wochen. Die Nase dient aber schon dann als Orientierung, wenn sich die Nager blind zurechtfinden müssen.

Dementsprechend sensibel ist der Geruchssinn.

Hierbei handelt es sich um eine weitere effiziente Anpassung an den ursprünglichen Lebensraum.

Nahrung wie Samen und Insekten sowie Grünfutter sind rar und nicht geruchsintensiv. Sie aufzuspüren ist also erschwert. Dank ihres stark ausgeprägten Geruchssinns können Tiere jedoch selbst kleinere Mengen unter der Erde wittern und aus größeren Entfernungen wahrnehmen.

Daher bietet es sich an, dass Futter für deinen Hamster zu verstecken und somit dem natürlichen Instinkt gerecht zu werden. Es bietet eine artgerechte Beschäftigung und beugt dadurch Langeweile vor.

Zudem trägst du dazu bei, Körper und Hirn zu trainieren.

Allerdings hat die „gute Nase“ des Hamsters nicht nur Vorteile. Denn ebenso wie bei dem Gehör bedeutet es zugleich, dass die Tiere bei starken oder bedrohlich erscheinenden Gerüchen empfindlich reagieren können.

Das umfasst Reinigungsmittel ebenso wie Deodorant oder den Geruch eines Hundes.

Achte also bei der Reinigung des Käfigs oder Hamsterheims darauf, keine Produkte mit intensiven Aromen oder scharfen Gerüchen zu verwenden. Gut geeignet sind Enzymreiniger und biologisch abbaubare Mittel, die keine zugesetzten Duftstoffe enthalten.

Achte zudem genau darauf, dass du gründlich mit klarem Wasser nachspülst. Hierdurch reduzierst du Rückstände, die dein Tier eventuell stören könnten.

Wenn du deinen Hamster genau beobachtest, fällt dir mit Sicherheit häufiger das sogenannte „Wittern“ auf: Das Tier hebt dabei den Kopf an und hält die Nase nach oben. Sie bewegt sich von einer Seite zur anderen.

Dieses Verhalten dient dazu, die Quelle von Gerüchen besser wahrnehmen zu können. Ebenso wie die Ohren ist die Nase der Tiere sehr beweglich. Diese Bewegungen helfen dabei, das Wittern von einer Schockstarre zu unterscheiden.

Tastsinn

Der Tastsinn ist bei Hamstern am gesamten Körper gut ausgebildet.

Zusätzlich hierzu haben die Tiere jedoch auch Tasthaare.

Es handelt sich hierbei um sehr feine und empfindliche Härchen, die unter anderem selbst leichte Luftbewegungen wahrnehmen können. Damit tragen sie zur Orientierung deines Hamsters bei schlechten Lichtverhältnissen bei.

Selbst in vollkommener Dunkelheit hilft es dem Nager also, sich zurechtzufinden.

Bewegungen in der Umgebung, ein Windwechsel oder Hindernisse lassen sich dadurch ebenfalls besser bemerken.

5 wichtige Fakten rund um Hamster-Augen

1. Grelles Licht vermeiden

Hamster-Augen sind darauf ausgelegt, in Dämmerung und bei Dunkelheit zu sehen.

Helles oder gar grelles ist für deinen Hamster daher mehr als unangenehm.

Wähle für den Hamsterkäfig daher einen Standort, der nicht direkt in der Sonne liegt oder von Lampen stark beleuchtet wird. Tagsüber kannst du den Schlaf deines Tieres verbessern, wenn du geeignete Schlafbereiche anbietest, in denen es dunkel bleibt.

Auch die Möglichkeit zum Anlegen von Gängen in tiefer Einstreu solltest du dem Nager bieten.

2. Augen regelmäßig kontrollieren

Nicht nur in Bezug auf die Helligkeit sind Hamster-Augen empfindlich.

Sie zeigen sich auch anfällig für Verletzungen, Erkrankungen und können sogar aus den Höhlen hervorquellen. Entzündungen und das übermäßige Hervortreten erfordern eine sofortige tierärztliche Behandlung. Denn es handelt sich um Notfälle, die sich schnell verschlimmern können und zudem ausgesprochen schmerzhaft sind.

Zwar finden sich Hamster auch blind zurecht, neben der Gefahr der Erblindung besteht jedoch ebenso das Risiko, dass dein Tier beide Augen verliert oder lebensbedrohliche Zustände eintreten.

Kontrolliere die Augen deines Tieres daher täglich und such in den folgenden Fällen umgehend einen Tierarzt auf:

  • Ausfluss oder starke Tränenbildung
  • Eiter
  • Verkrustungen an den Augen
  • Blutungen
  • Eintrübungen
  • Schwellungen
  • Zukneifen der Augen

3. Käfig sicher gestalten

Da Hamster Entfernungen nicht gut abschätzen können, ist gerade in einem Hamsterheim mit mehreren Etagen eine erhöhte Sturzgefahr gegeben.

Achte daher darauf, dass sich die Treppen oder Leitern nicht direkt übereinander befinden, und halte die Höhe der jeweiligen Etagen gering.

Das ist nicht nur aufgrund des anderen Gesichtssinns sinnvoll.

Ein Sturz kann dazu führen, dass der Druck im Gehirn ansteigt und die Augen herausgedrückt werden. Zum anderen kann es zu Brüchen oder anderen Verletzungen kommen, die die Augen ebenfalls beschädigen können.

4. Versorgung berücksichtigen

Wie alle Körperfunktionen benötigen auch die Augen eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen. Eine ausgewogene Fütterung ist daher entscheidend, um Krankheiten vorzubeugen, die zur Erblindung führen.

Achte vor allem auf ausreichend Vitamine und Fette. Diese finden sich vorrangig in ölhaltigen Samen, Nüssen, Gemüse und tierischen Produkten.

5. Benötigt ein blinder Hamster besondere Vorkehrungen?

Zur Erblindung führende Krankheiten oder Verletzungen lassen sich nicht in jedem Fall vermeiden.

Bereits ein falsches Halten kann ausreichen, um zu einem Augenverlust zu führen. Für dich als Halter ist das mit Sicherheit erschreckend und wirft die Frage auf, ob dein Hamster auch ohne Sehkraft noch lebenswert gehalten werden kann.

Die gute Nachricht ist: Das ist möglich. Da die anderen Sinne stärker ausgeprägt sind und sich der Nager ohnehin vermehrt auf Geruch und Gehör verlässt, kann er auch vollständig ohne Sehkraft oder sogar ohne Augen gut leben.

Wichtig ist zum einen, dass dein Tier schmerzfrei ist.

Zum anderen solltest du den Hamsterkäfig so einrichten, dass sich dein Hamster darin nicht verletzen und gut orientieren kann. Entscheidend ist es dafür:

  • auf Höhen zu verzichten, um Stürzen vorzubeugen
  • keine spitzen, scharfen oder zu harten Gegenstände einzubringen
  • Klettermöglichkeiten zu entfernen
  • keine großen und abrupten Änderungen durchzuführen

Wechsle also nicht die komplette Einrichtung des Hamsterheims auf einmal aus, und stell auch nicht alles komplett um.

Denn damit würdest du wichtige Orientierungspunkte entfernen oder verändern und das Tier verwirren. Abwechslung und kleine Änderungen darfst und solltest du deinem Hamster dennoch bieten. Das lässt keine Langeweile aufkommen und sorgt für gesunde Auslastung.

Beachte weiterhin, dass blinde Hamster stärker auf andere Reize reagieren können. Eventuell ist es daher notwendig, Geräusche und Gerüche zu reduzieren.

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