Sind Pferde schneller als Kamele? Hier kommt die Antwort!

Pferde können sehr schnell rennen – keine Frage. Kamele wirken hingegen gemächlich und eher langsam.

Aber stimmt dieser Eindruck?

Klar ist, sowohl Pferde als auch Kamele können nahezu unvorstellbare Geschwindigkeiten erreichen. Hinzu kommen die Unterschiede in Bezug auf Ausbildung und Körperbau.

Die Frage, welche Tierart schneller ist, lässt sich daher nicht so einfach beantworten. Wir haben für dich wissenswerte Fakten zusammengetragen, damit dennoch ein Vergleich möglich ist.

In diesem Beitrag erfährst du, ob und unter welchen Umständen Pferde schneller sein können als Kamele. Wir zeigen dir zudem, warum ein exakter Vergleich nicht so einfach ist und wovon er abhängt.

Sind Pferde schneller als Kamele?

Diese Frage lässt sich nicht einfach beantworten, denn hierbei spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle.

Die simple Antwort wäre, dass das schnellste Pferd bis zu 88 Kilometer pro Stunde schafft, das schnellste Kamel hingegen „nur“ 67 Kilometer pro Stunde.

Diese Höchstgeschwindigkeiten sind jedoch unter sehr verschiedenen Umständen entstanden und sowohl von dem Training als auch vom Untergrund und weiteren Kriterien abhängig.

Worum es sich bei diesen handelt, verraten wir dir in den folgenden Abschnitten.

Fluchttier, oder nicht?

Pferde sind generell eher Fluchttiere. Ein Hengst wird seine Herde verteidigen, wenn es keine ausreichenden Ausweichmöglichkeiten gibt.

Stuten mit Fohlen erweisen sich ebenfalls als wehrhaft, wenn sie ihren Nachwuchs in Gefahr sehen.

Solange sie nicht in die Enge getrieben werden und fliehen können – ohne dabei beispielsweise durch Fohlen oder kranke Mitglieder der Herde verlangsamt zu werden – versuchen sie zu rennen.

Evolutionär sind sie darauf ausgelegt.

Ihr Körperbau ist an schnelles Laufen angepasst. Dementsprechend erreichen sie sehr hohe Geschwindigkeiten.

Kamele sind hingegen keine Fluchttiere. Sie bewahren auch in (potenziellen) Gefahrensituationen meist die Ruhe. Dementsprechend sind ihre Körper weniger auf schnelles Rennen ausgelegt. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie keine beeindruckenden Geschwindigkeiten erreichen können.

Hinzu kommt, dass Kamele als vorrangige Wüstentiere evolutionär bedingt Energie und Flüssigkeit sparen müssen. Daher bewegen sie sich wann immer möglich langsamer.

Pferde trainieren ihre Muskeln hingegen auch dadurch, dass sie sobald möglich aus Spaß viel und schnell rennen.

Der Untergrund als ausschlaggebendes Kriterium

Die Geschwindigkeit von Pferden wird meist auf härten Untergründen gemessen. Pferderennen auf einer Laufbahn bieten ein gut kontrollierbares Setting.

Pferde können sich dadurch deutlich besser abstoßen und der Widerstand beziehungsweise die Reibung ist geringer.

Sie haben dadurch die besseren Voraussetzungen für hohe Geschwindigkeiten.

Kamele gehen und laufen hingegen in der Regel auf Sand. Wenn du selbst schon einmal im Sand gerannt bist, weißt du, dass Schnelligkeit auf diesem Untergrund deutlich schwieriger und anstrengender zu erreichen ist.

Temperaturen als Faktor

Pferderennen finden in der Regel bei gemäßigten Temperaturen statt, Kamelrennen hingegen im trockenen Wüstenklima. Kamele sind zwar daran angepasst, versuchen in der Regel aber dennoch Energie und Wasser zu sparen.

Das beeinflusst ihre Laufgeschwindigkeit. Freiwillig rennen Kamele nur so schnell, wie es unbedingt erforderlich ist.

Bei Kamelrennen wurden daher früher Kinder als Jockeys eingesetzt, die die Tiere antreiben, ohne sie unnötig zu beschweren.

Aufgrund des ausbeuterischen Umgangs mit den Kinder-Jockeys wurden diese jedoch durch kleine Roboter ersetzt.

Im Gegensatz dazu rennen Pferde – solange sie die Möglichkeit haben – in gemäßigteren Klimazonen und gelegentlich aus Spaß am Laufen.

Aufgrund der niedrigeren Temperaturen fällt es ihnen leichter und ist ressourcenschonender. In der Regel steht ihnen auch mehr Futter direkt zur Verfügung, wohingegen Rennkamele längere Fastenperioden überleben müssen.

Training und Geschwindigkeit

Wie bei Menschen und bei allen anderen Tieren auch, gilt, dass Training die Leistung erheblich erhöhen kann.

Im Gegensatz zu Kamelen werden auch normale Reitpferde häufiger im Galopp geritten und sind daher stärker daran gewöhnt und besser trainiert als Kamele.

Diese laufen auch beim Tragen von Lasten oder, wenn sie geritten werden, eher gemächlich. Dementsprechend haben nur Tiere ein entsprechendes Training, die bei Kamelrennen zum Einsatz kommen.

Paarhufer und ihre Füße

Pferde sind Unpaarhufer, die nur noch eine Zehe aufweisen und zudem einen durchgehenden Huf haben.

Kamele sind Paarhufer und sogenannte Schwielensohler. Sie haben keinen Huf, sondern zwei Zehen, an denen sich jeweils ein Nagel befindet.

Hierdurch ist die Anpassung an den jeweiligen Untergrund gegeben. Es bedeutet jedoch auch einen erheblichen Unterschied in Hinblick auf die Gangart.

Kamele können sich weniger effizient vom Boden abstoßen, was zu einer geringeren Geschwindigkeit führt.

Körperbau und Auslegung

Wie du bereits weißt, sind Pferde als Fluchttiere auf schnelles Rennen ausgelegt. Zwischen den verschiedenen Rassen finden sich jedoch auch bei ihnen erhebliche Unterschiede.

Ein Kaltblutpferd, wie ein Shire Horse oder ein Brabanter, ist nicht auf das schnelle Rennen ausgelegt. Bei ihnen geht es viel mehr um Stärke und Ausdauer, da es sich um Arbeitspferde handelt.

Sie sind daher muskulös, aber schwerfällig und können bis zu 1.200 Kilogramm wiegen.

Demgegenüber stehen Vollblutpferde wie Araber. Sie sind schlanker gebaut und mit bis zu 450 Kilogramm deutlich leichter.

Sie sind es auch, die Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 88 Kilometer pro Stunde erreichen.

Kamele beziehungsweise Dromedare wiegen bis zu 540 Kilogramm und haben einen weniger stromlinienförmigen Körper, daher erreichen auch die Schnellsten unter ihnen nur etwa 67 Kilometer pro Stunde.

Wer ist schneller – Kamele oder Pferde?

Mit all diesen Informationen weißt du nun, dass das schnellste Pferd höhere Geschwindigkeiten erreicht als das schnellste Kamel.

Generell spielen dabei allerdings mehrere Faktoren eine Rolle, sodass sich die Arten nur schwer miteinander vergleichen lassen.

Tendenziell sind Pferde dennoch schneller. Das gilt selbst für Vertreter der Kaltblutrassen.

Im Jahr 1945 schaffte es beispielsweise ein Shire Horse namens Samson auf die erstaunliche Geschwindigkeit von 69,62 Kilometer pro Stunde.

Geschwindigkeit von Pferden und Kamelen

In ihren durchschnittlichen Geschwindigkeiten unterscheiden sich Kamele und Pferde nicht wesentlich voneinander.

Bei einem Rennen gegeneinander auf Untergründen, die für das jeweilige Tier und seine Anpassung an den natürlichen Lebensraum geeignet sind, würden Pferde die Nase vorn haben.

Das gilt zumindest dann, wenn es sich um gesunde und trainierte Individuen handelt.

In losem Sand würden hingegen Kamele gewinnen, da sie evolutionär bedingt darauf ausgelegt sind, besser darauf laufen zu können.

Nicht umsonst haben sie breitere und weichere Füße, die ihnen besseren Halt geben. Pferde kommen hingegen bessere mit stabileren, festeren Untergründen zurecht.

Ein direkter Vergleich ist daher nur schwer möglich.

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