Sind Welpen nachtragend und beleidigt? (Richtiges Verhalten)

Soooo süß sind die kleinen Welpen mit ihrem unschuldigen Blick und ihren dunkelbraunen Kulleraugen!

Bei diesem Blick kann man den Rackern ja gar nicht wirklich böse sein, egal, was sie gerade angestellt haben. Doch gilt das eigentlich auch andersherum?

Sind Welpen nachtragend und können sie beleidigt sein?

Genau mit diesen Fragen werden wir uns nun genauer beschäftigen!

Hunde und Gefühle – passt das zusammen?

Ganz klar: Ja! Hunde sind durchaus in der Lage, Gefühle zu empfinden.

Einige können ihre Emotionen besser regulieren als andere – ganz wie bei uns Menschen. Auch du kannst aktiv dazu beitragen, bestimmte Emotionen in deinem Welpen auszulösen. Dies kann sowohl im positiven als auch im negativen Kontext geschehen.

So kannst du bspw. deinem Welpen das Gefühl von Sicherheit geben und ihm helfen, seine Ängste zu überwinden.

Verknüpft dein Welpe das Gefühl der Sicherheit mit deiner Anwesenheit, so wird er in deinem Beisein Schritt für Schritt immer mutiger werden und über sich hinauswachsen.

Im Gegenzug kann deine Abwesenheit in diesem Fall jedoch für deinen Welpen ein regelrechter Weltuntergang sein. Möchtest du die Wohnung ohne deinen Hund verlassen, so wird dieser vermutlich lautstark nach dir rufen, sobald die Tür ins Schloss fällt.

Leider wird dieses Verhalten von vielen Menschen – und sogar Hundetrainiern – als eine Art aufmüpfiger Protest fehlinterpretiert. Hierbei handelt es sich um einen gefährlichen Trugschluss!

Dein Welpe ist in diesem Moment nicht beleidigt oder sauer, weil du ihn alleine lässt, sondern er hat wirklich angst!

Rufe dir immer wieder folgenden Satz ins Gedächtnis: Du bist für deinen Hund alles, was er hat. Er ist vollständig von dir abhängig!

Lässt du deinen Welpen – ein Baby! – alleine zurück, so ist es nur allzu verständlich, dass dieser alles tun wird, um sich bemerkbar zu machen, damit du zurückkommst und mit dir das Gefühl von Sicherheit.

Wie ist das Gedächtnis von Welpen?

Ausgiebig in Erinnerungen zu schwelgen, ist für uns Menschen vollkommen normal! Hunde besitzen diese Fähigkeit allerdings nicht, denn sie leben stets im Hier und Jetzt.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Natürlich machen auch Hunde positive und negative Erfahrungen und können die damit verknüpften Emotionen in ähnlichen Situation abrufen. Allerdings geschieht dies eben nur, wenn eine ähnliche Situation gerade besteht.

Hunde machen sich weder über Vergangenes noch über ihre Zukunft Gedanken – irgendwie auch ein wenig beneidenswert, oder?

Was das nun mit der Ausgangsfrage zu tun?

Viel!

Denn in diesem kleinen Absatz steckt bereits die Antwort auf die Frage, ob Welpen nachtragend sind: Nein! Welpen sind nicht nachtragend, da sie, wie zuvor besprochen, stets im Hier und Jetzt leben.

Zwar sind sie durchaus in der Lage, Ungerechtigkeit, Wut oder auch Frust zu empfinden, jedoch verschwinden diese Gefühle wie von selbst, sobald der Auslöser der Gefühl entfernt wird.

Wie erkenne ich, dass mein Hund gerade sauer auf mich ist?

Hundeerziehung ist in gewisser Hinsicht der Kindererziehung sehr ähnlich.

Auch Welpen benötigen klare Grenzen.

Bei der Erschaffung dieser Grenzen kommt es bei Welpen nicht selten zu Frust: ‚Ich will aber!‘ wird sich dein Welpe denken und vor lauter Frust in deinen Schuh zwicken. Oh ja, da ist gerade jemand mächtig sauer auf dich!

So zeigt dein Welpe, dass er sauer und beleidigt ist

Neben diesen sehr deutlichen Signalen gibt es auch Welpen, die sich ihren Frust nicht so offensichtlich anmerken lassen.

Subtilere Anzeichen dafür, dass dein Hund gerade sauer auf dich ist, können sein:

1. Dein Hund verweigert die Nahrungsaufnahme

‚So! Es reicht! Ich mache jetzt einen Hungerstreik!‘

So oder so ähnlich werden die Gedanken deines Welpens aussehen, wenn er sich trotz knurrendem Magen auf seinen Schlafplatz verzieht und weder dich, noch den gefüllten Futternapf auch nur eines Blickes würdigt.

Keine Sorge, Welpen sind hier nicht sonderlich diszipliniert.

Spätestens, wenn es verführerisch beim Kochen aus der Küche duftet, wird dein Welpe sich über sein Futter hermachen.

2. Ich sehe dich gar nicht!

Ja, auch Hunde können Dinge – oder eben auch Menschen – die sie gerade nicht sehen wollen, ziemlich gut ignorieren.

Der Blick ist stur geradeaus gerichtet, die Ohren auf Durchzug gestellt: Dein Hund verweigert jegliche Kommunikation mit dir.

Entweder, du lockst ihn nun mit seinem absoluten Lieblingsspielzeug oder -leckerlie aus der Reserve, oder du wartest einfach ein wenig ab. Spätestens, wenn der Magen knurrt, wird dein Hund von ganz alleine auf dich zukommen.

3. Der Anstarrwettbewerb

Hui, wenn Blicke töten könnten!

Auch unter den Hunden gibt es einige Vertreter, die dich mit ihren Blicken in Grund und Boden stampfen können. Zugegeben, dieses Anzeichen ist eigentlich sehr deutlich und eher weniger subtil – dennoch gehört es der Vollständigkeit halber in diese Liste. 😉

4. Lautstarkes Bellen

Ist dein Hund der Meinung, dass du ihm zu wenig Aufmerksamkeit zukommen lässt, so kann es gut sein, dass er diese lautstark einfordern wird.

Dieses fordernde Bellen ist unverkennbar: Mit direktem Blickkontakt und sich vor dir aufbauend steht dein Hund vor dir und macht mit einem lauten ‚Wuff!‘ deutlich, dass ER nun an der Reihe ist.

Reagierst du nicht auf dieses Bellen, so wird sich dein Hund möglicherweise immer weiter hineinsteigern. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, gezielte ‚Hundezeiten‘ über den Tag verteilt einzubauen, die du wirklich nur deinem Hund widmest – und wenn es nur 15 Minuten sind.

Was tun bei schlechter Laune?

Jeder hat mal einen schlechten Tag – dies gilt auch für unsere Hunde.

Stellst du allerdings fest, dass dein Hund irgendwie auffallend häufig frustriert und/oder schlecht gelaunt erscheint, so gilt es zu handeln!

Der Auslöser scheint in diesen Fällen im Alltag des Hundes zu liegen. Nimm dir also ein paar Minuten Zeit und überlege, was du verändern musst, um deinen Hund zufriedener werden zu lassen.

Hier findest du nun ein paar Anregungen:

1. Langeweile

Man, ist das öde hier!

Hunde, deren Tagesablauf nur aus Schlafen, Fressen und drei kurzen Spaziergängen besteht, werden sich über kurz oder lang ziemlich langweilen!

Gerade im Welpenalter möchten Hunde so viel es geht erkunden und neue Erfahrungen sammeln.

Bringe ein wenig mehr Schwung in den Alltag, indem du die Spaziergänge mithilfe von bspw. Suchspielen spannender gestaltest. Kurze Spielrunden und ein paar Denksportaufgaben können bei Langeweile wahre Wunder wirken.

Aber Achtung: Es ist nur ein schmaler Grad, der zwischen Forderung und Überforderung liegt!

2. Stress durch das Alleinebleiben

Alleinebleiben will gelernt sein!

Um deinem Welpen das Alleinebleiben beizubringen, sind teilweise wirklich Mikroschritte erforderlich, um den Stresspegel so gering wie möglich zu halten.

Verknüpft dein Hund das Alleinebleiben mit Stress und ist dann auch noch mehrere Stunden pro Tag alleine, weil du arbeiten musst, so ist es kein Wunder, wenn dein Hund nicht mehr zur Ruhe kommen kann und unter Dauerstrom steht.

Hier gilt es noch einmal ganz von vorne anzufangen und das Alleinebleiben von Grund auf neu aufzubauen. Möglicherweise kannst du den Hund anfangs auch bei Freunden oder Familienangehörigen unterbringen, wenn du lange weg bist.

3. Futtermittelallergie

Ja, auch eine Futtermittelunverträglichkeit kann für schlechte Stimmung sorgen.

Äußert sich die Allergie bspw. so, das der Hund von starkem Juckreiz geplagt wird, so wird er sich nie so richtig entspannen können – und das zehrt auf Dauer an den Nerven.

Zeigt dein Hund noch andere Symptome, wie häufiges Gras fressen, Durchfall, Erbrechen, usw. ist eine Futterumstellung ratsam. Ein Gang zum Tierarzt kann ebenfalls Klarheit verschaffen, denn es ist durchaus möglich, bei Hunden einen Allergietest durchzuführen.

4. Überforderung

Wie viel trainierst du täglich mit deinem Hund?

Hat dein Hund überhaupt die Möglichkeit, das Gelernte zu verarbeiten? Pausen sind für ein erfolgreiches Training unerlässlich. Vielleicht forderst du wirklich ein wenig viel von deinem Welpen und solltest einen Gang herunterschalten.

Verzeihen Hund wirklich alles?

Du hast nun gelernt, dass Hunde nicht nachtragend sind.

Denke jedoch stets daran, dass Hunde trotzdem Emotionen mit Orten, Gegenständen, Menschen, anderen Hunden und weiteren Dingen verbinden.

Dein Hund wird dir zwar deine Fehler verzeihen (er hat eigentlich auch keine andere Wahl, denn er ist vollkommen abhängig von dir) doch können viele negative Erlebnisse eure Beziehung zueinander schädigen.

Je nachdem, wie stark die Bindung zwischen euch geschädigt ist, kann es Wochen, Monate oder gar Jahre dauern, bis dein Hund sich wieder 100%ig auf dich verlassen wird.

Sei also stets achtsam im Umgang mit deinem Hund und ruhe dich nicht zu sehr auf seinem gutmütigen Grundwesen aus!

Vergiss nie: Welpen sind in ihrem Charakter noch sehr formbar! Die Gefühle und Erfahrungen, die dein Hund in diesem Lebensabschnitt verbindet, werden sich auf das ganze Leben des Tieres auswirken!

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