Ab wann darf man Baby Kaninchen in die Hand nehmen und anfassen? (inkl. Anleitung zum richtigen Hochnehmen)

Endlich ist der lang ersehnte Kaninchen-Nachwuchs da.

Zugegeben sind die gerade geborenen Babys wirklich süß. Daher ist es mehr als verständlich, dass du es kaum erwarten kannst, mit diesen zu kuscheln und zu interagieren.

Bedanke jedoch, dass es gut überlegt sein muss, wann du dir Tiere das erste Mal aus ihrem Nest holst bzw. ob es überhaupt Sinn ergibt, das zu tun.

In diesem Beitrag möchten wir dir erklären, ab wann du Baby-Kaninchen in die Hand nehmen und anfassen darfst. Außerdem verraten wir dir am Ende des Beitrags, wie du die Tiere richtig hochnimmst, um Stress zu vermeiden.

Los geht’s!

Ab wann darf man Baby Kaninchen in die Hand nehmen und anfassen?

Wenn du eine Häsin mit Kaninchenbabys besitzt, ist es sehr ratsam, dass du nach der Geburt eine Nestkontrolle durchführst. Du kannst die Baby-Kaninchen also (theoretisch) direkt nach der Geburt anfassen.

Das Wort „Nestkontrolle“ bedeutet, dass du überprüfst, ob die Babys einen gesunden und munteren Eindruck machen.

Stellst du fest, dass ein oder mehrere Babys die Geburt nicht überlebt haben, so solltest du den toten Nachwuchs vorsichtig aus dem Nest entfernen.

Bedenke jedoch, dass die Geburt für deine Häsin sehr anstrengend war und sowohl sie als auch die Babys so viel Ruhe wie möglich bekommen sollten.

Aus diesem Grund solltest du bereits im Voraus dafür sorgen, dass du eine gute Bindung zu deiner Häsin aufbaust.

Um unnötigen Stress zu vermeiden, solltest du die Babykaninchen zwar so viel wie nötig, aber dennoch so wenig wie möglich anfassen.

Stellst du fest, dass deine Häsin sich aufregt oder gar aggressiv wird, wenn du dich am Nest und den Babys zu schaffen machst, so ist es ratsam, wenn du dich wieder zurückziehst und noch ein paar Tage wartest.

Nur, wenn ein Kaninchenbaby offensichtlich Hilfe benötigt, ist es in Ordnung, wenn du dich trotz des „Verbots“ der Häsin dem Baby widmest. Schließlich ist niemandem geholfen, wenn das Tier am Ende stirbt!

Aus Spaß an der Freude solltest du deine Häsin niemals stressen.

Tipp: Manchmal kann es wahre Wunder wirken, wenn du deine Häsin mit einem besonders guten Leckerlie ablenkst, während du das Nest kontrollierst!

Was muss ich hinsichtlich des Anfassens beachten?

Wenn du eine Nestkontrolle durchführen möchtest, dann gilt es gewisse Dinge zu beachten.

Zuerst einmal musst du wissen, dass frisch geborene Kaninchenbabys kaum bis gar keinen Eigengeruch haben. Sie nehmen somit den Geruch des Nests und damit auch den Geruch ihrer Mama an.

Hasenmütter kümmern sich lediglich um ihren eigenen Nachwuchs. Diesen Nachwuchs erkennen sie hauptsächlich an ihrem eigenen Geruch.

Fasst du also nun ohne Vorbereitungen in das Nest deiner Häsin und greifst nach den Babys, so wird deren Geruch von deinem ein eventuell überdeckt werden. Infolgedessen kann es gut sein, dass die Häsin sich fortan nicht mehr um das Kleine kümmert und es regelrecht verstößt.

Allerdings gehen hier die Meinungen stark auseinander.

Während einige Kaninchenzüchter der Meinung sind, dass diese Regel nur gilt, wenn die Babys nach Fuchs und Co. riechen, so sind andere Züchter der Meinung, dass die Kaninchenmama dieses Verhalten auch bei menschlichem Geruch zeigen kann.

Um diese möglicherweise auftretende Problematik zu vermeiden, kannst du dir die Hände ein wenig mit Einstreu aus dem Gehege einreiben.

Hierdurch riechen deine Hände ebenfalls nach der Häsin – so bist du in jedem Fall auf der sicheren Seite.

Vorsicht ist bekanntlich immer besser als Nachsicht!

Es spielt mit Sicherheit auch eine Rolle, wie lange und gut die Häsin dich bereits kennt. Vertraute Gerüche, die keine Gefahr darstellen, werden vermutlich deutlich eher akzeptiert als fremde Gerüche.

Unnötig streicheln und anfassen solltest du die Tiere dennoch nicht, denn auch die liebste Kaninchenmama kann früher oder später grantig werden, wenn du ständig deine Finger in ihrem Nest hast.

Kaninchen Baby hochheben: Ein No-Go?

Grundsätzlich sollte das unnötige Hochheben von Kaninchenbabys vermieden werden.

Jedoch ist es notwendig, immer wieder Nestkontrollen durchzuführen und im Zuge dessen auch die Entwicklung sowie auch die Gesundheit der einzelnen Babys zu kontrollieren.

Überprüfe bei der Nestkontrolle auch stets das Gewicht des Babys – möglicherweise musst du ein oder mehrere Babys ein wenig aufpäppeln.

Wichtig: Kaninchenbabys sollten nach der Kontrolle stets in ihr Nest zurückgelegt werden!

Es kann vorkommen, dass du ein Kaninchenbaby außerhalb des Nests vorfindest. In diesem Fall ist es wahrscheinlich, dass es von der Mutter nach draußen verbracht wurde, als es gerade Milch getrunken hat und an der Zitze hing.

Die Kaninchenmama wird das Kleine nicht eigenständig in das Nest zurückbringen und es außerhalb des Nests auch nicht weiter versorgen.

Wenn du also siehst, dass sich ein Baby außerhalb des Nests befindet, dann lege es zurück in eben dieses – dort wird sich die Mutter wieder darum kümmern!

Je nachdem wie klein das Baby noch ist, wird es ohne deine Hilfe verhungern oder – je nach Haltungsform und Temperatur – erfrieren.

Besonders frisch geborene Babys ohne Fell sind sehr anfällig für Unterkühlungen und benötigen dringend die Wärme des Nests, der Mutter und der Geschwister.

Wie hebe ich ein Kaninchen Baby hoch?

Ist es notwendig, dass du ein Kaninchenbaby hochhebst, so gibt es auch hier einige Dinge zu beachten.

Hier findest du nun eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung, damit das Hochheben des Tieres für beide Seiten positiv abläuft.

1. Perspektivwechsel

Bevor du das Baby hochnimmst, solltest du dir einmal bewusst machen, wie dein Auftreten aus der Sicht des Kaninchens wirkt: Du bist im Vergleich zu dem kleinen Baby ein wahrer Riese!

Da Kaninchen von Natur aus sehr ängstlich sind und Kaninchenbabys noch keinerlei positive Erfahrungen mit Menschen sammeln konnten, liegt es nun an dir, ihnen diese Erfahrungen zu ermöglichen und potenziell auftretende Ängste zu nehmen.

2. Begib dich auf Augenhöhe

Hast du den Perspektivwechsel erfolgreich durchgeführt, so wirst du vermutlich schon selbst daran gedacht haben, dass es sich nicht empfiehlt, von oben nach dem Kaninchen zu greifen.

Begib dich daher auf Augenhöhe bzw. setze dich zumindest hin.

So bist du kleiner und wirkst direkt viel weniger bedrohlich für das kleine Tier. Zudem bietet sich hier der Vorteil, dass du dein Kaninchen nicht ganz so weit über den Boden heben musst.

Bevor du nach dem Kaninchen greifst, solltest du einige Minuten einfach so im Gehege sitzen bleiben, damit die Tiere sich an dich gewöhnen können.

3. Sei die Ruhe in Person

Vermeide unbedingt hektische Bewegungen und laute Geräusche.

Sprich mit ruhiger Stimme zu deinen Tieren und bewege dich langsam, sodass die Tiere deine Bewegungen jederzeit einschätzen können.

So vermittelst du deinen Kaninchen Sicherheit und wirst sehen, dass sie schnell zutraulicher und sogar von sich aus neugierig zu dir kommen werden – vorausgesetzt, sie sind alt genug, um bereits so mobil unterwegs sein zu können!

4. Greife das Kaninchen mit Vorsicht

Jetzt geht es ans Eingemachte: Greife das Kaninchen mit einer Hand unter dem Bach – direkt hinter den Vorderbeinen – und mit der anderen Hand stützend am Popo.

Nun kannst du das Tier vorsichtig hochheben.

Achtung: Dein Griff darf nicht zu stark sein, sollte aber auch nicht zulassen, dass das Kaninchen herunterfällt, wenn es sich plötzlich wehren sollte!

Hier ist ein wenig Fingerspitzengefühl notwendig.

Hebe dein Kaninchen – egal ob Jungtier oder erwachsenes Tier – auf keinen Fall an den Ohren, am Genick, an den Beinen oder am Schwanz hoch! Dies ist für die Tiere schmerzhaft und zudem auch noch gefährlich!

5. Keine Panik auf der Titanic!

Stellst du fest, dass das Kaninchen wirklich in Panik gerät, so solltest du das Tier behutsam zurück in das Gehege setzen und es zu einem späteren Zeitpunkt erneut versuchen.

Es bringt weder dir noch dem Kaninchen etwas, wenn es direkt am Anfang seines Lebens das Hochheben bereits mit Panik und enormem Stress in Verbindung bringt.

6. Sorge für maximale Sicherheit

Um zu verhindern, dass dein Kaninchen auf den Boden fällt oder dir aus den Händen springt, ist es ratsam, dass du das Tier so nah wie möglich an deinem Körper hältst – idealerweise so, dass es sich mit seinen Pfoten an dir abstützen kann.

So hat dein Kaninchen auch „in der Luft“ einen Boden unter den Pfoten, der ihm Sicherheit vermittelt.

Außerdem du wirst dein Kaninchen besser festhalten können, wenn es zu zappeln beginnt.

7. Es geht wieder abwärts

Nachdem du deine Untersuchungen beendet hast, ist es nun an der Zeit, dass du das Kaninchen vorsichtig zurück in das Gehege setzt.

Vermeide auch hier, dass dir das Tier aus den Händen springt!

Die Knochen des Kaninchens sind noch sehr weich und können daher schnell brechen. Hat das Kaninchen wieder sicheren Boden unter den Pfoten, so kannst du ihm jetzt noch ein Leckerli geben, um der ganzen Sache einen positiven Abschluss zu verschaffen.

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5 Gedanken zu „Ab wann darf man Baby Kaninchen in die Hand nehmen und anfassen? (inkl. Anleitung zum richtigen Hochnehmen)“

  1. Hallo ich würde gerne wissen ob die Mutter der Babys die Babys noch annimmt wenn sie gesehen hatt das ich sie anfasse
    Säugt sie die kleinen noch die Babys sind leider es 5wochen alt nicht das sie dann sterben?

    Antworten
    • Hallo Lisa, ja das ist bei Kaninchen kein Problem. Dennoch solltest du den Tieren (Mutter + Babys) unbedingt Ruhe gönnen. Anfassen also bitte nur im äußersten Notfall!

      Antworten

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