Dürfen Pferde nasses Heu fressen? Eine wichtige Anleitung!

Nasses, gewaschenes oder gedampftes Heu an Pferde zu verfüttern, kann durchaus Vorteile haben, wenn dabei richtig vorgegangen wird.

Denn durch das Waschen oder Dämpfen wird die Staubbelastung verringert, was essenziell für Tiere mit Problemen im Bereich der Atemwege ist. Allerdings leidet darunter auch der Nährstoffgehalt.

Wir erklären, wann, wie und wie lange nasses Heu verfüttert werden darf und wie es vorzubereiten ist.

In diesem Beitrag erfährst du, wann gewaschenes oder gedämpftes Heu sinnvoll ist und worauf es bei der Fütterung ankommt. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie die Zubereitung aussehen sollte, und welche potenziellen Gefahren bestehen.

Dürfen Pferde nasses Heu fressen?

Wenn es richtig vorbereitet wurde, kann nasses, beziehungsweise feuchtes Heu sinnvoll für dein Pferd und eine gute Alternative zur Heulage sein.

Falsches oder unvorsichtiges Vorgehen birgt hingegen einige Gefahren. Daher musst du bei dieser Variante der Fütterung bedacht vorgehen.

Wann ist nasses Heu sinnvoll?

Gewaschenes Heu oder gedämpftes Heu ist immer dann sinnvoll, wenn dein Pferd Beschwerden im Bereich der Atemwege aufweist.

Trockenes Heu kann ausgesprochen staubig sein und damit Husten, Allergien oder Asthma verschlimmern.

Das Auswaschen und Dämpfen reduzieren nicht nur diese Gefahr, sondern zudem auch den Nährstoffgehalt.  

Dadurch eignet es sich ebenfalls für übergewichtige Pferde oder Tiere mit Stoffwechselstörungen.

Dafür muss es jedoch richtig vorbereitet und verfüttert werden.

Wie kann Heu nass verfüttert werden?

Zum Verfüttern von feuchtem oder nassem Heu hast du mehrere Möglichkeiten. Bei diesen handelt es sich um:

  • Wässern
  • Einweichen
  • Dämpfen

Alle Varianten haben Vorzüge und Nachteile, die wir dir im Folgenden zeigen.

1. Heu wässern vor dem Verfüttern

Der eindeutige Vorteil dieser Methode ist, dass sie sich sehr einfach durchführen lässt. Eine Gießkanne, ein Eimer Wasser oder ein Schlauch reichen aus und das Heu kann direkt im Futtertrog gewässert werden.

Der Nachteil daran ist, dass der herausgespülte Staub und sonstige Verunreinigungen im Wasser und damit im Trog verbleiben.

Auch eventuell ausgewaschene Nährstoffe sind in der Flüssigkeit enthalten. Dieses sollte nicht aufgenommen werden, was eine genaue Beobachtung durch dich erforderlich macht.

2. Heu einweichen vor dem Essen

Die nächste Option ist es, Heu für 10 bis 15 Minuten in zimmerwarmes Wasser einzuweichen. Zur Fütterung wird es aus dem Wasser genommen und tropft vor dem Fressen ab.

Der Vorteil hieran ist, dass Staub, Verschmutzungen und ausgespülte Nährstoffe direkt mit dem Wasser entfernt werden.

Dadurch bleibt das Heu sauber und du musst bei der Fütterung lediglich auf die Dauer achten, die das Heu deinem Pferd zur Verfügung steht.

Die Methode ist durch das Einweichen und Abtropfen anfangs etwas aufwendiger, dabei aber immer noch einfach und vor allem die bessere Wahl gegenüber dem bloßen Nässen.

3. Gedämpftes Heu als Alternative

Das Bedampfen von Heu ist immer dann eine sinnvolle Alternative, wenn das nasse Heu von deinem Pferd nicht gern oder gar nicht gefressen wird.

Am besten setzt du dazu einen Heubedampfer, beziehungsweise einen Haysteamer ein. Dieser entwickelt Temperaturen zwischen 90 und 100 Grad Celsius.

Dadurch wird das Heu nicht nur befeuchtet und Staub gebunden, es ist dadurch auch geringfügig länger haltbar.

Mineralstoffe gehen bei dieser Methode nur in geringfügigem Maße verloren und wasserlösliche Kohlenhydrate werden um bis zu 20 Prozent reduziert.

Damit eignet es sich sowohl bei einer kalorienreduzierten Fütterung von übergewichtigen Pferden als auch bei Beschwerden im Bereich der Atemwege.

Unser Tipp: Verwende kommerzielle, professionelle Geräte. Modelle aus dem Eigenbau erzeugen meist keine ausreichend hohen Temperaturen, was das Wachstum von Mikroorganismen steigern kann.

Vorsicht: Darauf musst du beim Verfüttern von nassem Heu achten

Nasses, feuchtes oder bedampftes Heu ist bei einigen gesundheitlichen Problemen sinnvoll.

Darunter:

  • Allergien
  • Erkältungen
  • Übergewicht
  • Stoffwechselstörungen

Allerdings musst du bei der Fütterung auf die Sauberkeit und die schnelle Verderblichkeit des Heus achten.

Durch die Feuchtigkeit können sich Mikroorganismen vor allem bei hohen Temperaturen im Sommer sehr schnell vermehren und ausbreiten.

Im Winter besteht hingegen die Gefahr, dass es zu Eisklumpen gefriert.

In beiden Fällen sollte es von deinem Pferd nicht mehr gefressen werden, da es Beschwerden im Verdauungstrakt auslösen kann.

Eis wird von den meisten Pferden ohnehin nicht aufgenommen. Verdorbenes Heu könnte jedoch gefressen werden.

Verfüttere daher jeweils nur so viel, dass es innerhalb einer Stunde gegessen wird.

Bedampftes Heu hält sich geringfügig länger, da aufgrund der hohen Temperaturen ein sterilisierender Effekt erzielt wird.

Auch dieses verdirbt jedoch innerhalb weniger Stunden oder kann gefrieren.

Fressen Pferde gerne nasses Heu?

Das ist individuell verschieden. Manche Pferde essen es problemlos, andere versuchen es noch nicht einmal oder sind davon angewidert.

Du kannst versuchen, zunächst eine sehr kleine Menge anzubieten und das Heu dabei nur leicht anzufeuchten. Dadurch fällt die Gewöhnung eventuell leichter.

Wenn das nicht funktioniert, staubfreies Raufutter aber essenziell für die Gesundheit ist, kannst du auf Alternativen zurückgreifen.

Welche Alternativen gibt es zu nassem Heu für das Pferd?

Nimmt dein Pferd ein nasses oder feuchtes Heu auf, ist das problematisch. Denn eine stetige Nahrungsaufnahme ist für die Tiere ausgesprochen wichtig.

Staubiges Heu ist dann aber ebenfalls keine Option. Es stehen jedoch Alternativen zur Verfügung. Bei diesen handelt es sich um:

  • Pflanzenöl oder Melasse auf das Heu zu geben, bindet den Staub.
  • Heulage oder Pferdesilage
  • Grascobs

Wichtig ist dabei, dass du Zugaben oder Alternativen zum Heu in den Kalorienumsatz einkalkulierst.

Eine weitere Option ist das Verfüttern von staubarmem, hochwertigem Heu oder das leichte Besprühen mit Wasser.

Nasses Heu für Pferde

Wenn du bei der Vorbereitung vorsichtig vorgehst und jede Mahlzeit frisch zubereitest, ist feuchtes Heu in vielen Fällen sinnvoll.

Dank der Alternativen bist du auch dann vorbereitet, wenn dein Pferd das Fressen verweigert.

Bedenke zusätzlich, dass bei Atemwegsproblemen und Allergien das Anfeuchten des Heus allein nicht ausreicht, um die Staubbelastung zu verringern. Dazu sind weitere Maßnahmen erforderlich.

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