Können Kaninchen lachen? 9 Anzeichen und eine Warnung

Können Kaninchen lachen oder nicht?

Hier scheiden sich die Geister: Die Tiere können definitiv nicht im menschlichen Sinne fröhlich grinsen, schmunzeln oder aus dem Bauch heraus lachen.

Dennoch gibt es einige Anzeichen dafür, dass sich deine Tiere freuen.

Hierfür ist es wichtig, die Körpersprache der Kaninchen zu kennen. Wir verraten dir hier, was du als Lachen interpretieren kannst.

Anzeichen, die als Freude, Heiterkeit oder Lachen verstanden werden können

#1: Entspanntes Liegen

Alle Viere der Länge nach von sich gestreckt, auf der Seite oder auf dem Rücken – noch bequemer und entspannter geht es nicht.

Wenn deine Kaninchen diese Positionen einnehmen, fühlen sie sich sicher, geborgen und einfach rundherum wohl.

Vergleichbar ist das in etwa mit deiner Feierabendposition auf der Couch.

Es steht also zumindest für ein entspanntes Schmunzeln oder tiefes Durchatmen.

#2: Buddeln, Wälzen und Schubbern

Buddeln und Graben gehören zum natürlichen Repertoire der Kaninchen. Stellst du deinen Tieren dafür einen Bereich in Form von einem Kasten mit erhöhtem Rand und gefüllt mit Sand oder Rindenmulch zur Verfügung, wird deine Beliebtheit bei ihnen zunehmen.

Damit sich Sand oder Mulch nicht im Zimmer verteilen, kannst du den Abschnitt mit Plexiglasscheiben nach außen abgrenzen.

Alternativ wähle eine Katzentoilette mit Dach. Die Wände und das Dach verhindern automatisch, dass sich die Einstreu in der Umgebung verteilen.

Neben dem Buddeln sind auch Wälzen und Schubbern eindeutige Anzeichen dafür, dass sich deine Kaninchen freuen und zufrieden sind. Das Wälzen erfolgt meistens auf weichen Untergründen.

Daher machen die Kaninchen auch nicht vor deiner Couchdecke oder dem Teppich halt, wenn sie ihnen zur Verfügung stehen.

#3: Toben

Luftsprünge, Haken schlagen, rennen – was in der Natur zum Fluchtrepertoire gehört, ist bei sehr jungen Kaninchen und bei dem Gefühl von Geborgenheit und Übermut. Toben deine Tiere so durch Auslauf oder deine Wohnung, spielen sie und freuen sich.

Bekannt sind diese Phasen unter Tierhaltern auch als „die fünf Minuten“.

Neben Spiel und Spaß bauen die Kaninchen dabei auch Energie ab und leben ihr natürliches Verhalten aus.

#4: Dich umkreisen

Wenn ein Kaninchen immer wieder deine Füße umkreist, kann das mehrere Gründe haben.

Eventuell fühlt es sich einsam, will Aufmerksamkeit, Beschäftigung und Streicheleinheiten – oder es hat heute noch nicht genug Leckerlis bekommen.

Unkastrierte Männchen werden teilweise auch von ihrem Geschlechtstrieb dazu verleitet, dich zu umgarnen.

Aus diesem Grund lässt sich das Verhalten häufiger bei Kaninchen beobachten, die einzeln gehalten werden. Die vermeintlich niedliche Geste kann also auch auf ein Problem hinweisen, dass du nur durch Artgenossen lösen kannst.

#5: Stupsen

Streichel mich, gib mir Leckerlis, spiel mit mir – Stupsen ist ein Anzeichen dafür, dass dein Kaninchen Aufmerksamkeit möchte.

Es kommt daher beispielsweise auch beim Betteln um Futter zum Einsatz. Aber das ist nicht die einzige Art der Kommunikation, die damit umgesetzt wird. Zum einen fühlt sich dein Tier bei dir so wohl, dass es gewissermaßen frech wird. Das sollte dich freuen, denn die ansonsten scheuen Tiere legen ein solches Verhalten durchaus nicht bei jedem an den Tag.

Zum anderen kann Stupsen ebenso bedeuten, dass das Tier keine weiteren Streicheleinheiten wünscht. Das Stupsen ist also nicht immer positiv belegt. Je besser du dein Kaninchen kennenlernst, umso einfacher kannst du das Verhalten als Kommunikation unterscheiden.

#6: Männchen machen

Kaninchen haben bereits ein sehr großes Sichtfeld, da sich die Augen seitlich am Kopf befinden. Um noch mehr überblicken zu können, begeben sie sich in die Männchenhaltung bei der sie auf Po und Hinterläufen sitzen.

Die Position dient jedoch nicht nur dazu, Gefahren zu erkennen oder sich in der Umgebung zurechtzufinden.

Betteln, Aufmerksamkeit erbitten und Spielaufforderungen können ebenfalls damit beginnen. Wichtig ist zudem, dass die Tiere dabei ihren Bauch präsentieren und eine mögliche Flucht verzögern.

Das gilt zumindest dann, wenn sie die Pose direkt in deiner Nähe einnehmen. Dann steht sie für Neugier, freudige Erregung und den Wunsch nach Aufmerksamkeit.

#7: Ungeduld bei deiner Ankunft

Hunde und Katzen begrüßen ihre Dosenöffner gerne an der Tür. Bei sehr zahmen Kaninchen verhält sich das nicht anders.

Sie freuen sich auf den Kontakt zu dir, auf frisches Futter, Streicheleinheiten und vielleicht auch auf den Freilauf durch die gesamte Wohnung. Dadurch wird das Deuten von Ungeduld bei deiner Ankunft zu Hause etwas schwieriger.

Denn einerseits kann es bedeuten, dass du schon erwartet wurdest und dich deine Tiere rein positiv verknüpfen. Am Käfig zu kratzen und auf dich zuzustürmen ist dann also mit einem Lächeln gleich zu setzen.

Andererseits können sich deine Kaninchen auch den ganzen Tag gelangweilt haben, weil die Möglichkeiten im Käfig und Zimmerauslauf nicht ausreichen und nicht genug Platz vorhanden ist.

Die Ungeduld spricht dann für Frustration und gegebenenfalls für Einsamkeit. Vielleicht ist die Reaktion aber auch darauf zurückzuführen, dass es das beste Futter erst abends gibt.

#8: Klopfen

Das Klopfen mit den Hinterläufen dient naturgemäß dem Warnen von Artgenossen.

Es wird beispielsweise dann genutzt, wenn ein potenzieller Feind gesichtet wird. Da sich deine Kaninchen damit nicht auseinandersetzen müssen, bekommt das Klopfen neue Bedeutungen. Ungeduld, Frust und der Wunsch nach Aufmerksamkeit können dahinterstecken.

Vielleicht bist du einmal wieder zu langsam beim Öffnen der Tür oder beim Reichen von Leckerlis. Das Klopfen ist zwar kein Lachen aber doch ein Zeichen von Sicherheit und Vertrauen.

Dein Kaninchen verlässt sich auf dich und ist mutig genug, um bei unerfüllten Bedürfnissen das Gewünschte einzufordern. Das heißt, du bietest deinem Tier Sicherheit und damit die beste Basis für ein glückliches Leben.

#9: Mit den Zähnen mahlen

Wenn Kaninchen mit den Zähnen knirschen, sollte dich das schnellstmöglich zum Tierarzt führen.

Ein gemütliches Mahlen mit den Zähnen bedeutet hingegen Wohlbehagen.

Beim Kuscheln, Streicheln oder Bürsten sowie beim gegenseitigen Putzen unter Artgenossen lässt sich das Geräusch des Öfteren vernehmen.

Es ist in etwa vergleichbar mit Schnurren einer Katze oder eben einem entspannten Lächeln.

Vorsicht: Das ist kein Lachen!

Vor allem, wenn neugebackene Kaninchenhalter sich fragen, ob Kaninchen lachen können, steckt dahinter oftmals ein Problem. Denn wenn die Tiere Zähne zeigen, besteht Handlungsbedarf.

Dieses Verhalten sollte in keinem Fall als Lachen fehlinterpretiert werden!

Mögliche Ursachen, das Kaninchen ihre Zähne zeigen sind:

  • Fremdkörper zwischen den Zähnen
  • Zahnschmerzen
  • zu lange Zähne
  • Entzündungen
  • Fremdkörper in den Atemwegen
  • zu geringer Sauerstoffgehalt des Blutes

Als Ursache kommt eine ganze Reihe von gesundheitlichen Komplikationen in Frage.

Darunter befinden sich beispielsweise Einschränkungen der Herz- oder Lungenfunktion. Wenn dein Kaninchen scheinbar lächelt oder auffällig oft gähnt, sich dabei streckt oder steif wirkt, solltest du umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

So geht’s: Kaninchen zum Lachen bringen (oder so ähnlich)

Auch wenn sie nicht wie Menschen lachen können, sollten zufriedene Kaninchen natürlich dein Ziel sein.

Um das zu erreichen, hast du zahlreiche Möglichkeiten:

  • ausreichend Platz
  • Artgenossen
  • Abwechslung
  • ausgewogene Ernährung
  • Beschäftigung
  • Zuwendung
  • Pflege
  • medizinische Versorgung
  • sauberes Umfeld

Da ein handelsüblicher Käfig für die Bewegung auch tagsüber nicht ausreicht, kann ein sicherer Auslauf sinnvoll sein.

Denk dabei daran, den Boden zu schützen. Diesen Auslauf kannst du immer wieder neu einrichten, um den Tieren Abwechslung zu bieten. Durch Spielzeuge, Äste und verstecktes Futter, Möglichkeiten zum Buddeln und Rennen können sich die Kaninchen auslasten.

Wechselt das Angebot wöchentlich, wird es den Tieren nicht langweilig.

Auch der schönste Spielplatz für die Vierbeiner ersetzt aber den Kontakt zu Artgenossen nicht.

Selbst viel Beschäftigung mit dem Kaninchen durch dich bedeutet in der Regel nur, dass zumindest zwischendurch Einsamkeit besteht. Du kannst das Putzen nicht ersetzen. Spielen und Verständnis sind ebenfalls etwas anderes unter den Kaninchen als zwischen Tier und Mensch. Mit noch so viel Mühe schaffst du es nicht, dies auszugleichen.

Dafür kannst du aber derjenige sein, der auf die ausgewogene Ernährung achtet und die Tiere mit gesunden Leckerlis verwöhnt.

Bürsten, streicheln und die Versorgung von Wunden fallen ebenso in deinen Aufgabenbereich.

Zudem kannst du zusammen mit deinen Kaninchen neue Hobbys entdecken.

Hast du beispielsweise schon einmal von Kaninhop gehört?

Draußen oder drinnen kannst du damit für Beschäftigung sorgen und dabei auch noch Spaß haben.

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