Warum frisst ein Hamster seinen eigenen Kot?

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass dein Hamster seinen eigenen Kot gefressen hat?

Dieses Verhalten ist keineswegs ungewöhnlich, dennoch solltest du unbedingt tätig werden, denn dein Tier signalisiert dir etwas.

Was genau, erfährst du jetzt!

Warum fressen Hamster ihren Kot?

Wenn Hamster ihren eigenen Kot fressen, ist das für Menschen befremdlich oder vielleicht sogar beängstigend. Oftmals wird davon ausgegangen, dass dem Tier etwas fehlt und dringend die Ernährung umgestellt werden muss.

Dabei handelt es sich jedoch um einen Irrglauben.

Denn die Verdauung von Hamstern weist einige Besonderheiten auf: Die Nahrung wird durch die Zähne zerkleinert und gelangt in den Magen. Hier werden die Bestandteile des Futters zu einem dünnflüssigen Nahrungsbrei.

Dieser wird im Anschluss in den Darm transportiert.

Enzyme und Bakterien setzen vorhandene Nährstoffe frei. Über die Darmwände werden diese aufgenommen und in die Blutbahn geleitet. Am Ende des Darms wird dem Kot zudem Wasser entzogen.

Die Aufnahme der Nährstoffe funktioniert allerdings nicht im gesamten Darm. Zwar werden die Nährstoffe durch die Darmflora vorbereitet, können aber nicht mehr in die Blutbahn übergehen.

Das bedeutet, dass der Hamsterkot noch große Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen enthält. Um die wertvollen und teils lebenswichtigen Nährstoffe dennoch aufnehmen zu können, wird der Kot also wiederholt gefressen. Hierdurch beginnt die Verdauung von Neuem und die vorhandenen Reste an Nährstoffen werden verwertet.

Das betrifft vor allem den Nachtkot, der verhältnismäßig weich und feucht ist.

Aber auch bei dem trockenen Enddarmkot kann es dazu kommen, dass Hamster diesen aufnehmen und in ihren Backentaschen aufbewahren oder direkt fressen. Neben den Mikronährstoffen, wie etwa dem lebenswichtigen Vitamin B12, enthält der Kot auch Bakterien aus der Darmflora. Diese sind unverzichtbar für die Verdauung und das Immunsystem.

Aus diesem Grund fressen vorrangig sehr junge Hamster Kot. In diesem Fall aber den Kot ihrer Mutter. Sie bauen dadurch ihre eigene Darmflora mit den benötigten Bakterien auf und legen die Basis für ihre Darmgesundheit.

So abstoßend oder gar abschreckend das Kotfressen erscheinen mag, hat es doch überzeugende Vorzüge für die Tiere.

Ist Hamster-Kot für die Nager gefährlich?

Nein, der Kot stellt keine Gefahr für die Hamster dar. Ganz im Gegenteil, denn er ist ein wichtiger Faktor bei der Versorgung mit essenziellen Nährstoffen.

Du kannst zudem keinen Ausgleich mit einer Änderung der Ernährung erzielen.

Selbst durch sehr vitamin- und mineralstoffreiches Futter kann dein Haustier keine ausreichenden Mengen bei der ersten Verdauung aufnehmen. Vitamin B12 stellt dabei zusätzlich eine Besonderheit dar.

Dieser Mikronährstoff stammt vorrangig aus tierischen Quellen. Hamster nehmen zwar tierische Nahrung, wie etwa Mehlwürmer auf, sind dadurch aber nicht entsprechend versorgt. Ihr eigener Darm oder genauer gesagt die Bakterien darin, kann jedoch entsprechende Mengen herstellen.

Damit diese im Verdauungstrakt in den Körper aufgenommen werden können, müssen sie den Kot jedoch fressen.

Es gibt jedoch Fälle, in denen das Kotfressen – wissenschaftlich auch Koprophagie genannt – unterbunden werden sollte.

Das ist immer dann der Fall, wenn:

  • dein Hamster krank ist
  • Medikamente verabreicht werden
  • ein Befall mit Parasiten, wie Würmern, vorliegt

Befrage hierzu den Tierarzt, ob die Rückstände im Kot eine Gefahr für die Gesundheit deines Hamsters darstellen.

Ein vollständiges Verhindern der Kotaufnahme ist jedoch meist nicht möglich, denn die Tiere fressen viele kleine Mahlzeiten und setzen daher auch häufig Stuhl ab.

Wie du von der Reinigung des Käfigs weißt, erledigen sie ihr Geschäft überall. Ob Nest, Schlafhaus oder direkt im Futter – die Krümel finden sich an nahezu jeder Stelle.

Teilweise wird er zudem direkt beim Absatz und während des Putzens des Afterbereichs aufgenommen.


Dennoch kann eine vorübergehende Haltung in einem Quarantänekäfig mit sehr wenig Einstreu und einer mehrfach täglichen Reinigung zumindest die aufgenommene Menge erheblich reduzieren.

Hierzu ist es wichtig, dass du vor allem während der aktiven Phasen deines Hamsters schnell bist. Das kann schlaflose Nächte bedeuten und bereitet deinem Haustier Stress. Besser ist es daher, die Medikamente richtig auszuwählen und somit auf diese Maßnahme zu verzichten.

Nährwerte von Hamster-Kot

Eine pauschale Antwort wie bei Lebensmitteln gibt es zu den Nährwerten von Hamsterkot natürlich nicht.

Stattdessen bestimmen verschiedene Faktoren den Gehalt an Nährstoffen:

  • Zusammensetzung des Futters
  • Gesundheitszustand
  • Aufbau der Darmflora
  • Vorgärung in Darm und Blinddarm
  • äußere Einflüsse

Ein gestresster Hamster ist beispielsweise anfälliger für Durchfall. Das Futter ist dann bei Weitem nicht so verdaut, dass ihm ausreichend Nährstoffe entzogen wurden. Trotz genug zur Verfügung stehender Nahrung wird dein Hamster also nicht richtig versorgt. Durchfall schnell zu behandeln ist daher entscheidend.

Ähnlich verhält es sich, wenn dein Hamster ein Antibiotikum erhält. Denn das Medikament unterscheidet nicht zwischen den „bösen“, krankheitserregenden Bakterien und der „guten“ Darmflora, die für die Verdauung essenziell ist. Nach dem Verabreichen muss sich die Besiedelung mit Bakterien also erst einmal erholen und wieder aufbauen können.

Um diesen Vorgang zu begünstigen, finden sich Hausmittel und Ergänzungsfuttermittel.

Besonders nach einer längeren Therapie mit Antibiotika ist der Einsatz dieser Mittel empfehlenswert. Denn anderenfalls können weitere Probleme als Folge der Erkrankung und Behandlung auftreten. Darunter in erster Linie die Verdauung und die Aufnahme der Nährstoffe.

Durchfall oder sehr breiiger Kot sind daher keine Seltenheit. Schonkost und aufbauende Mittel setzt du am besten bereits am Anfang der Therapie ein.

Zu den Hausmitteln gehören unter anderem:

  • sehr fein geriebener Apfel
  • Babybrei aus Apfel
  • Morosche Karottensuppe (gut eingekocht)
  • Babybrei aus Karotten

Diese sind leicht verdaulich und bieten den noch vorhandenen Bakterien der Darmflora eine gute Nahrungsgrundlage. Bei dem Einsatz von Ergänzungsmitteln solltest du wiederum den Tierarzt befragen, was verabreicht werden kann.

So wird die Therapie nicht beeinträchtigt, der Darm aber geschont und gestärkt.

Kot-Fressen verhindern und stoppen

Da du nun über den Sinn des Kotfressens Bescheid weißt, wirst du deinen Hamster wohl nicht mehr davon abhalten wollen.

Selbst wenn du es langfristig versuchst, wirst du damit keine positiven Ergebnisse erzielen.

Am Kotfressen gehinderte Tiere können sogar sterben, weil ihnen die entsprechende Versorgung fehlt. Denn 80 bis 100 Prozent der Nahrung passiert den Verdauungstrakt zweimal und das aus gutem Grund.

Ebenso wie das Wiederkäuen bei Rindern gehört das Kotfressen bei Hamstern einfach dazu und ist weder eine Macke noch bedenklich.

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