Alles über Fellwechsel bei Rennmäusen – inkl. 5 Ursachen für starken Haarausfall

Sind dir in der Vergangenheit schon einmal Rennmaus-Haare im Gehege aufgefallen?

Dann hast du dich sicherlich gefragt, ob Rennmäuse einen Fellwechsel haben oder ob der Haarausfall krankhafter Natur ist.

Fakt ist: Das Rennmaus-Fell ist komplex.

In diesem Beitrag verraten wir dir, ob Rennmäuse einen Fellwechsel besitzen und wenn ja, wie der Zyklus hierfür aussieht. Außerdem gibt es 5 Gründe für unnatürlichen Haarausfall.

Haben Rennmäuse einen Fellwechsel?

Rennmäuse haben keinen Fellwechsel, wie ihn etwa die meisten Hunde- und Pferderassen haben. Gerbils verlieren jeden Tag ein paar Haare, im Frühjahr können allerdings ein paar Haare mehr ausfallen als sonst.

Geht es in Richtung Herbst/Winter, so wird das Fell der Tiere ein wenig dichter. Hältst du deine Renner ausschließlich in der Wohnung, so kann es aber auch gut sein, dass du keine oder nur sehr geringe Unterschiede beim Fellwechsel bemerkst.

Der Fellzyklus einer Rennmaus

Der Fellzyklus bei Rennmäusen dauert etwa 28 Tage.

In den ersten 10 oder 11 Tagen wächst das Fell konstant, danach ist es ausgewachsen und die Haare werden nach insgesamt 28 Tagen wieder abgestoßen und durch neue ersetzt.

Wirkliche Fellwechsel durchläuft ein Gerbil nur während des Wachstums.

Das Babyfell einer Rennmaus

Das Babyfell der Tiere ist vielmehr ein weicher Flaum und hat nicht viel mit dem Fell einer erwachsenen Rennmaus gemeinsam.

Dieser Flaum wird abgestoßen, wenn der Renner ca. 30 Tage alt ist und dauert etwa 3 Wochen.

Mit ca. 7 Wochen ist der Prozess abgeschlossen, mit etwa 8 bis 9 Wochen beginnt dann auch schon der zweite Fellwechsel. Dieser dauert länger als der erste und endet erst mit einem Alter von etwa 4 Monaten.

Es kann auch gut sein, dass sich nicht nur die ‚Konsistenz‘ des Fells, sondern auch die Fellfarbe ein wenig verändert. Sind diese beiden ‚Häutungen‘ abgeschlossen, so kannst du dich darauf einstellen, dass das Fell deiner Rennmaus von der Farbe her fortan so bleibt, wie es ist.

Doch warum verlieren Rennmäuse überhaupt ihr Fell?

Und vor allen Dingen: Wie viel Haarverlust ist normal und was kannst du tun, wenn dein Gerbil viel zu viele Haare verliert?

Diese drei Fragen klären wir in den folgenden Abschnitten.

Warum verlieren Rennmäuse Haare?

Wie bereits erwähnt, ist es vollkommen normal, dass Rennmäuse zweimal in ihrer Jugend das Fell komplett wechseln.

Doch auch im Erwachsenenalter werden die Haare etwa ein Mal im Monat abgestoßen. Auf diese Weise bietet das Fell den Tieren einen optimalen Schutz vor Wärme, Kälte und anderen Witterungsbedingungen.

Rennmaushaare sind sehr empfindlich und können schnell abbrechen.

Würde das Tier sein Fell nicht immer wieder ersetzen, so hätte das weitreichende Folgen für seine Gesundheit. Um einen bestmöglichen Schutz bieten zu können, ist der Fellwechsel daher unerlässlich.

Wie viel Haarverlust ist normal?

Solange das Fell deines Tieres glänzend und gesund aussieht, brauchst du dir keinerlei Gedanken machen, wenn du hin und wieder ein paar Haare im Gehege findest.

Stellst du allerdings fest, dass das Fell deiner Rennmaus stumpf aussieht, das Tier plötzlich mehr Haare als sonst verliert und vielleicht sogar schon lichte oder kahle Stellen zu sehen sind, solltest du der Ursache auf den Grund gehen.

Großflächiger Haarausfall ist immer ein klares Zeichen dafür, dass mit deinem Tier etwas nicht in Ordnung ist!

Vermehrter Haarausfall kann viele verschiedene Ursachen haben, die häufigsten davon haben wir dir hier aufgelistet.

5 häufige Ursachen für verstärkten Haarausfall bei Rennmäusen

1. Übermäßige Fellpflege

Es ist normal, dass sich deine Rennmaus mehrmals am Tag sauber schleckt und auch von Artgenossen abgeschleckt wird.

Allerdings kann es zur Überpflege des Fells kommen, wenn du dein Tier bspw. nicht artgerecht hältst und es daher großem Stress über einen längeren Zeitraum ausgesetzt ist.

Die gesteigerte Fellpflege dient hier als Übersprungshandlung zum Stressabbau und führt zu einem gesteigertem Haarverlust.

Sorge dafür, dass deine Tiere weniger Stress empfinden und das Fell wird sich ohne weitere Maßnahmen ganz von selbst wieder regenerieren.

2. Hauterkrankungen

Infektionen und Pilze können zu Hautirritationen und dadurch zu starkem Juckreiz führen. Infolgedessen kratzt sich dein Gerbil vermehrt, wodurch es zu einem erhöhten Haarausfall kommt.

Bei sog. Hotspots fallen die Haare entzündungsbedingt von selbst aus, ohne, dass dein Tier aktiv das Fell bearbeitet.

Hotspots äußern sich durch kahle, entzündetet, blutige und teils eitrige Stellen im Fell und sollten unbedingt ärztlich behandelt werden, da sie sich sonst immer weiter ausbreiten können.

Diese Entzündungen lösen nicht nur Juckreiz, sondern auch Schmerzen aus!

3. Futtermittelunverträglichkeit

Auch Rennmäuse vertragen nicht alle Lebensmittel, sodass es gut sein kann, dass dein Gerbil allergisch auf bestimmte Snacks reagiert.

Stellst du einen erhöhten Juckreiz, vermehrten Fellausfall und vielleicht sogar noch Verdauungsprobleme fest, so stehen die Chancen gut, dass dein Haustier tatsächlich an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leidet.

Hast du in letzter Zeit das Futter der Renner umgestellt? Oder fütterst gelegentlich einen neuen Snack? Wenn ja, solltest du das neue Futter eine Zeit lang weglassen, um zu sehen, ob sich die Symptome bessern oder vielleicht sogar wieder ganz verschwinden.

4. Nährstoffmangel

Fehlen dem Körper wichtige Nährstoffe, so kann auch dieser Umstand zu vermehrtem Haarausfall führen.

Rennmäuse, die unter einem Nährstoffmangel leiden, sind zudem häufig müde und antriebslos. Sie schlafen viel und machen insgesamt nicht wirklich einen fitten Eindruck.

Das Fell ist stumpf, bricht ab, es bilden sich Schuppen und schließlich fällt das Fell immer mehr aus.

Überprüfe die Zusammenstellung deines Futters und statte ggf. auch dem Tierarzt einen Besuch ab, um eine Blutprobe zu nehmen und genau sehen zu können, welche Nährstoffe dem Körper des Tieres im Moment fehlen.

Mithilfe von speziellen Präparaten kann der Mangel in aller Regel innerhalb weniger Tage oder Wochen behoben werden – damit sich das Ganze nicht wiederholt, ist eine Futteranpassung natürlich trotzdem unerlässlich.

5. Parasiten

Leider sind auch Gerbils nicht vor einem Parasitenbefall sicher.

So kann es gut sein, dass sich kleine Milben im Fell des Tieres ansiedeln.

Milben im Fell der Renner sind in kleinen Mengen normal.

Doch wenn die Rennmaus an einer Immunschwäche oder einer anderen Krankheit leidet, so kann es zu einem richtigen Milbenbefall kommen, der mit Hautrötungen, Trockenheit, Haarausfall sowie auch einem starken Juckreiz einhergeht.

Da sich Milben oftmals nur unter dem Mikroskop erkennen lassen, solltest du beim geringsten Verdacht auf einen Milbenbefall schleunigst den Tierarzt aufsuchen.

Außerdem solltest du das betroffene Tier von den anderen separieren und das Gehege gründlich reinigen, um eine potenzielle Ansteckung zu verhindern.

Stellt sich heraus, dass deine Rennmaus nicht von Milben befallen wurde, so kannst du den Nager nach dem Besuch beim Arzt wieder zu den anderen setzen.

Andernfalls muss er so lange separiert werden, bis der Befall erfolgreich behandelt worden ist.

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