Dürfen Pferde im Regen stehen? Verblüffende Antwort + Tipps

Ein im Regen stehendes Pferd lässt sich bei der Haltung auf einer Koppel nur schwer vermeiden

Aber dürfen Pferde überhaupt im Regen stehen?

In diesem Artikel erfährst du, wann und wie häufig Pferde im Regen stehen dürfen und wann Schutz angeraten ist. Wir zeigen dir auch, worauf du achten musst, welche Risiken bestehen und welche Möglichkeiten du für die Sicherheit deines Pferdes hast.

Dürfen Pferde im Regen stehen?

Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort. Mehrere Faktoren spielen entscheidende Rollen. Bei diesen handelt es sich unter anderem um:

  • Gesundheit des Tieres
  • Dauer des Regens
  • Temperatur

Gesundheit des Pferdes als ausschlaggebender Faktor

Der wichtigste Punkt dafür, ob dein Pferd im Regen stehen darf, ist seine Gesundheit.

Bereits erkrankte, alte oder schwache Tiere sollten vor allem kaltem Regen nicht ausgesetzt werden.

Denn nasses Fell in Verbindung mit Wind oder kalter Regen sorgen dafür, dass der Körper auskühlt.

Das bedeutet zum einen, dass mehr Energie zum Erhalt der Körpertemperatur benötigt wird. Ist der Organismus bereits geschwächt, kann ihn das überstrapazieren.

Die Unterkühlung kann ernsthafte gesundheitliche Probleme nach sich ziehen.

Dauer des Regens

Ein kurzer Regenschauer ist in der Regel kein Problem für Pferde. Auch ältere oder kranke und schwache Tiere halten diesen problemlos aus, wenn sie schnell wieder trocknen können.

Hält der Regen hingegen tagelang an, wird es gefährlich.

Denn zum einen können sich daraus Risiken für die Gesundheit ergeben, die sich erst später zeigen.

Zum anderen kann es zu einer akuten Unterkühlung kommen. Das Immunsystem wird geschwächt und die Anfälligkeit für Erkrankungen oder lebensgefährliche Zustände steigt.

Wenn dein Pferd ohne Schutz auf der Weide steht, solltest du es während längerer Regenphasen oder extremen Wetterlagen besser in den Stall bringen oder auf andere Weise für trockenes Fell am Körper sorgen.

Temperatur als ausschlaggebender Punkt

Im Sommer sind Regenschauer meist vollkommen unproblematisch für Pferde. Das Fell trocknet aufgrund der Temperaturen schnell wieder ab und eine Unterkühlung ist nicht zu befürchten.

Im Frühling, Herbst und Winter verhält es sich anders.

Aufgrund der niedrigeren Temperaturen und der oftmals länger anhaltenden Regenphasen bleibt das Fell länger nass.

Kommt hierzu noch kalter Wind, Hagel oder gar Frost, sind auch gesunde Pferde ohne entsprechenden Schutz gefährdet.

Welche Gefahren gibt es, wenn das Pferd im Regen steht?

Neben der bereits erwähnten Unterkühlung und Schwächung des Körpers bestehen noch weitere Risiken und Gefahren, wenn dein Pferd im Regen steht.

Dabei handelt es sich unter anderem um:

  • Rain Rot / Regenfäule
  • Hufinfektionen
  • Länge und Empfindlichkeit der Hufe

#1: Regenfäule

Nasses Fell und damit auch nasse Haut kann bei Pferden zu der sogenannten Regenfäule führen.

Hierbei handelt es sich um eine Hauterkrankung, die durch das Bakterium Dermatophylus congolense ausgelöst wird.

Die Behandlung durch den Tierarzt ist einfach und mit ausreichend Konsequenz sowie Geduld auch schnell abgeschlossen.

Allerdings solltest du vorsichtig sein, denn die Krankheit ist auch auf den Menschen übertragen. Hygiene ist daher sehr wichtig.

#2: Hufinfektionen

Hufkrankheiten durch Infektionen können für Pferde ausgesprochen schmerzhaft sein. Von eitrigen Geschwüren bis hin zu Blasen oder einem Hufpilz sind einige Probleme möglich.

Stehen Pferde häufig im Wasser und sind durch anhaltenden Regen und damit verbundene Auskühlung geschwächt, ist die Gefahr für derartige Infektionen höher.

Die Behandlung kann viel Zeit und Geduld erfordern. Bereits das Laufen ist anstrengend und schmerzhaft, was wiederum andere gesundheitliche Probleme nach sich zieht.

Um das zu vermeiden, sollte dein Pferd also trockenstehen oder die Hufe sollten nach Regenfällen möglichst schnell abtrocknen können. Auch hierfür bietet sich ein entsprechender Schutz an.

#3: Huflänge und Hufpflege

Quillt das Horn der Hufe auf, wird es zum einen weicher und anfälliger für Erreger.

Zum anderen scheinen Hufe dadurch jedoch auch zu wachsen.

Das erfordert eine häufigere Hufpflege und mehr Aufmerksamkeit durch dich.

So schützt du dein Pferd vor Regen

Um Problemen durch Regen bei deinem Pferd vorzubeugen, bieten sich mehrere verschiedene Möglichkeiten an.

Zu diesen gehören:

  • Regendecke anziehen
  • Offenstall
  • Stallhaltung
  • Bäume

#1: Regendecke – Vorzüge und Nachteile

Regendecken für Pferde sind verhältnismäßig kostengünstig, lassen sich einfach auflegen und wieder abnehmen.

Dein Pferd kann sich damit problemlos bewegen und der Schutz umfasst den Körper.

Die Vorzüge sind also überzeugend.

Allerdings finden sich auch Nachteile.

Zu diesen gehören, dass zwar der Körper, nicht aber die Beine, der Kopf und die Hufe geschützt sind.

Zudem erfordert es einigen zeitlichen Aufwand, die Regendecke immer wieder aufzulegen und abzunehmen. Wechseln sich starker Regen und Sonne ab, kann es sogar zum Überhitzen kommen.

Es finden sich jedoch weitere Alternativen als vorbeugende Maßnahmen und zur Sicherheit deines treuen Pferds.

#2: Offenstall – Vorteile und Nachteile

Ein Offenstall ermöglicht es deinem Pferd, selbst zu entscheiden, wann es Schutz sucht und wann es sich frei auf der Koppel bewegt.

Möchte es sich im Sommer also in einem leichten Regenschauer erfrischen, kann es das tun aber bei stärkerem Niederschlag ebenso den überdachten Schutz aufsuchen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass sich dein Pferd selbst aussuchen kann, wann es wo steht und du keinerlei Aufwand dabei betreiben musst.

Für viele Tiere ist das die optimale Lösung.

Ein Nachteil ist allerdings, dass Offenställe nicht vor Extremen, wie starkem Wind, schützen.

#3: Stallhaltung – Pro und Contra

In der Stallhaltung besteht der Vorteil, dass die Tiere deutlich geschützter sind und notfalls auch getrennt werden können.

Sie sind keinem Regen ausgesetzt und die Temperatur ist stabiler.

Ein eindeutiger Nachteil ist der begrenzte Platz. Pferde benötigen ausreichend Bewegung, die sie in einer Box nicht erhalten.

Zudem fehlt der direkte Kontakt zu Artgenossen.

Einige Pferde kommen mit der Stallhaltung beziehungsweise der Boxenhaltung nicht zurecht. Sie können dabei frustriert und dadurch aggressiv werden.

Für medizinische Behandlungen oder als Schutz sollte dein Pferd die Box aber zumindest kennen und zeitweilig akzeptieren können.

#4: Bäume als Schutz

Ähnlich einem Offenstall können Bäume zumindest Schutz vor Regen und Wind bieten.

Dafür muss allerdings das Blätterdach sehr dicht sein.

Einen kleinen Wald oder zumindest eine ausreichend große Baumgruppe auf der Koppel zu haben ist allerdings nur in den wenigsten Fällen möglich.

Hinzu kommt, dass bei starkem Wind Bäume eine Gefahr darstellen können, wenn Äste abbrechen oder ein Baum entwurzelt wird. Hier ist also Vorsicht geboten.

Ob du dein Pferd im Regen stehen lassen kannst oder ihm Schutz bieten musst, ist immer eine individuelle Entscheidung und von verschiedenen Faktoren abhängig.

Vorsichtig zu sein und bei länger anhaltendem Niederschlag entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen ist jedoch in jedem Fall sinnvoll.

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