Die richtige Bepflanzung im Kaninche-Außengehege

Um deinem Kaninchen ein schönes, abwechslungsreiches und artgerechtes Außengehege zur Verfügung zu stellen, solltest du auch die Bepflanzung genau planen.

Neben einer Basis aus Gras, Löwenzahn und Kräutern kommen viele weitere Gewächse infrage.

Welche das sind und welche Pflanzen auf gar keinen Fall in ein Kaninchen-Gehege gehören, erfährst du jetzt.

Das Kaninchen-Außengehege bepflanzen: Die Planung

Die Bepflanzung deines Kaninchen-Geheges ist von verschiedenen Faktoren abhängig, die du bei der Planung und späteren Gestaltung unbedingt beachten solltest.

Zu diesen gehören:

  • Größe der Grundfläche
  • Anzahl der Tiere
  • Art der Fütterung

Die Anzahl der Tiere entscheidet darüber, wie lange Gewächse erhalten bleiben. Bei einer Grundfläche von 20 Quadratmetern und zwei Kaninchen kann eine Bepflanzung des Bodens mit Gras sehr lange erhalten bleiben. Bei 10 Tieren sieht das schon anders aus.

Das bedeutet: Je weniger Fläche pro Tier zur Verfügung steht, umso größere Mengen anderen Grünfutters solltest du anbieten. Anderenfalls werden die Kaninchen schnell auch den letzten Halm abnagen und der Untergrund wird beim ersten Regenfall matschig und schlammig.

Da hilft auch der beste Rasensamen nichts.

Die einzelnen Komponenten der Fütterung haben ebenfalls einen Einfluss darauf, wie die Bepflanzung aussehen sollte und kann.

Stellst du deinen Tieren zusätzlich viel Grün- und Frischfutter zur Verfügung, werden sie Gras und Kräuter im Freilauf nur in geringen Mengen verzehren.

Die Zufütterung von Pflanzen, Heu, Gemüse, Zweigen und Obst sollte also üppig ausfallen.

Gras und Kräuter im Außengehege anpflanzen

Kaninchen, die fröhlich durch Gras hoppeln – das ist artgerecht und schön anzusehen.

Damit der Boden im Freilauf auf Dauer grün bleibt, musst du allerdings einige Punkte beachten.

#1: Belastbare Rasensorte wählen

Ideal ist eine fertige Saatmischung, wie Kaninchenwiese oder eine Kleintierwiese.

Alternativ kannst du auch Sportrasen oder Spielrasen säen und Samen von Löwenzahn, Kräutern und anderen Pflanzen untermischen.

#2: Erde vorbereiten

Lockere den Boden vorher durch Umgraben gut auf und mische etwas reifen Kompost unter das Substrat. Auf diese Weise wird das Wachstum begünstigt.

#3: Schonzeit einhalten

Das Gras sollte nicht betreten werden, bevor sich keine stabile Grasnarbe gebildet hat. Anderenfalls werden deine Kaninchen einzelne Pflanzen herausreißen und Löcher entstehen.

#4: Lege Wege an

Auf häufig benutzten Wegen, beispielsweise zum Wasser oder dem Futter, werden die Graspflanzen stark belastet. Sie sterben ab und der Boden kann bei einem Regenfall schnell schlammig werden.

Besser ist es daher, Gehwegplatten zu verlegen oder Rindenmulch auszubringen.

Die Steine haben den Vorteil, dass sich die Krallen daran besser abnutzen. Zudem lassen sie sich einfach sauber halten und erlauben dir ein Begehen des Geheges ohne dabei auf Pflanzen zu treten.

Wenn du nicht bereits verschiedene Pflanzensamen bei der Aussaat des Rasens untergemischt hast, kannst du diese in stabilen Blumenkästen oder Pflanzkübeln einbringen. Durch einen ständigen Wechsel können sich die Gewächse immer wieder erholen.

Rank- und Hängepflanzen für das Kaninchengehege

Rankende Pflanzen oder hängende Gewächse sind ideal für die Begrünung der Wände.

Geeignet sind unter anderem:

  • Brombeeren
  • Efeu
  • Erdbeeren (hängend oder kletternd)
  • Kapuzinerkresse
  • Knöterich
  • Oregano
  • Salbei
  • Thymian
  • Wein

Sie können in Pflanzenampeln unterbracht werden oder das Gitter des Auslaufs als Kletterhilfe verwenden.

Dürfen auch Bäume in das Kaninchen-Gehege?

Kleine Obstbäume, Nussbäume und Nadelbäume spenden anfangs zwar nicht viel Schatten, können aber ebenfalls zur Begrünung des Auslaufs verwendet werden.

Damit die jungen Gewächse nichts sofort aufgefressen werden, solltest du den Stamm abgrenzen und schützen. Hierfür bietet sich das Umwickeln mit Draht oder ein Schutz durch einen Holzzaun an.

Herabfallendes Laub und beim Verschnitt anfallende Zweige können direkt als Nahrung eingesetzt werden.

Zudem bietet ein als Säulenobst gezogener Apfelbaum vitaminreiche Früchte.

Ergänzung: Zweige zur Begrünung

Die Begrünung des Außengeheges muss nicht dauerhaft sein. Durch Grünschnitt, belaubte Zweige und Äste kannst du ebenfalls Abwechslung bieten und einen Beitrag zur gesunden Ernährung leisten.

Geeignet sind:

  • Ahorn
  • Birke
  • Buche
  • Eiche
  • Fichte
  • Haselnuss
  • Obstbäume
  • Tanne
  • Walnuss
  • Weide

Damit sich die Zweige länger halten, kannst du sie in einen Kübel mit Wasser stellen.

Für gewöhnlich fressen die Kaninchen Laub und Rinde aber so schnell auf, dass sich ein längeres Frischhalten nur bei sehr großen Mengen an Grünschnitt lohnt.

Giftige und gefährliche Pflanzen für Kaninchen

Bei der Bepflanzung solltest du ausschließlich Pflanzen einsetzen, die für Kaninchen nicht giftig sind.

Verzichte zudem auf Getreide, an dem sich Grannen an den Samen ausbilden und krautige Gewächse, die Kletten bilden.

Fallen dir derartige Pflanzen in dem Gehege auf, solltest du sie so schnell wie möglich entfernen.

Während Vergiftungen schnell tödlich verlaufen könnten, können Grannen in den Gehörgang eindringen und zu schweren Entzündungen ebenso wie zu Verletzungen des Trommelfells führen. Zudem kann sich dein Kaninchen eine Granne beispielsweise in die Pfote einstechen. Da diese im Körper wandern, geht davon ebenfalls eine Gefahr aus.

Kaninchen mit längerem Fell sollten keinen Kletten ausgesetzt werden. Diese verfangen sich in den Fellhaaren und lassen sich nur schwer wieder entfernen. Die dabei entstehenden Knoten können der Ausgangspunkt für Entzündungen sein.

Kann nur das Außengehege bepflanzt werden?

Steht dir kein Garten zur Verfügung, kannst du deinen Kaninchen dennoch reichlich Grün während des Freilaufs in der Wohnung oder auf dem Balkon bieten.

Das trägt zu einer gesunden Ernährung bei und ist auch optisch schmückend.

Zudem kannst du mit selbstgezogenen Pflanzen das Risiko für einen Befall mit Würmern und anderen Parasiten sowie Infektionen verringern.

Gut geeignet sind:

1. Hängepflanzen

An der Wand angebrachte Töpfe bieten den Pflanzen ausreichend Platz für Wachstum.

Die Kaninchen können jedoch nur die unteren Triebe essen, sodass die Gewächse nicht zu stark geschwächt werden.

In Halterungen oder auf Regalen stehende Hängepflanzen lassen sich zudem einfach austauschen und nehmen keine Standfläche auf dem Boden ein. Sie eignen sich daher auch für kleinere Gehege.

2. Kräutertöpfe

Kräuter stellen eine wertvolle Bereicherung für die Ernährung deiner Kaninchen dar.

Basilikum, Kamille und Petersilie selbst zu ziehen, bringt zudem den Vorteil mit sich, dass auch im Krankheitsfall immer genug davon vorhanden ist, sie getrocknet werden können und sich für die Zubereitung eines Teeaufgusses eignen.

Zudem können sie den Appetit anregen und lassen sich daher zur Verfeinerung von Heu verwenden.

Achte auf standsichere, stabile Pflanzgefäße, die du einfach aus dem Gehege entfernen kannst. Auf diese Weise kannst du die Kräuter immer wieder zur Regeneration herausnehmen und sie können nachwachsen.

3. Gräser-Kästen

Gras, Löwenzahn, Milchdisteln, Schafgarbe und Zichorie sind pflegeleicht, gedeihen auch in der Wohnung in der Kübelkultur problemlos und sind bestens für Menschen ohne grünen Daumen geeignet.

Wie bei den Töpfen sollten auch die Kästen standsicher sein.

Zudem benötigen die Gewächse entsprechend viel Zeit, um sich von Fraßschäden zu erholen. Stelle sie daher jeweils nur für einen Tag oder wenige Stunden in den Freilauf und entferne sie danach wieder.

Wenn du auch hierbei Standfläche und Platz sparen willst, kannst du Hängekästen verwenden. Sie lassen sich einfach in einer Höhe positionieren, an die die Kaninchen nicht mehr heranreichen.

Abschließender Hinweis: Achtung bei Düngung und Versorgung

Da die Pflanzen der Versorgung dienen, dürfen ausschließlich organische Dünger zum Einsatz kommen.

Verzichte zudem auf Insektizide und Pestizide.

Entferne erkrankte oder von Parasiten befallene Pflanzen daher frühzeitig, anstatt chemische Mittel einzusetzen.

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