Farbmäuse oder Rennmäuse? Was ist das bessere Haustier

Maus ist nicht gleich Maus.

Diese Tatsache wird wahrscheinlich jedem klar sein, beantwortet jedoch nicht die Frage, wo genau die Unterschiede zwischen den einzelnen Mausarten liegen.

In diesem Beitrag schauen wir uns an, in welchen Punkten sich Farbmäuse und Rennmäuse unterscheiden, sodass du für dich entscheiden kannst, welches Tier besser zu dir und deiner Lebenssituation passt.

Los geht’s!

Welches ist das bessere Haustier: Farbmäuse oder Rennmäuse?

Pauschal lässt sich nicht beantworten, ob Rennmäuse oder Farbmäuse für dich besser geeignet sind. Das ist ganz davon abhängig, welche Ansprüche du an deine künftigen Mitbewohner stellst.

Fakt ist allerdings, dass es ein paar Unterschiede zwischen den beiden Tierarten gibt, die du vor deiner Kaufentscheidung bedenken und gegeneinander abwägen solltest.

Farbmäuse oder Rennmäuse – wo liegt der Unterschied?

Unterschiede hinsichtlich des Aussehens

Der auffälligste Unterschied zwischen Rennmäusen und Farbmäusen in Bezug auf das Aussehen stellt mit Sicherheit der Schwanz der Tiere dar.

Während dieser bei Gerbils – genauso wie der Rest des Körpers – voll behaart ist, so ist er bei der Farbmaus kahl und schwarz bzw. hautfarben.

Zudem sind die Ohren der Farbmäuse deutlich größer als die Ohren der flauschigen Rennmäuse.

Bei den Füßen hingegen können die Rennmäuse den Sieg ergattern: Denn die Füße der Gerbils sind deutlich länger als die der Farbmäuse. Das liegt daran, dass Rennmäuse regelmäßig auf ihren Hinterbeinen stehen, um zu spähen oder um den Abstand zu einem weiter entfernten Objekt richtig einschätzen zu können.

Farbmäuse hingegen stehen nur selten auf zwei Beinen.

Bei genauerem Hinsehen kannst du außerdem feststellen, dass die Nase der Gerbils ein wenig breiter ausfällt als die Nase der Farbmäuse. Bei beiden Arten ist diese jedoch immer haarlos.

Charakteristische Merkmale

Weder Rennmäuse noch Farbmäuse sind Einzelgänger und müssen daher unbedingt in Gruppen gehalten werden.

Dennoch unterscheiden sich die beiden Mausarten in ihrem Verhalten voneinander. Während Rennmäuse lieben es, Tunnel zu graben und sich darin zu verstecken, so können Farbmäuse mit den Tunneln nichts anfangen, sondern mögen es eher ebenerdig.

Angesichts dessen stellen Farbmäuse andere Anforderungen als Rennmäuse an dich als Halter.

Ob es dennoch möglich ist, beide Mausarten zusammen in einem Gehege zu halten, das erfährst du zu einem späteren Zeitpunkt dieses Artikels.

Nun widmen wir uns erst einmal ausführlicher dem Verhalten der Tiere

Verhalten und Eigenarten

Bei Rennmäusen ist es grundsätzlich ratsam, entweder nur männliche oder nur weibliche Tiere in einem Gehege zu halten. Bei Farbmäusen hingegen können auch gemischte Gruppen funktionieren, wenn die Anzahl der (kastrierten!) Männchen nicht die Anzahl der in der Gruppe lebenden Weibchen übersteigt.

Alternativ empfiehlt sich die Haltung mehrerer Weibchen. Nur männliche Tiere sollten hingegen nicht zusammengehalten werden.

Gerbils sind grundsätzlich streitlustiger als Farbmäuse, weshalb du hier besonders gut darauf achten solltest, dass die Tiere vom Charakter her zusammenpassen.

Achte auch darauf, dass ausreichend Raum zur Verfügung steht, sodass sich deine Rennmäuse im Falle eines Streits gut aus dem Weg gehen können.

Aktivität

Sowohl Rennmäuse als auch Farbmäuse gehören zu den Nagetieren, die sowohl tag- als auch nachtaktiv sind.

Das bedeutet also, dass du damit rechnen solltest, dass die Tiere auch in der Nacht Lärm machen, wenn du schlafen willst.

Daher empfiehlt sich weder die Haltung von Rennmäusen noch von Farbmäusen, wenn du lediglich ein Zimmer für die Tiere zur Verfügung hast und in diesem selbst schlafen möchtest.

Beide Tierarten sind sehr aufgeweckt und neugierig, weshalb nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder ihren Spaß am Beobachten der Tiere entwickeln können.

Bedenke jedoch, dass sowohl Farbmäuse als auch Gerbils zu den Fluchttieren gehören und keine Freunde von Streichel- oder Kuscheleinheiten sind!

Haltungsanforderungen an dich als Halter

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die beste Option für die Haltung von Rennmäusen oder auch Farbmäusen die Terrarienhaltung darstellt.

Achte darauf, dass die Tiere ausreichend Platz finden, um sich nach Lust und Laune bewegen zu können.

Getreide und Samen dürfen im Futter der Farbmäuse keinesfalls fehlen. Rennmäuse freuen sich zusätzlich über Kräuter und Wurzeln.

Als Ergänzung sollte beiden Tierarten ausreichend Frischfutter (Gurke, Karotte, Paprika…) zur Verfügung gestellt werden. Fleischige Snacks in Form von Mehlwürmern und Co. werden außerdem gerne genommen und liefern wertvolles Eiweiß.

Achte beim Einstreu darauf, dass sich deine Rennmäuse nach Belieben eingraben können, wann immer sie das Bedürfnis danach haben.

40 bis 70 cm Einstreutiefe sind hier ideal.

Da Farbmäuse keine leidenschaftlichen Tunnelgräber sind, genügt hier ein flacherer Bodenbelag. Dennoch sollte die Untergrenze von 20 cm nicht unterschritten werden.

Bedenke auch, dass Rennmäuse im Vergleich zu Farbmäusen deutlich weniger Urin absetzen. Aus diesem Grund wirst du das Gehege deiner Farbmäuse häufiger reinigen müssen.

Auch beim Standort des Geheges gibt es Unterschiede: Rennmäuse lieben es, sich tagsüber hin und wieder zu sonnen, weshalb du deinen Tieren einen Gefallen tust, wenn du das Terrarium zum Teil in der Sonne platzierst.

Achtung: Selbstverständlich sollten deine Tiere jederzeit die Möglichkeit bekommen, aus der Sonne in den Schatten zu wechseln, wenn sie dies wollen!

Farbmäuse hingegen sind hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv und bevorzugen daher einen vor Sonneneinstrahlung geschützten Ort.

Für wen ist welches Tier der richtige Mitbewohner?

Bist du hauptsächlich tagsüber zu Hause, so wirst du an Rennmäusen vermutlich mehr Freude haben.

Für nachtaktive Menschen eignen sich hingegen Farbmäuse sehr gut.

Auch der Zeitfaktor sollte nicht unterschätzt werden: Da das Gehege von Farbmäusen häufiger gereinigt werden muss, solltest du hierfür mehr Zeit einplanen!

Idealerweise reinigst du das Gehege alle zwei Tage, bei Rennmäusen genügt die wöchentliche oder sogar eine 14-tägige Reinigung – abhängig von der Gruppengröße, der Einstreuart und dem verfügbaren Platz!

Kann man Farbmäuse und Rennmäuse zusammenhalten?

Kurzum: Nein, es ist nicht empfehlenswert, Rennmäuse und Farbmäuse zusammen zu halten.

Warum?

In erster Linie aufgrund der Tatsache, dass die Tiere völlig unterschiedliche Ansprüche an ihre Umgebung stellen. Eine Rennmaus wird nicht glücklich, wenn sie auf Tunnel und Höhlen verzichten muss, während eine Farbmaus gerne oberirdisch lebt und den Weitblick genießt.

Zudem sind beide Tierarten zwar äußerst sozial, dennoch sprechen sie nicht exakt dieselbe „Sprache“, weshalb es häufiger zu Missverständnissen und hierdurch auch zu (möglicherweise sogar tödlichen) Auseinandersetzungen kommen kann.

Entscheide dich daher am besten für eine der beiden Tierarten als Haustier.

Verfügst du über den notwendigen Platz, so kannst du jedoch selbstverständlich jeweils eine Gruppe beider Arten in separaten Terrarien unterbringen und auf diese Weise auch beide Arten zeitgleich halten.

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