Katze torkelt wie betrunken – Häufige Ursachen inkl. Behandlung

Keukenhof - wo ein Meer von Tulpen ...

Deine Katze torkelt als wäre sie betrunken und eckt sogar an Hindernissen an. Was im ersten Moment lustig klingt, ist in jedem Fall ernst zu nehmen.

Denn im Gegensatz zu einem angetrunkenen Menschen steckt bei der Katze nicht etwa ein Drink zu viel hinter dem Torkeln, sondern Verletzungen, Krankheiten oder Vergiftungen. Daher ist immer schnelles Handeln gefragt.

Welche Ursachen infrage kommen, zeigen wir dir hier ebenso wie vorbeugende Maßnahmen.

In diesem Beitrag erfährst du, was hinter dem Torkeln deiner Katze steckt, wie du dich richtig verhältst und welche Behandlungen notwendig sind. Zudem geben wir dir Tipps zur Vorbeugung des Problems.

Katze torkelt wie betrunken: Ursachen

Wenn deine Katzen plötzlich beim Laufen schwankt, die Balance nicht mehr halten kann, nicht um Hindernisse geht und sogar beim Gehen umfällt ist das immer ein Notfall.

Du solltest daher umgehend einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.

Du kannst die Diagnose jedoch vereinfachen, wenn du selbst über die möglichen Ursachen informiert bist und damit die entsprechenden Hinweise und Informationen anbieten kannst.

Zu diesen gehören:

  • Verletzungen
  • Fremdkörper
  • Infektionen
  • Krankheiten
  • Tumore
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Vergiftungen

Teilweise werden diese unter dem Vestibularsyndrom zusammengefasst aufgeführt.

Das Vestibularsyndrom bei Katzen – Symptome

Dieses Syndrom umfasst verschiedene Anzeichen. Darunter:

  • Schiefhaltung des Kopfes
  • Schwanken und Torkeln
  • im Kreis laufen
  • Umfallen
  • schnelle Augenbewegungen
  • Erbrechen
  • Appetitlosigkeit

Treten diese Symptome plötzlich auf, gilt wieder, dass du sofort einen Tierarzt aufsuchen musst. Handelt es sich um eine schleichende Entwicklung, muss dennoch eine sofortige Untersuchung jedes einzelnen Symptoms erfolgen.

Ursachen für das Vestibularsyndrom bei Katzen

Als Gründe kommen die folgenden gesundheitlichen Probleme infrage:  

  • Verletzungen im Innenohr oder des Kopfes
  • Fremdkörper im Trommelfell
  • Infektionen im Ohr
  • Krankheiten, beispielsweise Schilddrüsenunterfunktion
  • Tumore
  • Nebenwirkungen von Medikamenten

Das Vestibularsyndrom bei Katzen behandeln

Für die Therapie sind zunächst umfassende Untersuchungen erforderlich. Der Auslöser muss gefunden werden.

Erst dann wird es möglich, gegen die Ursache und die Symptome gezielt vorzugehen.

In einigen Fällen wird zunächst keine Ursache gefunden. Hier könnte nur eine genaue Bildgebung und eine sehr genaue Diagnostik Abhilfe schaffen.

Anderenfalls ist die Rede von einem idiopathischen Vestibularsyndrom und die Behandlungsmöglichkeiten sind eingeschränkt.

Katze torkelt durch Verletzungen, Fremdkörper oder Infektionen

Das Gleichgewichtsorgan der Katzen befindet sich im Innenohr. Wird es verletzt oder durch eine Infektion beeinträchtigt, leidet darunter die Balance.

Das Ergebnis: Deine Katze torkelt wie betrunken.

Sie kann zudem den Kopf schief halten, ihn schütteln, versuchen sich zu kratzen oder ein Ohr in einer auffälligen Lage positionieren. Auch Ausfluss und ein unangenehmer Geruch sind möglich.

Als Auslöser kommen hierfür infrage:

  • Schläge
  • Stürze
  • Fremdkörper wie Hacheln und Grannen
  • Innenohrinfekte

Ebenso kann sich eine Verletzung nahe oder im Ohr ausbreiten und dadurch das Gleichgewichtsorgan in Mitleidenschaft ziehen.

Wenn deine Katze torkelt, sollte daher eine genaue Untersuchung der Ohren immer zu der Kontrolle beim Tierarzt gehören.

Problemen im Innenohr vorbeugen oder frühzeitig erkennen

Eine tägliche Kontrolle der Ohren deiner Katze ist wichtig für die gesamte Gesundheit.

Fallen dir hierbei Geruch, Rötungen, starke Verschmutzungen oder Ausfluss auf, sollte eine genaue Untersuchung beim Tierarzt erfolgen.

Achte zudem darauf, dass dein Haushalt katzensicher ist und dein Tier sich nicht selbst in Gefahr bringen kann.

Krankheiten als Ursache für das Torkeln

Für das Torkeln kann sich eine Vielzahl von Erkrankungen verantwortlich zeigen. Darunter beispielsweise:

  • diabetische Neuropathie
  • Unterzuckerung
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • neurologische Störungen und Behinderungen, wie Ataxie

Blutbild, Urinuntersuchungen und eine neurologische Diagnose sollten daher immer erfolgen, wenn es zum Torkeln kommt.  

Tumore als Ursache für das Torkeln bei Katzen

Tumore im Gehirn, an der Wirbelsäule oder im Bereich des Innenohrs können das Gleichgewicht ebenfalls beeinflussen und dazu führen, dass deine Katze keinen sicheren Stand mehr findet.

Ihr ist schwindelig und sicheres Laufen oder Springen ist nicht möglich.

Je nach Position und Lagerung des Tumors können die Beschwerden durchgängig auftreten, in der Stärke zunehmen oder anfangs nur sporadisch vorhanden sein.

Das erschwert die Diagnose. Ein bildgebendes Verfahren ist angeraten, wenn sich entweder bei anderen diagnostischen Mitteln kein Befund ergab oder Tumormarker im Blutbild auffielen.

Die Behandlung erfolgt – sofern möglich – durch die Entfernung des Tumors.

Nebenwirkungen von Medikamenten

Ebenso wie bei Menschen und Hunden können manche vom Tierarzt verschriebenen Medikamente dafür sorgen, dass deine Katze torkelt.

Meist ist ihr aufgrund der Wirkstoffe schwindelig, weil diese sich auf den Kreislauf oder das Gehirn auswirken.

Das bekannteste Beispiel hierfür ist der Zustand von Katzen nach einer Narkose. Diese torkeln wie betrunken, solange die verwendeten Mittel noch nicht vollständig abgebaut sind.

Denn sie haben noch nicht die volle Kontrolle über ihren Körper.

Muss ein Medikament bei chronischen Erkrankungen fortlaufend verabreicht werden, nehmen die Beschwerden und Einschränkungen nicht ab.

Hier muss – sofern möglich – über einen Wechsel oder eine Anpassung der Dosis nachgedacht werden.

Denn eine ständig torkelnde Katze hat eine erheblich verringerte Lebensqualität. Die Tiere haben Probleme beim Trinken, Essen und dem normalen Gehen.

Springen oder Spielen sind überhaupt nicht mehr möglich. Ständige Schwindelgefühle können zudem den Appetit so weit verringern, dass deine Katze kaum oder gar nicht mehr frisst.

Vergiftungen – ein Notfall!

Vergiftungen können bei Katzen zu einem torkelnden Gang führen, Erbrechen auslösen und Blutungen erzeugen.

Auch Knurren und Schmerzensschreie sind nicht selten. Freigänger laufen häufiger Gefahr, Giftstoffe aufzunehmen als Wohnungskatzen. Auch diese sind davor jedoch nicht gefeit.

Mögliche Gefahren stellen diese Mittel dar:

  • Aspirin und andere Blutverdünner
  • Frostschutzmittel
  • Medikamente für Hunde oder Menschen
  • Rattengift
  • Schneckenkorn  

Aber auch giftige (Zimmer-)Pflanzen kommen als Auslöser infrage.

Hatte deine Katze Freigang? Dann kommen zusätzlich gezielt ausgelegte Giftköder infrage.

Hast du Medikamente nicht weggeschlossen? Bist du dir unsicher, ob alle Zimmerpflanzen für Katzen unbedenklich sind? Oder hast du sogar Knabberspuren an Blättern bemerkt?

Sollte das der Fall sein, informiere deinen Tierarzt darüber. Bestehen weitere Symptome, wie Erbrechen, vermehrtes Speicheln, Verhaltensänderungen, Schreien oder Blutungen, zählt jede Sekunde.

Schnelles Handeln kann über Leben und Tod entscheiden.  

Eine seltene Ausnahme: Schlaganfälle

Schlaganfälle treten bei Katzen sehr selten auf oder werden zumindest sehr selten diagnostiziert.

Unmöglich ist ein solcher Fall als Ursache für das Torkeln bei deiner Katze jedoch nicht.

Die seltene Diagnose könnte zudem darauf zurückzuführen sein, dass zunächst andere Möglichkeiten in Betracht gezogen werden.

Bei einem Freigänger sind die Risiken von Verletzungen und Vergiftungen sowie Fremdkörpern in den Ohren deutlich höher als bei reiner Wohnungshaltung.

Daher werden häufig erst diese Ursachen in Betracht gezogen und untersucht oder angenommen.

Wenn die Katze wie betrunken torkelt

Bei einem unsicheren Gang deiner Katze solltest du immer besorgt sein. Die einzige Ausnahme stellt hierbei die Zeit direkt nach einer Narkose dar.

Anderenfalls liegt bei dem Problem ein ernster Grund vor, bei dem eine schnelle Behandlung entscheidend ist.

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